Heilung in Gottes Namen

ZEIT online: In Baden-Württemberg versucht ein christlicher Verein, Schwule von ihrer Homosexualität zu „befreien“.

Seit zehn Jahren berät Wüstenstrom bei »Problemen im Bereich Sexualität und Christsein«. Bei jedem dritten Schwulen könnten die homoerotischen Gefühle verändert werden. Wenn er es will. Behauptet Hoffmann. Seine These kommt an, vor allem in streng christlichen Kreisen wie den evangelikalen Freikirchen. Sogar die Evangelische Kirche in Deutschland akzeptierte einen Infostand von Wüstenstrom auf dem Kirchentag in Hannover.


10 Antworten auf “Heilung in Gottes Namen”


  1. Gravatar Icon 1 öli 10. Februar 2007 um 1:41 Uhr

    Hier gibts ne Diskussion mit einem Berliner Schwulenheiler.

  2. Gravatar Icon 2 biber 10. Februar 2007 um 6:33 Uhr

    Lustig, bin auch grad über ubiks Beitrag gestolpert und wollte auch auf die von Öli genannte „Diskussion“ (wenn man das so nennen kann) hinweisen, an der ich rege beteiligt war/bin (je nach dem, was da noch kommt). Die website von user StephanusG ist jedenfalls auch sehr „interessant“. Vielleicht sieht man sich ja mal in Stephanus´ Küche, er war ja so nett, uns Kritiker einzuladen ;-)

  3. Gravatar Icon 3 ubik 10. Februar 2007 um 11:39 Uhr

    Jesus Maria und Josef! Was für ein Vollhorst. Aber erstaunlich dass er doch mitzudiskutieren versucht und nicht nur ständig für euch betet oder so, wie ich das von solchen Internet-Fundies kenne.

    Beim lesen hab ich mehrmals gedacht, dass man für Blog-Diskussionen ein ähnliches voting System bräuchte wie http://digg.com, oder x-berg früher. Für den Kommentar hätte ich Biber gerne ein Sternchen ins Klassenheft gemalt.

  4. Gravatar Icon 4 biber 11. Februar 2007 um 5:08 Uhr

    lol, Danke! Sternchen im Schulheft fand ich schon immer super. Aber wie ich in einem Beitrag dort schon sagte: ich hab teilweise recht emotional und reflexhaft geschrieben. Daher war es auch blöd von mir, im, von Dir als eines Sternchen wert bezeichneten, Kommentar das zu schreiben: „Er merkt, dass es Menschen seines Geschlechts interessanter findet, wächst heran, hat sein “erstes Mal” mit einem Menschen seines Geschlechts, liebt jemanden, der das eigene primäre Geschlechtsmerkmal trägt…“.
    Immerhin werden wir alle in eine Welt geboren, in der die Heterosexualität felsenfest als „Normalität“ gilt, die ersten Identifikationspersonen sind fast immer unterschiedlichen biologischen Geschlechts. Das ist ja schon der Punkt, wo jegliche „freie Positionierung“ auf dem Basar des/der bevorzugten Geschlechts/er unterdrückt wird. Die Kirche steuert eben ihren Beitrag zur Selbstverständlichkeit dieser Normalität hinzu. Allein das schlichte „Bemerken können“, dass man das eigene Geschlecht bevorzugt, wird dadurch erschwert. How ever, das „erste Mal“ hatte keiner meiner homosexuellen Freunde mit einem Partner seines Geschlechts…
    Ein Voting-System für Beiträge in Blog-Diskussionen finde ich, nebenbei, nicht sonderlich wünschenswert. Man sollte die Beiträge lesen und die Argumente zur Kenntnis nehmen, sie annehmen oder gegebenenfalls Gegenargumente bringen. „Sternchen“ führen doch nur dazu, dass Kommentare, die die „Meinung“ der Mehrheit wiederspiegeln, viele davon bekommen und die mit den niedrigen Bewertungen von Lesern als unerheblich abgestempelt werden, man sich also gar nicht erst mit ihnen auseinandersetzt.

  5. Gravatar Icon 5 ubik 11. Februar 2007 um 13:10 Uhr

    [quote comment=“18″]
    Immerhin werden wir alle in eine Welt geboren, in der die Heterosexualität felsenfest als „Normalität“ gilt, die ersten Identifikationspersonen sind fast immer unterschiedlichen biologischen Geschlechts. Das ist ja schon der Punkt, wo jegliche „freie Positionierung“ auf dem Basar des/der bevorzugten Geschlechts/er unterdrückt wird. Die Kirche steuert eben ihren Beitrag zur Selbstverständlichkeit dieser Normalität hinzu. Allein das schlichte „Bemerken können“, dass man das eigene Geschlecht bevorzugt, wird dadurch erschwert. How ever, das „erste Mal“ hatte keiner meiner homosexuellen Freunde mit einem Partner seines Geschlechts…[/quote]
    Nun, das war bei mir anders. Ich hab schon sehr früh gemerkt dass ich mich zu Menschen des gleichen Geschlechts hingezogen fühle, nur mit dem als Schimpfwort wahrgenommenen „Schwul“ wollte ich mich nicht identifizieren. Die Kirche war mir bei solchen Entscheidungsfindungsprozessen jedoch immer relativ egal, das einzige mal das ich ihretwegen in Gewissenskonflikte gestürzt wurde war, als ich mich nicht entscheiden konnte ob ich die Konfirmation und das damit einhergehende Geld mitnehme, oder ob ich so ehrlich bin und nicht hingehe weil ich ja nicht an Gott glaube…
    [quote comment=“18″]Ein Voting-System für Beiträge in Blog-Diskussionen finde ich, nebenbei, nicht sonderlich wünschenswert. Man sollte die Beiträge lesen und die Argumente zur Kenntnis nehmen, sie annehmen oder gegebenenfalls Gegenargumente bringen. „Sternchen“ führen doch nur dazu, dass Kommentare, die die „Meinung“ der Mehrheit wiederspiegeln, viele davon bekommen und die mit den niedrigen Bewertungen von Lesern als unerheblich abgestempelt werden, man sich also gar nicht erst mit ihnen auseinandersetzt.[/quote]
    Ja, du hast völlig recht. Taugen würde das eigentlich nur was wenn spam- und off-topic Beiträge überhand nehmen würden.

