Macht oder warum Muslime so schnell einknicken

Die Ahmadiyya-Gemeinde hat ihre Aussage, der Verzehr von Schweinefleisch fördere Homosexualität, mittlerweile zurückgenommen und den entsprechenden Artikel von ihrer Webseite entfernt. So schnell kann das gehen, wenn man Kritik aus der Position der Dominanzgesellschaft übt. Das katholische Nachrichtenportal kreuz.net, das sich mit der Überschrift Warum auch Nicht-Muslime auf Schweinefleisch verzichten sollten dieser abstrusen Behauptung indirekt angeschlossen hatte, darf allerdings auch weiter gegen Lesben und Schwule hetzen. Von Kritik daran ist jedenfalls weit und breit nichts zu vernehmen. Kein Wunder, denn womit wollte man katholische Fundamentalisten auch dazu bringen, solche Aussagen wie die, dass „widernatürliche geschlechtliche Homo-Handlungen“ zu Analkrebs führten und somit „von der Gefährlichkeit der Homo-Ideologie“ zeugten, kleinlaut zu revidieren? Es handelt sich doch schließlich nicht um Ausländer, die man herumschubsen, mit dem Entzug der Toleranz bedrohen und öffentlich zurechtweisen kann! Weswegen Zeitungen wie die taz erst gar nicht auf die Idee kommen, kritisch über solche Internetportale zu berichten. „Zu irrelevant“, hieße es vielleicht, wenn man sie nach den Gründen fragte. Denn schließlich ist eine kleine Sekte wie die katholische Kirche nichts, verglichen mit einer internationalen Krake wie der Ahmadiyya-Gemeinde, die in Sachen Homo-Hass doch wohl eindeutig zu den global players zählt!


38 Antworten auf “Macht oder warum Muslime so schnell einknicken”


  1. Gravatar Icon 1 -- 21. April 2007 um 12:24 Uhr

    Ehm… kreuz.net mit der katholischen Kirche gleichzusetzen
    halt ich einfach mal für gewagt.

  2. Gravatar Icon 2 perry 21. April 2007 um 12:37 Uhr

    Aber die Positionen der katholischen Kirche kennst du schon, oder? Z.B. das Papier der damals von Ratzinger geleiteten Glaubenskongregation, in dem von Homosexualität als „dem Bösen“ die Rede ist?

  3. Gravatar Icon 3 classless 21. April 2007 um 12:42 Uhr

    kreuz.net stimmt mit der katholischen Kirche wesentlich eher überein als die Ahmadiyya mit dem restlichen Islam.

  4. Gravatar Icon 4 -- 21. April 2007 um 12:44 Uhr

    Ja, durchaus. Nur sollte man die Kritik dann halt auch über die katholische Kirche führen und nicht über kreuz.net.

    „Denn schließlich ist eine kleine Sekte wie die katholische Kirche nichts, verglichen mit einer internationalen Krake wie der Ahmadiyya-Gemeinde, die in Sachen Homo-Hass doch wohl eindeutig zu den global players zählt!“

    Das hängt so halt in der Luft, da es vorher nur um kreuz.net ging.

  5. Gravatar Icon 5 perry 21. April 2007 um 12:46 Uhr

    Ja, da hast du prinzipiell recht.

  6. Gravatar Icon 6 perry 21. April 2007 um 13:04 Uhr

    Meines Erachtens versucht kreuz.net eine bestimmte rhetorische Strategie der Evangelikalen, wie sie zuerst in Nordamerika entwickelt wurde und dort wirklich bedeutsam geworden ist, auf Deutschland und Österreich zu übertragen. Das sieht man auch an den Quellen, die sie zitieren, etwa: „Das berichtete die kanadische Lebensschutzseite ‘LifeSiteNews’“. Sie besteht z.B. darin, einen Horrorszenario von den vermeintlichen Gefahren des „homosexuellen Lebensstils“ zu zeichnen und sowas wie „Reparative Therapy“ zu propagieren, also eine Umpolung durch christliche Gehirnwäsche, die sich als seriöse Psychotherapie tarnt. Im Grunde steht diese Strategie auch Pate für eine Reihe von jüngeren Auslassungen auf islamistischen Internet-Seiten. Man kann sagen, dass es sich um eine neue transreligiöse und transkonfessionelle Strategie der Fundamentalisten handelt. Deswegen ist es aber auch Quatsch, dass anhand bestimmter Religionen oder Konfessionen zu kritisieren.

