Zur Kritik der Ethnisierung antischwuler Gewalt am Beispiel Jörg Fischers

Der schwule Journalist Jörg Fischer hat einen langen und einigermaßen ungewöhnlichen Weg hinter sich. Bis 1991 Redakteur der „Nationalzeitung“, dem Presseorgan der rechtsextremen DVU, gelang es ihm nach seinem Bruch mit der organisierten Neonazi-Szene, sich bei zahlreichen Stiftungen und Institutionen als gefragter Rechtsextremismus-Experte zu profilieren. Gleichzeitig suchte er nach einer neuen politischen Heimat, zunächst in der PDS, dann in der trotzkistischen (und moderat antizionistischen) SAV. Doch auch das ist längst passé, denn Fischer wechselt seine Überzeugungen offenbar schneller als seine Hosen. Deshalb macht er, zum Fan der bürgerlichen Demokratie und des “freien Westens” geläutert, sich gerade zum Lautsprecher der israelischen Außenpolitik.

Diese Hintergründe erklären ein bisschen, warum Fischer plötzlich wieder in die altbewährte Kiste der Ausländerbedrohungsszenarien greift. Wenn der Islamismus für Israel eine Gefahr ist, dann soll es der Islam auf einmal auch für deutsche Homos sein. Offenbar geht es Fischer und dem ihn publizierenden Online-Magazin Hagalil darum, eine Art Interessenkonvergenz zwischen Schwulen und Israelis auf dem Rücken der hier lebenden türkischen Migrant_innen zu konstruieren, die mit dem Nahostkonflikt doch eigentlich gar nichts zu tun haben. (Tatsächlich ist die Türkei einer der wenigen Verbündeten Israels, was aber Fischer in seiner pauschalen Feinderklärung gegen Muslime herzlich wenig zu stören scheint.)

Doch schauen wir uns Fischers fraglichen Hetzartikel etwas näher an. So heißt es dort einleitend:

Gewalt gegen schwule Männer geschieht in Deutschland wesentlich öfter, als bislang angenommen. Und: Obwohl nicht danach gefragt wurde, gaben 16 Prozent der Opfer an, dass die Täter einen Migrationshintergrund hatten, die tatsächliche Prozentzahl dürfte wesentlich höher sein.

Wofür es relevant sein soll, ob die Täter einen „Migrationshintergrund“ hatten, eine Brille trugen oder Bairisch sprachen, verrät uns Fischer hier noch nicht. Wenn 16% der Schwulen als besonderes Tätermerkmal „Kanake“ hinschrieben, obwohl sie gar nicht danach gefragt wurden, dann wäre dies zunächst ein Hinweis darauf, dass ein großer Teil der „Community“ zu ethnonationalistischen Sortierungen und rassistischen Beschuldigungen neigt.

Doch Fischer problematisiert das nicht. Er nimmt die Zahl als Hinweis dafür, dass Migrant_innen unter den Täter_innen tatsächlich überrepräsentiert wären, obwohl es dafür eigentlich eines statistischen Vergleiches mit der Grundgesamtheit bedürfte. Doch solche Vergleichsziffern sucht man bei Fischer vergeblich. Kein Wunder, denn welche sollten das auch sein? Woran wollte man die vorgebliche „Überrepräsentation“ messen? Am „Ausländer“anteil in der BRD? Aber das setzte eine gleichmäßige Verteilung von Migrant_innen und Schwulen über das gesamte Bundesgebiet voraus. Tatsache ist jedoch, dass Schwule vor allem in den Großstädten leben — wie Migrant_innen auch. Und sie leben dort nicht irgendwo (also etwa in Marzahn), sondern sie leben in den Innenstadtkiezen wie Kreuzberg und Schöneberg, die zufälligerweise auch die Lebensorte der meisten Berliner Migrant_innen sind. Dasselbe gilt für Metropolen wie Hamburg und seinen Stadtteil St. Georg: Schwule leben fast überall dort, wo auch die überwiegende Zahl der Migrant_innen lebt. Und das ist kein Zufall: beide sind aus der deutschen Gesellschaft ausgespuckt worden. Auf dem Land wäre das Leben für Schwule (und Migrant_innen) ebenso die Hölle wie in Lichtenberg oder irgendeinem beliebigen Hamburger Vorort. Schwule und Migrant_innen leben also an denselben Orten, und das macht statistische Vergleiche auf der Basis allgemeiner Bevölkerungsdaten zu einem schlechten Witz.

Aber das ist nicht alles: Gewalttaten gehen vor allem von Gruppen 15- bis 25-jähriger Männer aus, wie die Studie ebenfalls gezeigt hat. Doch es ist genau diese Kohorte, in der Migrant_innen überproportional vertreten sind. In einem traditionellen Schwulenkiez wie Kreuzberg könnte der Anteil junger Migrant_innen in ihrer Altersgruppe sogar an die 40% betragen. Selbst wenn die Täter hier zu 30% Menschen mit Migrationshintergrund wären, müsste der Befund lauten: Migranten sind bei Gewalttaten gegen Schwule eindeutig unterrepräsentiert. Hat Fischer diese Möglichkeit in Betracht gezogen? Wohl kaum, denn er ist auf Beschuldigung und Krawall aus.

Deutsche und Nichtdeutsche nach Altersgruppen
Diagramm: Altersbaum nach Deutschen und Nichtdeutschen

Aber die statistische Spielerei geht noch einen Schritt weiter: Würde man all dies beachten — was ich schon an sich für völlig undurchführbar hielte, zumal aus der Sicht eines Laien wie Fischer —, dann hätte man noch immer mit einer ganz entscheidenden begrifflichen Inkompatiblität zu kämpfen: Die Opfer antischwuler Gewalttaten identifizieren „Ausländer“, anders als die Bevölkerungsdaten, nicht durch ihre Staatszugehörigkeit, sondern an ihrem Aussehen. Für sie sind Männer auch dann „Nichtdeutsche“ oder „Kanaken“, wenn sie, wie die meisten türkischen Jugendlichen, hier geboren wurden und längst den deutschen Pass haben. Wie sollte man diesen „Störfaktor“ wohl aus den Statistiken herausrechnen? Das ist überhaupt nicht möglich!