  6. Gravatar Icon 6 mayflower 12. Februar 2007 um 15:42 Uhr

    Lächerlich, dass er von einer Schwulenlobby spricht, wenn es laut seiner Argumentation gar kein „echtes Schwulsein“ gibt. Bin auch schon mal über den gestolpert, ich glaube er war auch im SPIEGEL.

    Schön hingegen folgendes:
    „Homosexualität ist nicht als Störung anzusehen«, urteilt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Als verhaltensgestört gelte vielmehr, wer sich als Schwuler wünscht, es nicht zu sein.“

    Wie lange hat die WHO Homosexualität als Krankheit eingestuft?
    gruß
    m.

  7. Gravatar Icon 7 biber 13. Februar 2007 um 1:11 Uhr

    Laut wikipedia hat die WHO Homosexualität bis etwa 1976 als Krankheit eingestuft. 1976 jedenfalls wurde die ICD-9 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems/ internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen) von der WHO veröffentlicht. Und in der ist Homosexualität nicht mehr als Krankheit aufgeführt (wenn ich das im kurzen Überfliegen der Infos richtig mitbekommen hab). Die WHO wurde 1948 gegründet, hat also 28 Jahre lang Homosexualität als Krankheit eingestuft – wobei ich jetzt nicht recherchiert habe, ob die das von Anfang an gemacht haben. Behörden sind halt träge ;-)

    @mayflower: solltest Du irgendwie etwas, was „Stephanus“ gegenüber dem Spiegel gesagt hat, wieder ausbuddeln können, wäre ich hoch erfreut. Mich würd echt mal interessieren, wie das reaktionäre „Sturmgeschütz der Demokratie“ und die „Weihwasser Super Soaker“ miteinander ins Gefecht gegangen sind, oder ob sie sich nicht doch als brothers in arms herausgestellt haben. Was auch immer, diesbezüglich überkommt mich ein unheiliges Verlangen nach mehr.

    nag, nag, der Biber

  8. Gravatar Icon 8 biber 14. Februar 2007 um 4:55 Uhr

    „das einzige mal das ich ihretwegen in Gewissenskonflikte gestürzt wurde war, als ich mich nicht entscheiden konnte ob ich die Konfirmation und das damit einhergehende Geld mitnehme, oder ob ich so ehrlich bin und nicht hingehe weil ich ja nicht an Gott glaube…“ Ging mir genau so. Das, was ich im Konfirmationsuntrericht beigebogen kriegen sollte, fand ich immer arg bedenklich, genau wie mir der „liebe Gott“ immer suspekt war, der angeblich darüber entscheidet („morgen früh, so Gott will, wirsd Du wieder geweckt“), ob ich lebe oder sterbe, der alles sieht, auch mein Wixen unter der Bettdecke oder gemeinsam mit anderern, die auch ihre Sexuakität ausprobieren wollten und der meine Gedanken lesen kann…naja, ich habs genommen, das Geld, und konnte mich nichtmal ernsthaft schlecht fühlen.Leuten, die an eine mir völlig unsympathische Sache glauben und aus nie hinterfragter Tradition oder purem Glauben und Stolz ihre Weltanschauung und Religiositär zimmern, darf man ruhig ihre freiwillig hergebenen Moneten abnehmen…

  9. Gravatar Icon 9 mayflower 14. Februar 2007 um 8:38 Uhr

    @biber
    wenn mir der artikel wieder unter die finger kommen sollte lass ich ihn dir zukommen.

  10. Gravatar Icon 10 biber 16. Februar 2007 um 1:48 Uhr

    das wär nett, mayflower! Auch wenn ich glaube, dass Stephanus sich mittlerweile aus der Diskussion auf schorschs blog zurückgezogen hat, ich fänds trotzdem interessant.
    Lieben Gruß, der biber

    P.S.: Die Frage nach der WHO und ihrer Stellung zu Homosexualität „im Wandel der Zeit“ hat übrigens ein gewisses Interesse an dem Thema geweckt. Ich werd da mal dranbleiben (auch wenn ich in nächster Zeit jobbedingt kaum Zeit dafür haben werde).

    Nochmals Nagergrüße

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