  7. Gravatar Icon 7 araa 21. April 2007 um 18:30 Uhr

    Auf der einen Seite haben wir eine unbedeutende islamische Sekte, für die sich eigentlich niemand interessiert. Wäre da nicht ihr Moscheebau in Berlin, wegen dem gerade ein ganzer Stadtteil seinem Rassismus freien Lauf lässt. Folglich ist diese Sekte ständig in den Medien und somit durchforsten Journalisten intensiv ihre Publikationen.
    Auf der anderen Seite haben wir eine unbedeutende christliche Internetseite, für die sich eigentlich niemand interessiert.

    Erkennen Sie den Unterschied, Herr Perry? Oder soll ich Ihnen eine Lupe reichen? Dass die islamische Sekte in den Medien so präsent ist und die christliche Seite es nicht ist liegt an der Dominanzgesellschaft. Aber dass dann entsprechend recherchiert wird hat nichts mit Dominanzgesellschaft oder Rassismus zu tun, sondern ist nur eine logische Folge.

  8. Gravatar Icon 8 perry 21. April 2007 um 21:17 Uhr

    Vielleicht sollten Sie auch einfach mal lesen, was ich geschrieben habe! Es liegt an der Dominanzgesellschaft, dass man Muslime in Nullkommanix zum Einknicken bringt, während katholischen Fundamentalisten eine solche Kritik herzlich am Arsch vorbeigeht. Weswegen sich auch niemand erst an einer solchen versucht.

    Im Übrigen ist Hetze gegen Lesben und Schwule nicht eine Sache, die bloß von Extremisten in der katholischen Kirche praktiziert wird. Es ist vielmehr der Vatikan selbst, der in solchen Fragen regelmäßig aktiv wird. Bloß die Form ist eine andere. kreuz.net orientiert sich in seiner Rhetorik an der evangelikalen Massenbewegung in Nordamerika, nicht an den Verlautbarungen des Vatikan. Das ist der Unterschied. Diese ekelhafte Hetze mag in Europa noch irrelevant sein, in den USA ist sie es nicht.

  9. Gravatar Icon 9 perry 21. April 2007 um 21:21 Uhr

    Der Unterschied ist im Übrigen auch, dass es sich bei der Ahmadiyya-Gemeinde um eine vereinzelte Bemerkung handelt, bei kreuz.net dagegen um einen systematisch angelegten Feldzug. Auch das ist charakteristisch für eine Gruppe, die aus der Dominanzgesellschaft heraus agiert und sich um mögliche Kritik keine Gedanken machen muss.

  10. Gravatar Icon 10 araa 21. April 2007 um 23:53 Uhr

    Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Jeder der einen Tag mal nichts zu tun hat kann eine website ins Internet stellen, dass so jemand beliebigen Scheiß schreiben kann ohne mit real-world Konsequenzen leben zu müssen ist doch nicht überraschend. Wärend eine Gruppe von Menschen, die ihre Moschee in ein Rassistennest bauen und für ihre Sache werben wollen natürlich darauf bedacht sind ihre Positionen als akzeptierbar darzustellen, ist genausowenig überraschend. Beide Parteien sind totale homophobe Arschlöscher und die einen sind im Gegensatz zu den anderen in einer Situation, wo sie für die Propagandierung ihrer Homophobie Akzeptanz benötigen, deshalb schönen sie ihre Positionen entsprechend.
    Eine freikirchliche Sekte, die ein Haus bauen möchte würde wahrscheinlich ähnlich handeln, sofern es um ihre Positionen so hoch hergehen würde.