Selbst also dann, wenn Fischers Behauptung stimmte, dass die 16% gar nicht den wirklichen Anteil von Migrant_innen an antischwulen Gewalttaten erfassten, sondern eine riesige „Dunkelziffer“ offenließen, könnte man noch immer keine Entscheidung darüber treffen, ob „Menschen mit Migrationshintergrund“ bei homophoben Übergriffen nun über- oder unterrepräsentiert sind. Aber das ist auch gar nicht der Witz bei der Sache: der Verweis auf fiktive „Dunkelziffern“ dient zur Konstruktion einer Bedrohung durch „dunkelhäutige Menschen“. Fischer hat sein Handwerk bei der DVU eben ganz ausgezeichnet gelernt!

Doch in einer weiteren Passage verknüpft Fischer seine alte Ausländerfeindlichkeit nun mit seinem neuen Beruf als konservativer Israel-Lobbyist und Kämpfer wider die islamistische Bedrohung. Er schreibt:

Frühere Befragungen, die nach Migrationshintergrund von Tätern fragten, hatten bereits ergeben, das vor allem Rußland-Deutsche und Personen mit einer islamistischen Sozialisation überdurchschnittlich stark in der Tätergruppe vertreten sind.

Welche Befragungen das sein sollen, verrät uns Fischer nicht. Tatsächlich gibt es keine Gewaltstudie, die in der Lage wäre, die „islamistische Sozialisation“ von Tätern zu erfassen, da die Beschreibung von Tätermerkmalen ausschließlich auf den subjektiven Zuordnungen der Opfer beruht. Wie das whk anhand der Fallberichte des Schwulen Überfalltelefons Berlin zeigte, bestehen diese fast durchweg in vagen ethnischen Beschuldigungen wie den folgenden:

„vier junge Männer, mutmaßlich italienischer, vielleicht aber auch rumänischer oder albanischer Abstammung …“

„4 junge Männer um die 20, mit der Mundart der in Berlin lebenden Türken …“

„Zwei Griechen, die auch fließend türkisch sprechen“

Mit einem Wort: Jörg Fischer träumt! Aber dies ist nicht die einzige Schwindelei, bei der es bleibt. Eine weitere lautet:

Wie Beobachter und Experten bestätigen, wird gerade in der islamistischen Rap-Musik, die vor allem von Jugendlichen privat und in islamistischen Jugendzentren konsumiert wird, eine massive Hasspropaganda betrieben. Die Feindbilder sind hierbei hauptsächlich Juden und Schwule.

Tatsächlich gibt es das Genre „islamistische Rap-Musik“ überhaupt nicht. Jörg Fischer erfindet hier einfach etwas, von dem noch niemand außer ihm gehört hat. Ein kurzer Blick auf Google erhärtet dies: islamischer oder islamistischer Rap ist ein nahezu inexistentes Phänomen. Der einzige in der BRD bekannte Rapper mit politisch-islamischen Liedern ist Ammar. Aber in seinen Texten sucht man nach einem Topos wie „Homosexualität“ ganz und gar vergeblich. Schwulenfeindlichkeit ist, wie das Beispiel von Bushido oder Aggro Berlin zeigt, ein Merkmal von säkularem, nicht von religiösem Rap. Wieder spinnt sich Jörg Fischer etwas zusammen, das in der Realität keinerlei Halt findet. Doch weiter im Text:

Auch in den Fernsehsendern islamistischer Terroristen, die in arabischen Ländern produziert und ausgestrahlt, jedoch auch in der Bundesrepublik empfangen werden können, sind stets Schwule und Juden neben „dem dekadenten Westen“ die Hauptfeindbilder.

Auch dafür bleibt Jörg Fischer Beweise schuldig. Noch nicht einmal MEMRI, das regelmäßig über solche Themen berichtet, würde sich zu der abstrusen Behauptung versteigen, dass Schwule neben Juden das „Hauptfeindbild“ islamistischer Fernsehsender wären. Aber selbst wenn dies der Fall wäre: die meisten Türken — und diese stellen unzweifelhaft die Mehrheit der hier lebenden Muslime — verstehen überhaupt kein Arabisch! Wie sollten sie von solchen Fernsehsendern also beeinflusst werden? Fischer hat sich auch hier eine These aus den Finger gesogen, die nicht einmal den einfachsten logischen Überlegungen standhält.

Aber wie steht es mit den folgenden Aussagen:

So werden etwa in den palästinensischen Autonomiegebieten Homosexuelle per se als „Spione Israels“ denunziert und zum Lynchen freigegeben, auf der anderen Seite wird dem israelischen Staat unterstellt, die „Krankheit Homosexualität und Aids in der arabischen Welt systematisch zu verbreiten.“ Bekanntlich ist Israel der einzige Staat in der Region, in der Homosexualität vollkommen legal ist und die Gleichberechtigung der Homosexuellen ist in Israel wesentlich weiter vorangeschritten als beispielsweise selbst in der Bundesrepublik Deutschland. Dies hatte auch zur Folge, dass seit dem Machtantritt der terroristischen Hamas Hunderte schwule und lesbische Palästinenserinnen und Palästinenser aus den Autonomiegebieten nach Israel flohen und sich im jüdischen Staat in Sicherheit brachten vor Verfolgung, Terror und Mord.

