Cartman sucks

Man könnte meinen, dass einer Serie nach zehn Staffeln langsam die Ideen ausgehen. In Wirklichkeit ist Southpark in der elften Saison aber genialer denn je! Klar, das ist keine linke Serie. Regelmäßig zetern die beiden Southpark-Macher gegen das linksliberale Hollywood; und zeitweise war ihre Transsexuellen-Feindlichkeit, die sich in der Figur von Mrs Garrison spiegelte, sogar unerträglich. Aber konservativ ist Southpark nun auch nicht gerade. Und manchmal, wenn es gegen Rassismus, Homophobie und religiöse Bigotterie geht, gelingen sogar richtige Meisterwerke.

Eines davon ist Folge 1102 (Cartman sucks). Neben den christlichen Umerziehungslagern für „bi-curious boys“ (Jungs, die nach beiden Seiten neugierig sind) ist das Thema hier auch das, was Eve K. Sedgwick „homosexuelle Panik“ genannt hat: die strukturierende Furcht, in den Augen anderer womöglich selbst als schwul zu gelten. Indem dies an den Jungs von Southpark durchexerziert wird, die von Sexualität zwar nicht den blassesten Schimmer haben, von den Erwachsenen aber trotzdem rücksichtslos unter die herrschenden Sexualnormen gebeugt werden, entsteht eine wundervolle Groteske, die einem — fast schon im doppelten Sinne — die Tränen in die Augen treibt. Kurz, ein must-see. Deshalb hier noch mal als embedded flash-movie in voller Länge:


1 Antwort auf “Cartman sucks”


  1. Gravatar Icon 1 ubik 27. März 2007 um 16:44 Uhr

    „I like-like you a lot-lot“. Heh.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.