  11. Gravatar Icon 11 perry 22. April 2007 um 3:52 Uhr

    Bitte lies dir mal katholische Nachrichtenportale wie kath.net und kreuz.net durch. Im Unterschied zur Ahmadiyya-Gemeinde, die quasi im Nebensatz eine homophobe Bemerkung hat fallen lassen, während es ihr der Intention nach darum ging, das Essen von Schweinefleisch zu entmutigen, haben wir es bei den Katholen um systematische Hasspropaganda zu tun, die sich jede greifbare Empirie zusammenklaubt, um „Homosexualität“ als gefährlich und anormal zu brandmarken. Das auf eine Stufe zu heben, ist einfach lächerlich. Komm wieder, wenn du Belege für einen ideologischen Feldzug der Ahmadiyya-Gemeinde gegen Homosexualität hast. Ansonsten würde ich einfach behaupten, dass du das Thema für die Konstruktion eines Feindbilds instrumentalisierst. Und das finde ich schon in sich infam.

  12. Gravatar Icon 12 araa 22. April 2007 um 10:02 Uhr

    Also perry, ich verstehe dich absolut nicht. Du schmeißt dich auf jede kleinste Aussage, die man eventuell als homophob interpretieren könnte, sofern sie von irgendwelchen europäischen/amerikanischen nicht muslimischen Menschen kommt.
    Kommt eine extrem homophobe Aussage aus dem Munde von Muslimen, dann sind es Nebensatz-Äußerungen, nicht so schlimm und eigentlich nicht so gemeint. Für deine Argumentation gibt es nur einen Begriff: „Positivrassismus“!
    Bei dir werden widerlichste homophobe Arschlöcher zu netten Menschen mit kleinen Schwächen, wegen ihrer Religion und damit verknüpft wegen ihrer Herkunft.
    Und mal ganz ehrlich: wer einen Zusammenhang von Homosexualität und Schweinefleisch aufmacht, der hat schon so einen an der Klatsche, natürlich ist das kein doofer Ausrutscher, sondern Programm. Das „progressivste“ kommt noch von deren Oberhirten, so nach dem Motto: Homosexualität ist natürlich abartig, aber wir sind friedliebende Menschen…

    Homophobie sollten wir immer als solche benennen und angreifen unabhängig davon, ob es Muslime, Christen oder irgendwelche Szene-Menschen sind, die sich dahingehend artikulieren.

  13. Gravatar Icon 13 perry 22. April 2007 um 10:12 Uhr

    Entschuldige, wo stürze ich mich auf jede kleine homophobe Äußerung? Die Unterstellung ist ja wohl völlig absurd. Über den Spruch der Ahmadiyya-Gemeinde kann man lachen. Sich darüber zu empören dagegen, ist lächerlich, gerade weil er so absurd und nicht im Mindesten hegemoniefähig ist. Im Übrigen mach ich keine gemeinsame Sache mit Nazis. Das unterscheidet uns vielleicht.

  14. Gravatar Icon 14 araa 22. April 2007 um 12:42 Uhr

    >> Im Übrigen mach ich keine gemeinsame Sache mit Nazis. Das unterscheidet uns vielleicht.

    :)