Ich mache es hier kurz und zitiere zu diesem besinnungslosen Stakkato von Propaganda-Floskeln, die eigentlich schon gar nichts mehr mit dem Thema zu tun haben, einen Text von Blair Kuntz, der zahlreiche dieser Mythen einmal gründlich auseinandergenommen und der Realität entsprechend wieder zusammengesetzt hat. Was dabei von Fischers Behauptungen übrig bleibt, überlasse ich dem Urteil der geschätzten Leserin — und der vielleicht einsetzenden Diskussion:

The first defect in the argument is that it neglects Israel’s own homophobic past. […] As fellow victims of the Nazi Holocaust, gays might have thought that the establishment of the nascent Jewish state would have been sympathetic to gays within the new state. Instead, the newly-created entity enacted its own anti-sodomy law, and because of the influence of religious Judaism, lesbian and gay Jews were denied the right of Jewish return. Moreover, the decades following the establishment of the Jewish state emphasized family and reproduction to increase the Jewish population and were hardly a paradise for gays and lesbians. […]

Israel’s anti-sodomy law was only removed in 1988, far after many other western nations had removed theirs (8). Even then, to pass the law, liberal Knesset members called the vote in the middle of the night when they knew that religious Knesset members would not be present (9). Many years after the law was passed, Israeli politicians routinely uttered homophobic remarks, most prominently Israeli president Ezer Weizman who denounced homosexuals in 1996 while addressing high-school students stating: “Homosexuality is abnormal from a social point of view…I personally do not accept this business of everyone coming out of the closet. It seems to me to be weird (10).” In 1999, then Health Minister Schlomo Benirzi, a member of the ultra-Orthodox Shas party, proclaimed Dana International, the transsexual singer who won the Eurovison song festival, “an abomination” (11).” Most recently, this year an Israeli rabbi, David Basri, has blamed avian flu on election campaigns promoting gay marriage (12), while leaflets advocating “death to Sodomites” have been distributed in Jerusalem’s ultra-orthodox Jewish neighborhoods. Clearly, despite the passage of gay rights laws, there are still many people in Israel who don’t like lgbt people.

Given that homosexuality was hardly universally accepted in Israel, and indeed was more likely to be the object of disdain, many academics have posited that instead of demonstrating remarkable tolerance, the granting of gay rights can be explained as Hagai El-Ad, the Executive Director of Jerusalem’s lgbt community center The Open House notes, “the closing of the ranks among the Jewish majority in the face of a common Arab enemy (13).” Jewish gay activists gained acceptance by convincing the wider public that they were patriotic citizens. As Ruti Kadih notes, lesbians presented themselves as mothers who have performed their Zionist task, while gay males presented themselves as soldiers who wanted to serve their country like everyone else (14). Thus, as Joshua Gamson explains: “Gays and lesbians have fast become not-Other by emphasizing not just their similarity to straights but their difference from the ultimate Other (i.e. the Arabs) in Israel (15).”

[…]

Meanwhile, gays who have fled the Palestinian territories will never be granted the rights of refugees because granting such rights to Palestinian gays is also seen as attempting to gain a “creeping right of return.” Indeed, while gay men have fled the West Bank and Gaza—and meanwhile, far more gays probably go to Amman, Jordan than to Israel—what is less documented is Israel’s own role in creating homophobia in Palestinian society through the blackmailing of gay Palestinians. As with Palestinian children, recruiting Palestinian gays as collaborators is part and parcel of Israel’s policy to maintain control over Palestinian territory. The Israeli secret police often exploit gay Palestinians by coercing them into working undercover to gather information about other Palestinians (24). Those accused of being collaborators are at risk of stigmatization, exclusion, and occasionally retaliation. Gays identified as collaborators stigmatize gay men in general, and collaborators of all stripes are shown little mercy, especially when they are connected to serious incidents leading to the death of other Palestinians. Thus, if gays meet a violent end it is not clear whether they are killed because they are gay or because they are seen as informers.

Unfortunately, while Israeli defenders laud their country’s liberal gay rights policies, Israel has done nothing to protect gay runaways. Most runaways came during the period of the Oslo accords, but none have been granted official residence status or asylum. In fact, Israeli police have expelled several dozen gay runaways at West Bank and Gaza checkpoints, and have arrested Palestinian gay runaways and sent them back to the West Bank. Persecution for sexual orientation warrants asylum under the United Nations High Commissioner for Refugees covenant to which Israel is a signatory, but it has never accepted a gay Palestinian’s refugee appeal. Indeed, Israel has never granted refugee asylum to any Palestinian, gay or straight, not even to those who make a credible claim that they will be killed if they are sent back to the West Bank or Gaza. As Kathleen Peratis of Human Rights Watch notes, the only exception for this is for people who “identify with the State of Israel and its goals” and who “performed a material act to advance the security of the state”—in other words, collaborators (25).

The Nationality and Entry into Israel law, the same law which denies the rights of Israeli Arab citizens to marry Palestinians living in the West Bank and Gaza, according to Human Rights Watch, has in fact led to a crackdown on gay Palestinians in Israel. Now, no official status is possible, so most gays who do find their way to Israel soon find themselves objects of police protection and are arrested and summarily expelled. Obviously, in contrast to the claims of pro-Israeli defenders, Palestinian gays are no more welcome or protected in Israel than heterosexual Palestinians. Both are seen as demographic threats to the Jewish population, and all of Israel’s high-sounding words about protecting gays are revealed as empty rhetoric.

[…]

Indeed, when the pro-Israeli supporters deride homophobia in the Moslem world, they reveal—often comically—their own racism and obvious ignorance. Certainly, for example, the American actions at Abu Ghraib prison in which American soldiers fixated on simulating homosexual relations among Iraqi male prisoners reveal more about Americans’ repressed homosexual desires than they will ever reveal about Arabs or Moslems. Furthermore, a cursory look at the history of same-sex relations in the Muslim world would reveal that until recently, at least, Muslim cultures have demonstrated a far greater tolerance for same-sex relations than their Judeo-Christian counterparts (31). In contrast to their Christian counterparts there is no similar history of medieval witch-hunts and the burning of homosexuals at the stake. In contrast, as Assad Abu Khalil notes, “the regularity and apparent legitimacy of homosexual relations were seen by Medieval Christians as evidence of the moral decadence of Moslems (32).” The region of the world with the most visible and diverse homosexualities was not Europe, but North Africa and southwestern Asia (33).


39 Antworten auf “Zur Kritik der Ethnisierung antischwuler Gewalt am Beispiel Jörg Fischers”


  1. Gravatar Icon 1 Serdar 24. Mai 2007 um 8:03 Uhr

    Als ich Fischers Artikel las, dachte ich mir Lysis du bist gefragt. Fischer hat so seine Ersatzreligionen, die er ständig wechselt. Wohl bekommts.

  2. Gravatar Icon 2 Brupp 24. Mai 2007 um 10:32 Uhr

    Das Problem ist, das Du „Sachen“ angeblich „widerlegst“ die gar nicht in dem Artikel stehen. Und Vorwürfe erhebst, die absurd sind.

    Natürlich gibt es Rap-Musik in der islamistischen Szene, darüber gibt es auch Material wie CD und ähnliches. Es gab hierzu auch schon Artikel bei haGalil und mut-gegen-rechte-gewalt. Ebenso zu der Verfolfgung und Ermordung von Schwulen.

    Interessant ist aber eines vor allem:

    Du kleines Würstchen bist zu feige, deinen Namen zu nennen, den entsprechenden Artikel zu verlinken und auf die Website von Fischer zu verweisen, wenn Du sie schon erwähnst. Warum wohl? Klar, du lügst und betrügst. Und von wem wirst Du bezahlt?

  3. Gravatar Icon 3 lysis 24. Mai 2007 um 12:33 Uhr

    Du kleines Würstchen bist zu feige, deinen Namen zu nennen,

    Und warum nennst du nicht deinen Namen?

    den entsprechenden Artikel zu verlinken und auf die Website von Fischer zu verweisen

    Beides habe ich getan.

    Warum wohl? Klar, du lügst und betrügst. Und von wem wirst Du bezahlt?

    Vom Mossad natürlich!

  4. Gravatar Icon 4 lysis 24. Mai 2007 um 14:48 Uhr

    Von Fischers Homepage:

    Es sollte aber gleichermaßen klar sein, dass die Religion auch einen wichtigen Bestandteil des Gegenmittels zu moralischem Verfall darstellt.

    Na, guten Appetit!

  5. Gravatar Icon 5 Brupp 24. Mai 2007 um 18:21 Uhr

    Wenn man den Artikel durchliest, merkt man das es antirassistisch ist. Rassismus ist das, was Du machst.

    Zu dieser Methode gehört auch, Zitate aus dem Zusammenhang zu reisen. Wo und in welchem Kontext steht den das letzte Zitat, das Du hier anführst? Die Methode ist bekannt, man kann sie jede Woche in der Nationalzeitung sehen, die arbeiten auf die gleiche Weise. Aber Rinks und Lechts kann man ja nicht verwechseln, oder?

    Und deshlab auch die „Vorsichtsmaßnehme“ hier, das Kommentare erst freigeschaltet werden müssen, bevor sie erscheinen können.

  6. Gravatar Icon 6 bikepunk 089 24. Mai 2007 um 19:23 Uhr

    „Wenn man den Artikel durchliest, merkt man das es antirassistisch ist…“
    Woran? Am letzten Alibi-Absatz?

    Es ist Rassismus, wenn man ein Problem leugnet, nur weil Personen mit einem Migrationshintergrund als Täter beteiligt sind. Es ist kein Rassismus, wenn man Migranten und Nicht-Migranten gleich behandelt – und dazu gehört, die Probleme die es gibt sachlich beim Namen zu nennen. Nur so kann man gemeinsam an Lösungen arbeiten.

    Erstmal mit viel falschen Zahlenspielchen und noch fälscheren Kategorisierungen das Bild vom „homophobem Islamofaschisten“ aufbauen, der dann flugs zum Alleinvertreter aller wird, die irgendwie als Muslim_a oder orientalisch identifiziert werden. Der Name, bei dem die Dinge „sachlich genannt“ werden, ist klar: „Islamofaschismus“ gegen den „freien Westen“, nebst Stellvertreter Israel. Rassistischer Clash of Cultures Scheiss halt.

  7. Gravatar Icon 7 ascetonym 24. Mai 2007 um 19:28 Uhr

    Sach mal, Brupp, wo lernt man denn so argumentieren? Das ist doch kindisch, dem hier geschriebenen immerzu mit Kommentaren des Inhalts „Selber doof!“ und „Ich nicht! Aber Du!“ zu entgegnen.

  8. Gravatar Icon 8 birdy 24. Mai 2007 um 19:34 Uhr

    Normalerweise bin ich gegen Klassismus, aber wenn ich mir die Verteidiger Fischers so durchlese, kommt bei mir unfreiwillig die Assoziation, dass man schon an deren Beiträgen erkennen kann, was für Leute so eine Scheiße anhängen und auf wen Fischers Propaganda zielt.

  9. Gravatar Icon 9 beaver 24. Mai 2007 um 19:54 Uhr

    @ Brupp:

    Quelle und Kontext des Zitats findest Du, wenn Du Lysis‘ link folgst. Es sollte Dich keine 30sec kosten, den Satz zu finden. Dass es eine „rassistische Methode“ (oder ist für Dich Rassismus eine Methode? Du bleibst da leider etwas unscharf…) sein soll und irgendwie schon verdächtig, wenn man Zitate aus dem Zusammenhang reisst, ist aber nun doch wirklich totaler Quatsch. Wer als Autor ernst genommen werden will, der wird nicht noch an anderer Stelle, schon gar nicht im selben Text, das Gegenteil von sich geben.
    Das hat Fischer aber auch gar nicht nötig, um sich lächerlich zu machen. Der nächste Satz (ein wenig mehr Kontext, extra für Brupp):
    „Diejenigen, die die Religion beschuldigen „alles zu vergiften“, scheinen zu vergessen, dass die Ideologien, die für die Massenmorde des letzten Jahrhunderts verantwortlich waren, der Nazismus und der Kommunismus, die Religion als ihren Erzfeind betrachtet haben.“
    Hammer Argument für eine positive Stellung zur Religion! Weil andere, die ich als meine Feinde sehe, sie zum Feind erklärt haben, KANN sie ja nur gut sein. Nicht aufgrund dessen, was sie ist oder tut, sondern nur weil man die gleichen Gegner hat. Das ist schon ziemlich blöd.

    Und noch ganz kurz zu Deiner Zensurbefürchtung: wie Du siehst, wurde Dein Kommentar freigeschaltet! Zur Notwendigkeit der Administration von Kommentarbereichen kannst Du Dich ja mal bei der Suchmaschine Deiner Wahl anhand der Begriffe „spam“ oder „troll“ schlau machen.