  15. Gravatar Icon 15 bikepunk 089 22. April 2007 um 13:47 Uhr

    Jetzt mal rein praktisch gefragt, wie sieht denn ein möglicher umgang, oder eine mögliche intervention aus?
    Klar zus tellen, dass homophobe äusserungen null akzeptiert werden ist ein notwenidges ding. Aber wenn du mit der clientel auf die geziehlt wird null komma nichts zu tun hast, dann sind deine weiteren möglichekeiten etwas dünne. Die katholerer wenden sich zumindest tnedenziell an leute mit denen ich (weisser deutscher linker) etwas zu tun habe, sei es in der verwandschaft, auf arbeit, in der uni – ich kann mich also, wenns ist, nmit denen streiten. In der evangelikalen jesus-freak variante wird zum tile auch in die jugenstenen geziehlt, die ich mit der kulturarbeit die ich vielleicht mache auch bespasse – wieder gibt es die möglichkeit zur auseinandersetzung.
    Wie sieht es mnit der clientel der ahmadiyya-gemeinde aus? Wer ist in der situation, zu sagen „eure oberen haben was an der klatsche“ und damit inhaltlich ernst genommen zu werden? Wenn die intention die ist, die ahmadiyya gemeinde zu dissen, werden dass die leute checken und die äusserung als weitere rassistische pöbelei abtun. Wenn klargemacht wird dass mensch mit dem kreuzzug der pankower bürger nichts zu tun hat, entsteht vielleicht die situation in der über homophobe äusserungen gestritten werden kann dass die fetzen fliegen, aber trotzdem noch produktiv.

  16. Gravatar Icon 16 bikepunk 089 22. April 2007 um 15:08 Uhr
  17. Gravatar Icon 17 perry 22. April 2007 um 15:11 Uhr

    wie geht das smiley mit dem augenrollen? 8)

  18. Gravatar Icon 18 perry 22. April 2007 um 17:16 Uhr

    bikepunk, bei deinem letzten posting musst ich mich jetzt echt zusammenreißen. ich war schon drauf und dran, den link zu zensieren. zu deinem restlichen geschreibsel sag ich nur so viel:

    Klar zu stellen, dass homophobe äusserungen null akzeptiert werden ist ein notwenidges ding.

    wenn du in der machtposition bist, anderen vorzuschreiben, was sie sagen dürfen, und ihnen notfalls die akzeptanz zu verweigern, dann brauchst du diesen machtakt gar nicht mehr. dann bist du längst der diskurshegemon, der über den wahrheitswert von äußerungen entscheidet. wenn du aber nicht in dieser position bist, dann ist es genau dieser gewaltmechanismus, der dich zum verstummen bringt. ich lehne es ab, die rassistischen machtmittel, die mir die deutsche gesellschaft in die hände legt, zur beförderung meiner interessen zu benutzen. wenn ich der ahmadiyya-gemeinde etwas vorwerfe, dann dass sie eingeknickt ist. sie hätte auf ihren standpunkt bestehen sollen! schon allein wegen leuten wie dir, die sich für so unglaublich aufgeklärt und selbstgerecht halten, dass sie gar nicht mehr merken, wie sie als mitglieder dieser gesellschaft, die eine heteronormative gesellschaft ist, selbst homophobie reproduzieren.

  19. Gravatar Icon 19 cliff 22. April 2007 um 17:31 Uhr

    „bikepunk, bei deinem letzten posting musst ich mich jetzt echt zusammenreißen. ich war schon drauf und dran, den link zu zensieren.“ warum?

  20. Gravatar Icon 20 perry 22. April 2007 um 17:48 Uhr

    weil es sich einfügt in die mär von der „besonderen gefahr“, die migrant_innen durch ihre „kulturelle andersartigkeit“ für die werte unserer homotoleranten volksgemeinschaft darstellen. mit anderen worten: das ist ein werbeartikel für die npd.

  21. Gravatar Icon 21 cliff 22. April 2007 um 18:37 Uhr

    ..starker Tobak, perry, der Artikel ist sicherlich recht manichäistisch, aber das ändert nichts an der bedrohlichen Situation für Homosexuelle, die in Angriffen auf Schwule gipfelte. Zudem möchte ich mal den einen Typen aus dem Text zitieren “Aus Angst vor Rassismusvorwürfen werden viele Vorfälle unter den Teppich gekehrt.” Abgesehen davon kann man der NPD ja einiges vorwerfen, aber den Titel der schwulen Identitätspartei machen sie den Grünen nicht streitig.

  22. Gravatar Icon 22 perry 22. April 2007 um 18:51 Uhr

    Da wär ich mir an deiner Stelle aber nicht so sicher!

    Im Übrigen: ich hab als schwuler Jugendlicher nicht unter „Ausländern“ gelitten, sondern unter Deutschen wie dir. Ich weiß also, wem ich etwas nachzutragen habe und wem nicht.

  23. Gravatar Icon 23 perry 22. April 2007 um 19:37 Uhr

    übrigens, frag mal ubik, wer in der türkei die homophobsten jugendlichen sind. es sind immer die, die aus deutschland kommen!

  24. Gravatar Icon 24 Crash 22. April 2007 um 19:39 Uhr

    Bei Homophobie ist es doch eigentlich völlig egal, von wem sie ausgeht, sie gilt es zu kritisieren. Politik (inkl. NPD) und Medien äußern sich wenn überhaupt natürlich am liebsten zu der Homophobie, wenn sie von Muslimen ausgeht, um ihren rassistischen Standpunkt damit zu untermauern. Das bedeutet aber doch nicht, dass man dann als „Linker“ von Muslimen geäußerte Homophobie nicht kritisieren darf, weil man dann ja mit den Rassisten gemeinsame Sache machen würde.

    Mit so einem Standpunkt akzeptiert man ja deren Trennung zwischen „Deutschen“ und „Migranten“ und kehrt das ganze einfach nur so um, dass man nur deutsche Homophobie kritisiert statt nur (vermeintlich) durch den Islam motivierte. Stattdessen sollte man einfach beides kritisieren, Homophobie egal von wem sie kommt und die Leute, die diese nur bei Migranten suchen um diese als Fremdkörper im ach so toleranten Deutschland zu markieren.

    Ob die Autoren des von Bikepunk geposteten Artikels zu letzteren gehören ist eine andere Frage.

  25. Gravatar Icon 25 cliff 22. April 2007 um 19:40 Uhr

    Ganz abgesehen davon, dass ich noch nicht geboren war als du ein Teenager warst und ich mir Unterstellungen zu meiner Person verbitte ist es mir total egal, welchen Hintergrund irgendwelche homophoben Assis haben, aber wir können gerne den Test machen und vor einer Moschee deiner Wahl wild rumknutschen. Fest steht, dass es die in dem Artikel beschriebenen Angstzonen für Homosexuelle gibt, ob nun in St. Georg, Neukölln oder irgendwo in Brandenburg.

  26. Gravatar Icon 26 perry 22. April 2007 um 19:47 Uhr

    Red doch nicht von Sachen, von denen du keine Ahnung hast. Ich lebe seit Jahren in Neukölln, wie fast alle meiner schwulen Freunde, und für mich ist das ganz sicher keine Angstzone. Homophob angemacht wurde ich bisher nur im Prenzlauer Berg. Von Deutschen. Und Freunde von mir wurden in Mitte zusammengeschlagen. Wieder von Deutschen. Es sind immer die Deutschen! Ich finde, die sollte man langsam mal aus diesem Land werfen.

  27. Gravatar Icon 27 perry 22. April 2007 um 19:57 Uhr

    Ich dachte, wenigstens in Neukölln hätte ich meine Ruhe vor diesen Deutschen. Aber vor Kurzem haben deutsche Nazis hier einen Schwarzen aus der U-Bahn gezogen und auf ihn eingeprügelt. Als die Polizei kam, hatte sie nichts besseres zu tun, als seine Aufenthaltspapiere zu kontrollieren. Nein, nicht die des Nazis! Es ist unerträglich, dass ihr Deutschen einem wirklich überall hin folgt. Man hat vor euch einfach keine Ruhe.

  28. Gravatar Icon 28 cliff 22. April 2007 um 20:00 Uhr

    Ach mein Lieber, ich bleib dabei, mir ist es egal, von wem die Homophobie ausgeht, deine schlechten Erfahrungen tun mir wirklich Leid, ich könnte hier auch die ein oder andere Sache erwähnen, aber du scheinst mir was die Homophobie angeht auf dem grünen Auge blind zu sein.