  10. Gravatar Icon 10 Brupp 24. Mai 2007 um 20:21 Uhr

    Nein, diese Gleichung „Islamist = Muslime/Muslima oder >orientalischer Herkunft> macht auschließlich ihr. Der Artikel macht es eben nicht. Kann es sein, das ihr dem Autoren genau das unterstellt, was das Problem eigentlichj bei Euch selber ist?

  11. Gravatar Icon 11 cliff 24. Mai 2007 um 21:39 Uhr

    …wie, lysis wird bezahlt? ;) Wenn es hier schon darum geht, Jörg Fischer zu dissen, dann möchte ich mal in Erinnerung rufen, dass der Gute zusammen mit dem junge Welt Schreiber Markus Bernhardt ein Buch zum Thema „Schwule Nazis“ rausbringen wollte…

  12. Gravatar Icon 12 lysis 24. Mai 2007 um 21:43 Uhr

    Ja, es will mich leider keiner bezahlen. Aber für 500 Mücken nehm ich den Artikel offline, Jörgi! ;)

    Meine Einstellung ist nämlich die:D

  13. Gravatar Icon 13 Brupp 24. Mai 2007 um 22:35 Uhr

    Der „Widerleger“ stellt doch Behauptungen auf, die er keineswegs belegt. Auch seine homophoben Ausfälle, Schwule würden, wenn sie Opfer von Gewalt werden, die Täter als „Kanacken“ bezeichnen, ist doch bezeichnend.
    Und: Der hier angeführte Text ist m.E. nichts anderes als die Erklärung der Bedeutung eines jüdischen Festes. In Zeiten steigenden Antisemitismus finde ich das schon mal sinnvoll.

    Passend:
    http://www.israeli-art.com/satire/wolf.htm

    Und warum jetzt erst dieser Ausbruch? Es gibt seit Jahren Artikel des betreffenden Autors nicht nur bei Hagalil, sondern auch in anderen jüdischen Medien. Und warum wird nicht auch mut-gegen-rechte-gewalt.de angegriffen, die die Sache zuerst publizierten? Hat Fischer doch recht, als er bei mut-gegen-rechte-gewalt schon vor über einem Jahr die „Querfront gegen Israel aus Neonazis, Islamisten und Nationalbolschewisten“ beschrieb, die sich auch gegen den Westen und gegen die Moderne richtet?

  14. Gravatar Icon 14 abdel kader 24. Mai 2007 um 23:28 Uhr

    [quote comment=“653″]Normalerweise bin ich gegen Klassismus, aber wenn ich mir die Verteidiger Fischers so durchlese, kommt bei mir unfreiwillig die Assoziation, dass man schon an deren Beiträgen erkennen kann, was für Leute so eine Scheiße anhängen und auf wen Fischers Propaganda zielt.[/quote]

    Bloedsinn.
    Welches Bildungsniveau dieser Typ hat ist ja erstmal ziemlich egal.
    Vielleicht ist es ja ein legasthenischer Akademiker.
    Wenn er aber ein niedriges Bildungsniveau haben sollte, dann hat er einen „Elitendiskurs“ („die Moslems sind alle homophob“) uebernommen, ganz aehnlich wie die Buergerinitiative gegen die Moschee in Pankow Heinersdorf. Auch weniger gebildete RassistInnen machen jetzt auf „Islamkritik“.

    Rassisten sind auf jedenfall nicht deshalb Rassisten, weil sie ungebildet sind.

  15. Gravatar Icon 15 lysis 24. Mai 2007 um 23:34 Uhr

    Der „Widerleger“ stellt doch Behauptungen auf, die er keineswegs belegt.

    Welche denn?

    Auch seine homophoben Ausfälle, Schwule würden, wenn sie Opfer von Gewalt werden, die Täter als „Kanacken“ bezeichnen, ist doch bezeichnend.

    Erstens: Kommst du dir nicht selber dabei blöd vor, auf einem schwulen Blog Homophobie-Vorwürfe gegen die Autoren auszuteilen?

    Zweitens: Warum sollten Opfer antischwuler Gewalt nicht rassistisch unterwegs sein? Meinst du, die ham ’ne Freifahrkarte, Leute zu rassifizieren, weil sie Gewaltopfer sind? Im Übrigen waren es ja die Macher der Studie, die extra ein Feld offen gelassen haben, um solche Antworten zu provozieren. Das sind also die eigentlichen Rassisten. An Bastian Finke, der die Studie vorgestellt hat, kann man das auch sehr schön demonstrieren. Der macht seit zwanzig Jahren nix anderes, als gegen „Ausländer“ zu hetzen.

    Und: Der hier angeführte Text ist m.E. nichts anderes als die Erklärung der Bedeutung eines jüdischen Festes. In Zeiten steigenden Antisemitismus finde ich das schon mal sinnvoll.

    Mit religiöser Folklore gegen Antisemitismus? Mein Gott, und du bist wirklich Chef von „Mut gegen rechte Gewalt“?

    Und warum jetzt erst dieser Ausbruch? Es gibt seit Jahren Artikel des betreffenden Autors nicht nur bei Hagalil, sondern auch in anderen jüdischen Medien.

    Wirklich? Da muss ich mal glatt recherchieren, was du sonst noch alles verbrochen hast. Aber eigentlich bist du mir nicht wichtig genug. Du bist nur ein Exempel, das ich stellvertretend vorgeführt habe.

    Und warum wird nicht auch mut-gegen-rechte-gewalt.de angegriffen, die die Sache zuerst publizierten?
    Erstens: Ich habe auch „Mut gegen rechte Gewalt“ schon für seinen rassistischen Dreck attackiert. Wenn du mir Geld dafür gibst, mach ich über diese feine Initiative, die unter dem Titel „gegen Rechts“ ausgerechnet über die Opfer rechter Gewalt herzieht, gern eine eigene Artikelserie.

    Aber der Grund, warum ich den Artikel auf Hagalil attackiert habe und nicht auf „Mut gegen rechte Gewalt“ (woher soll ich wissen, wo du deinen Dreck überall publizierst?), ist einfach der, dass ich ihn dort gefunden habe. So einfach ist manchmal die Realität, wa? Aber nein, der Herr Ex-Nazi braucht natürlich eine Verschwörungstheorie:

    Hat Fischer doch recht, als er bei mut-gegen-rechte-gewalt schon vor über einem Jahr die „Querfront gegen Israel aus Neonazis, Islamisten und Nationalbolschewisten“ beschrieb, die sich auch gegen den Westen und gegen die Moderne richtet?

    Hahaha! Du bist so dumm, dass es brummt. Besser für mich, du wärst Nazi geblieben. Dann müsste sich jetzt die Antifa mit deinen Hasstiraden gegen Migrant_innen und Antirassist_innen beschäftigen und nicht ich.

  16. Gravatar Icon 16 lysis 24. Mai 2007 um 23:44 Uhr

    PS: Ich hab mich schon gegen Antisemitismus und Rassismus engagiert, da warst du noch bei der „Liga für Volk und Heimat“!

  17. Gravatar Icon 17 abdel kader 24. Mai 2007 um 23:47 Uhr

    Der hier angeführte Text ist m.E. nichts anderes als die Erklärung der Bedeutung eines jüdischen Festes. In Zeiten steigenden Antisemitismus finde ich das schon mal sinnvoll.

    Antisemiten hoeren doch nicht auf, Antisemiten zu sein, wenn sie moeglichst viel ueber das Judentum wissen. Man muss doch die Ideologie des Antisemitismus angreifen und erklaeren.
    Adorno hat da mal was dazu geschrieben.
    Du gehst aber davon aus, dass Antisemitismus lediglich eine Fehleinschaetzung von Juden ist, die man dadurch bekaempfen koennte, indem man lediglich ein positives oder genaueres Bild von Juden vermittelt. Mit einfach nur genauerer Information kann das aber nicht funktionieren, genauso wenig wie bei Rassismus

    Ist Brupp eigentlich Joerg Fischer himself?

  18. Gravatar Icon 18 beaver 24. Mai 2007 um 23:48 Uhr

    Eigentlich war ich ja, nach cliffs Hinweis, auf der Suche nach Infos zum nie erschienenen Buch „Schwule Nazis“. Aber da ist mit kurzer Inet-Recherche nicht viel mehr, als der geplante Klappentext, zu finden. Statt dessen stieß ich auf einen Aufruf zum X-Berger CSD im Jahre 2001, der ähnliche Schummeleien wie Lysis oben, kritisiert:

    Während Straftaten von „AusländerInnen“ aus einer konstruierten „fremden Kultur“ heraus erklärt werden, handeln ‚Deutsche‘ in den Augen derjenigen, die die Kriminalreporte erstellen, als Individuen, bei denen kein Hinweis auf ihre „ethnische Herkunft“ erfolgen muß. Gleichzeitig werden soziale Faktoren – wie etwa die häufigere Unterschichtzugehörigkeit von MigrantInnen – konsequent ausgeblendet. Ja noch nicht einmal zwischen Raubüberfällen und gezielt gegen Schwule gerichteten Haßverbrechen, bei denen eindeutig ‚deutsche Täter‘ dominieren, wird unterschieden.

    Anpassung durch Diskriminierung

    Das Schwule Überfalltelefon und einige jugendliche MigrantInnen versuchen, sich durch Rassismus bzw. Homophobie der Zugehörigkeit zur Mehrheit zu versichern und ihre gemeinsame Ausgrenzung durch das postfaschistische Deutschland vergessen zu machen. Wenn Mann-O-Meter „AusländerInnen“ als besonders homophob darstellt, erscheint die ‚deutsche‘ Bevölkerung so auf einmal als lesben- und schwulenfreundlich. Laut einer EMNID-Umfrage aus diesem Jahr ist dies freilich eine Illusion. Zwei Drittel der ‚deutschen Männer‘ stehen Homosexuellen ablehnend gegenüber, und vier Fünftel hätten Probleme mit einem eigenen lesbischen oder schwulen Kind.

    Dem ersten Satz unter "Anpassung durch Diskriminierung" stehe ich allerdings ein wenig skeptisch gegenüber. Homophobie und Rassismus sind (deutsche) Normalität, aber ob es Mann-O-Meter bei ihrem Rassismus und den Migranten bei ihrer Homophobie wirklich primär um Anbiederung an den deutschen Gesinnungsmainstream geht, kann ich nicht beurteilen. Der Rassist wird wohl immer noch was gegen den Migranten haben, auch wenn ihm dessen Schwulenhass vertraut erscheint und andersherum.

  19. Gravatar Icon 19 beaver 24. Mai 2007 um 23:53 Uhr

    Ooops, Link zum Artikel vergessen.

  20. Gravatar Icon 20 lysis 25. Mai 2007 um 0:04 Uhr

    Danke, Beaver, das Flugblatt hab ich vor sechs Jahren geschrieben, und es hat sich seitdem leider nichts an der Argumentation von Leuten wie Fischer und Finke geändert. Drei Jahre später schrieb ich übrigens diesen Text:

    Die Kulturalisierung der Homosexuellenverfolgung zur »Eigenart« der islamischen Welt hat aber auch für arabisch-türkische MigrantInnen in Deutschland ganz praktische Auswirkungen, indem auf sie das Bild ihres Herkunftslandes projiziert wird. Dabei wird gerade so getan, als lebten türkischstämmige Jugendliche hierzulande nach komplett anderen kulturellen Regeln als ihre deutsch aufgezüchteten Altersgenossen. So schreibt etwa Alexander Zinn vom »Lesben- und Schwulenverband in Deutschland« (LSVD), dass es »besonders Jugendlichen aus islamisch geprägten Ländern […] aufgrund ihrer kulturellen und religiösen Prägung« schwer falle, »die homosexuelle als gleichwertige Lebensform anzuerkennen.« [19]