  29. Gravatar Icon 29 perry 22. April 2007 um 20:25 Uhr

    Ach mein Lieber, ich bleib dabei, mir ist es egal, von wem die Homophobie ausgeht

    *lol*, das glaubst du ja selber nicht!

  30. Gravatar Icon 30 perry 22. April 2007 um 20:35 Uhr

    [quote comment=“365″]Ganz abgesehen davon, dass ich noch nicht geboren war als du ein Teenager warst und ich mir Unterstellungen zu meiner Person verbitte[/quote]

    Das ist doch schon lustig. Glaubst du etwa, die Verhältnisse sind in den 90ern anders gewesen als in den 80ern? Meinst du etwa, die Selbstmordrate unter schwulen Jugendlichen (Hauptgrund: Einsamkeit) ist seitdem substanziell gesunken? Meinst du, die Zahl der Jugendlichen, die angeben, gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben, ist in den 10 Jahren nach dem Ende meiner Schulzeit wieder auf das Niveau von ’69 gestiegen? Du machst dir doch selber etwas vor. Aber es ist genau diese leere Fortschrittsideologie, die den Rassismus gegen Muslime anfeuert, indem diese als Repräsentanten einer angeblich homofeindlichen Vormoderne ausgemacht werden, ohne zu checken, dass Homophobie ein Verhältnis des Hier-und-Jetzt ist, das Lesben und Schwule überhaupt erst als solche konstituiert.

    Aber wer Homophobie als objektive Formbestimmtheit dieser Gesellschaft auf blöde Sprüche über Schwule reduziert, sprich auf subjektive Einstellungen, die man haben oder nicht haben kann, der hat von der Sache ohnehin nicht viel begriffen.

  31. Gravatar Icon 31 cliff 22. April 2007 um 21:33 Uhr

    „Glaubst du etwa, die Verhältnisse sind in den 90ern anders gewesen als in den 80ern? Meinst du etwa, die Selbstmordrate unter schwulen Jugendlichen (Hauptgrund: Einsamkeit) ist seitdem substanziell gesunken? Meinst du, die Zahl der Jugendlichen, die angeben, gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben, ist in den 10 Jahren nach dem Ende meiner Schulzeit wieder auf das Niveau von ‘69 gestiegen?“
    Nein, das glaube ich nicht, mein Kommentar war eine Replik auf deine Unterstellung „ich hab als schwuler Jugendlicher nicht unter “Ausländern” gelitten, sondern unter Deutschen wie dir.“ Ansonsten habe ich leider das Gefühl, das schon alles gesagt und nach allem gefragt worden ist, oder nicht?

  32. Gravatar Icon 32 cliff 22. April 2007 um 21:45 Uhr

    ..im übrigen besteht immer noch mein Angebot mit dem Knutschen.

  33. Gravatar Icon 33 bikepunk 089 23. April 2007 um 8:32 Uhr

    @perry
    Schalt mal mit den Unterstellungen und Spekulationen mir bezüglich 2 Gänge zurück, hmm? Den von Cliff geposteten artikel habe ich verlinkt, weil er meiner Einschätzung nach zu der Diskussion hier passt, nicht weil ich ihn für toll halte. In dem Artikel wird Migrant_innen ziemlich pauschal homophobie unterstellt, und mit dem „Anderssein“ dass diesen mit unterstellt wird begründet. Weisse Homophobe Arschgeigen dürfen sich weiter ganz normal fühlen.