    Solche spekulativen Aussagen berufen sich hauptsächlich auf die Berichte des Schwulen Überfalltelefons Berlin, die eine erhöhte Beteiligung von »ausländischen« Jugendlichen an homophoben Gewalttaten registrieren. Andere Erklärungen geraten dabei jedoch aus dem Blick. So werden MigrantInnen der zweiten oder dritten Generation auch dann stereotyp als »Ausländer« identifiziert, wenn sie längst den deutschen Pass haben. Schon allein deshalb ist der Vergleich zwischen Bevölkerungsdaten und der subjektiven ethnischen Zuordnung der Täter durch ihre Opfer unzulässig. Darüber hinaus werden MigrantInnen generell häufiger angezeigt, während sich der Tatvorwurf vor Gericht seltener erhärten lässt. Hinzu kommt das jüngere Durchschnittsalter sowie die in wesentlich höherem Maße gegebene Unterschichtzugehörigkeit – beides mit der Gewalttendenz in der Bevölkerung unmittelbar zusammenhängende Faktoren.

    In den meist sehr unseriösen, weil aus politischen Gründen geführten Statistiken zu antischwuler Gewalt werden neben schwulenfeindlichen Übergriffen auch ökonomisch motivierte Raubüberfälle registriert, bei denen die Opfer zu etwa 50 Prozent nur zufällig homosexuell sind. Während »ausländische« Jugendliche aufgrund ihrer Armut bei solchen Delikten dominieren, geben bei homophoben Hassverbrechen, wie Christoph Ahlers gezeigt hat, [20] als ›deutsch‹ Identifizierte den Ton an. Einfachste demographische Zusammenhänge werden aber selbst von ernst zu nehmenden StatistikerInnen ignoriert. »So befinden sich«, gibt Tjark Kunstreich zu bedenken, »die Schwerpunkte der Schwulenszene (Schöneberg, Charlottenburg, Kreuzberg) auch an den Lebensorten der meisten Berliner MigrantInnen. […] Im Gespräch mit B. Finke«, dem Leiter des Schwulen Überfalltelefons, »nannte er selbst diese Faktoren, aber nicht in den Jahresberichten«. [21] Handelt es sich also um eine bewusste Unterschlagung, um Ausländer als Feindbild zu konstruieren? So zumindest deutet es Tjark Kunstreich: »In den Thesen [von Alexander Zinn – GK] wird […] deutlich, dass die allgemeine, entpersonalisierte Homophobie, die schwer (an) zu greifen ist, auf eine konkrete Gruppe projiziert wird und so als konkretisierte Schwulenfeindlichkeit ›Namen und Adresse‹ erhält – und zugleich die Mehrheitsgesellschaft frei gesprochen wird vom Ressentiment.« [22]

    »Ausländische« Jugendliche reagieren auf die Bedrohung ihrer Sexualität durch das Stigma der Andersartigkeit jedoch nicht anders als Deutsche: Sie greifen diejenigen an, die einen Teil ihres verdrängten Begehrens nach außen verkörpern. Die Konstruktion einer »kulturellen Differenz« würde hier nur die grundlegende Funktionsweise von Homophobie verdecken, nämlich die gewaltsame Abwehr der eigenen, wenn auch latenten Homosexualität durch die Projektion auf eine Minderheit. Die Homophobie von Jugendlichen ist mit dem identitären Homo-Hetero-Binarismus untrennbar verbunden und auf dessen Basis unaufhebbar. [23] An diesem Strukturzusammenhang können auch die eindringlichsten Appelle an SchülerInnen, Toleranz gegenüber dem »Anderen« walten zu lassen, nichts ändern. Die gewalttätigen Reaktionen auf die Bedrohung des eigenen Begehrens durch ein gesellschaftliches Stigma – die sich natürlich wie immer an die falschen AdressatInnen richten – mögen, was letztlich unbewiesen bleibt, unter »ausländischen« und »inländischen« Jugendlichen unterschiedlich verteilt sein. Doch außer zur Klärung von Einflussfaktoren wie z.B. der Schichtzugehörigkeit auf die kriminelle Verarbeitung dieses Unbehagens trägt ein solcher Hinweis nicht das Geringste bei. Im Gegenteil: Er verstellt den Blick auf den zugrundeliegenden Mechanismus, indem Homophobie statt als soziales Strukturmerkmal einer Gesellschaft, die Menschen nach sexuellen Identitätskategorien sortiert, vielmehr als Ausdruck dieser oder jener kulturellen Tradition gelesen wird.

    Vielleicht kann der Fischers Jörg jetzt endlich mal einsehen, dass es gar nicht um ihn geht, sondern um die widerlichen rassistischen Beschuldigungen, in die er sich einreiht und gegen die nicht nur ich seit Jahren anschreibe!

  21. Gravatar Icon 21 lysis 25. Mai 2007 um 0:17 Uhr

    Und wie reagiert dieser … Fischer auf solche Kritik?

    Bislang erhoben angeblich „linke“ Kreise, die sich stets in der „Solidarität“ mit den islamofaschistischen Terroristenorganisationen wie Hamas und Hisbullah übten, gegen schwule Überfalltelefone und Selbsthilfegruppen den abstrusen Vorwurf des „Rassismus“, weil sie auf dieses Problem aufmerksam machten.

    Danke schön, Herr Fischer, die Demagogie aus alten DVU-Tagen haben Sie wohl noch immer nicht verlernt?

  22. Gravatar Icon 22 lysis 25. Mai 2007 um 1:21 Uhr

    Einen Aspekt, auf den ich noch gar nicht aufmerksam gemacht habe, erwähnt Norbert Blech: ein Großteil der von der Studie erfassten Gewalt hat mit Homophobie überhaupt nichts zu tun, z.B. Delikte durch Stricher oder ökonomisch motivierte Raubüberfälle, bei denen Migrant_innen schon allein aufgrund ihrer Armut stärker vertreten sind. Auf solche teils bewussten Manipulationen hat auch Markus Bernhardt schon verschiedentlich aufmerksam gemacht. Aber der gehört ja laut Fischer zu dieser großen Verschwörung von Islamisten, Nationalbolschewisten und Antirassisten gegen Israel und das schwule Überfalltelefon!