    „ich lehne es ab, die rassistischen machtmittel, die mir die deutsche gesellschaft in die hände legt, zur beförderung meiner interessen zu benutzen.“
    Was tust du, um die rassistischen Machtmittel loszuwerden? Und was machst du, bis du das geschafft hast?
    Und vor allem: wo habe ich behauptet, dass es ok sei diese Machtmittel zu benutzen? Ich habe doch eigentlich (schreibe ich so undeutlich, oder projezierst du ums verrecken einen antideutschen in mich hinein?) dafür plädiert, Bündnisse oder Zusammenarbeiten zu finden, in denen ein Austausch oder Streit mit Leuten möglich ist die hier rassistisch ausgegrenzt werden. Damit kann ich doch nicht warten, bis deutschland endlich zusammengebrochen ist! Dazu gehört aus meiner (weissen und deutschen) Perspektive, dass ich mich gegenRassismus immer solidarisiere, wurscht wer bertoffen ist. Aber alle etwaigen Streits auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben bringt nichts.
    Ich gebe zu, dass ich von Heteronormativität relativ wenig Ahnung habe. Deshalb lese ich ja euren Blog. Ich habe ein paar Auseinandersetzungen um sexistisches Verhalten in der weissen autonomen Linken mitgekriegt, und Streits um Rassismus und Sexismus in gemischten Antira-zusammenhängen. Das ist so mein Erfahrungshintergrund.

  34. Gravatar Icon 34 perry 23. April 2007 um 9:03 Uhr

    Nicht alle sind auf eure antirassistische Sozialarbeitertätigkeit angewiesen. Zum Glück!

  35. Gravatar Icon 35 perry 23. April 2007 um 9:11 Uhr

    [quote post=“45″]Ich gebe zu, dass ich von Heteronormativität relativ wenig Ahnung habe.[/quote]

    Wie willst du dich dann mit anderen Leuten darüber auseinandersetzen? Im Übrigen: du gehst einfach davon aus, dass ihr weißen Antirassisten weniger homophob seid als euer Missionierungsobjekt. Schon allein die Unterstellung finde ich ziemlich strange …

  36. Gravatar Icon 36 bikepunk 089 23. April 2007 um 12:06 Uhr

    Die Selbstdarstellung meinerseits war Reaktion auf die Anpisse und Unterstellungen deinerseits. Hilft nix, schon kommen neue Unterstellungen (Missionar, ich würde mir einbilden weniger homophob zu sein als Leute mit denen ich Politik mache, selbstgerecht) und Nebenschauplätze (Sozialarbeiter). Darauf eingehen hilft wohl nix, also zur Sache – vielleicht kommt doch noch so was wie klarheit hier rein, wenn nicht dann wohl nicht.

    Mit meinem ersten Posting wollte ich sagen:
    Wenn du (nicht du, perry, sondern ein_e x beliebe_r Leser_in) aus irgeneinem Grund als erstes Ziel in deinem Kampf die Homophobie z.B. die Ahmadiyya Gemeinde auserkoren hast, musst du erstmal irgendwie in die Position kommen um dich zu streiten. Aus der Position „Vertreter_in der weissen Dominanzgesellschaft“ heraus geht es nicht, Gründe siehe oben bei perry. Vielleicht geht es in irgendeinem, dann konkret auszuhandelndem, Bündniss. Vielleicht geht es auch garnicht.
    Gequäke darüber dass ibestimmte Migrant_innen (oder andere rassistisch ausgegrenzten, wurst wie lange sie hier leben) ja ach so homophob oder was weiss ich seien ist solange Wasser auf die rassistischen Mühlen, wie es von einem sozialen Ort aus erfolgt der primär weiss/deutsch ist.
    Konkret addressiert war das eher an die Antideutschen, die so gerne quäken. So unklar habe ich das nicht geschrieben, ich glaube nach wie vor dass bei dir irgendwelche Projektionen mich bezüglich am Start sind.

  37. Gravatar Icon 37 bikepunk 089 23. April 2007 um 15:52 Uhr

    Nachtrag: Was ich meine nochmal am Beispiel der Berliner Grünen – Wenn die Gewährung oder der Entzug von antirassistischer Solidarität zum taktischen Mittel wird, wäre es bekloppt und heuchlerisch sich zu beklagen wenn das zurücknehmen bestimmter doofer Äusserungen auch rein taktisch passiert.

  1. 1 f*cking queers Trackback am 26. April 2007 um 20:48 Uhr
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