  23. Gravatar Icon 23 beaver 25. Mai 2007 um 2:26 Uhr

    Nur zur Klärung, Lysis. Du stimmst mir also zu, wenn ich annehme, dass Homophobie und praktizierte Gewalt gegen Schwule nicht primär die Funktion hat, von der homophoben Mehrheit Anerkennung zu erheischen? Das Problem scheint tatsächlich in dem Konflikt zwischen Psyche und dem „identitären Homo-Hetero-Binarismus“ der Gesellschaft zu liegen, wobei letzerer sich so tief ins Bewußtsein eingeschrieben hat, dass die leiseste Ahnung eines Aufkeimens homoerotischer Gefühle in agressive Abwehr umschlägt. Die Gesellschaft ist also weniger Adressat als vielmehr Ursache dieses inneren Konflikts. Obwohl ich zugeben muss, dass die Trennlinie in diesem Fall recht diffus ist. Zum einen hat mich die gesellschaftliche Norm von Anfang an penetriert und sich über mein Selbst ergossen, so wurde sie Teil von mir. Wenn sich nun mein Selbst irgendwie schwul verhält, widerspricht das meinem, mit Hilfe gesellschaftlicher Normen gebastelten, Selbstbild. Selbst und Bild geraten aneinander. Ich konstruiere mir das Schwule als Feindbild, um es nicht als Teil meines Selbst ansehen zu müssen. Äußerungen und Taten aufgrund dieses Feinbildes wiederum versichern der Gesellschaft, dass ich ihren Normen entspreche.

    Ich hoffe, das war nicht zu wirr. Psychologie ist eigentlich nicht mein Terrain.

  24. Gravatar Icon 24 lysis 25. Mai 2007 um 3:35 Uhr

    Nur zur Klärung, Lysis. Du stimmst mir also zu, wenn ich annehme, dass Homophobie und praktizierte Gewalt gegen Schwule nicht primär die Funktion hat, von der homophoben Mehrheit Anerkennung zu erheischen?

    Solche Fragen interessieren mich heute nicht mehr. Das war eine These, die Tjark Kunstreich in seiner Diplomarbeit („Diskriminierung als Medium der Anpassung“) ausgearbeitet hat und die ich damals für das Flugblatt aufgriff. Allerdings stehe ich psychologischen Erklärungen mittlerweile extrem skeptisch gegenüber. Denn es handelt sich in der Regel um nicht falsifizierbare Aussagenkomplexe. Gerade weil ich an der intellektuellen Entwicklung von Kunstreich gesehen habe, wo so etwas hinführt — nämlich in die blanke Willkür —, akzeptiere ich generell keine Spekulationen über die Psyche anderer Leute mehr. Anders verhält es sich mit der These, dass Homophobie auf der Verdrängung eigener gleichgeschlechtlicher Wünsche beruht. Das ist nun nicht bloß eine Spekulation, sondern kann experimentalwissenschaftlich überprüft werden. Aber auch hier kann man nicht bei der Psyche von Menschen stehen bleiben, sondern muss das aus den intersubjektiven Strukturen einer Gesellschaft erklären, die gleichgeschlechtliche Lust an die Übernahme einer als „abartig“ betrachteten homosexuellen Rolle bindet. Aber solche Zusammenhänge interessieren ja Leute wie Fischer überhaupt nicht.

    Ich hoffe, das war nicht zu wirr. Psychologie ist eigentlich nicht mein Terrain.

    Meines Erachtens ist das gar keine psychologische Frage. Oder anders: Psychologie ist da nur ein Zwischenschritt in einer Argumentation, die wesentlich soziologisch bzw. sozialhistorisch ist. Interessant wird es nämlich dann, wenn man versucht, deine These an Statistiken ebenso wie an historischem Quellenmaterial zu belegen. Und genau damit habe ich mich in den letzten Jahren beschäftigt. Die Fälschung solcher Umfragestatistiken durch Leute wie Finke und Fischer ist ja nicht nur deshalb ärgerlich, weil sie auf rassistischen Intentionen basiert, sondern auch deshalb weil sie die Erforschung von Homophobie ideologisch behindert, indem sie völlig falsche Kausalannahmen einführt. Denn selbstverständlich hat Homophobie mit „Abstammung“ so wenig etwas zu tun wie mit Schuhgröße oder Augenfarbe. Dass man überhaupt auf diese Idee kommt, hat etwas mit den rassistischen Sortierungsleistungen in diesem Lande zu tun, die Fischer nicht nur affirmiert, sondern politisch aktiv vorantreibt.

  25. Gravatar Icon 25 Brupp 25. Mai 2007 um 11:47 Uhr

    Weder war ich in einer „Liga für Volk und Heimat“, noch sehe ich in dem Artikel, das Fischer ein Problem ethinisiert. Im Gegenteil. Wer rassistische Schemata bedient bist Du, und nur Du.
    Nachdem Du schon die Existenz von „Islamisten“ leugnest, wirst Du sicher auch die Existenz der „Grauen Wölfe“ leugnen, gelle …
    Ansosnten tut es mir leid, das ich deine diversen „heiuligen Schriften“ deiner Psychosekte nicht gelesen haben und deshalb nicht in den Chor deiner Jünger einstimmen kann.

  26. Gravatar Icon 26 bigmouth 25. Mai 2007 um 12:23 Uhr

    lysis, hältst du es denn grundsätzlich für verdammenswert, zumindest die möglichkeit, dass eventuelle existierende besondere kulturelle und familiäre verhältnisse bei leuten migrantischer herkunft zur homophobie beitragen, zu untersuchen? wegen den gefahren rassistischer verwendung in propaganda und dem „othering“ dabei? oder würdest du eine korrekt durchgeführte studie dazu akzeptieren?

  27. Gravatar Icon 27 lysis 25. Mai 2007 um 13:34 Uhr

    @bigmouth: Also erstens ist es doch komisch, dass du meinst, alle Migrant_innen über einen Leisten schlagen zu können, so als wäre „Migrantischsein“ eine eigene Kultur!

    Zweitens kann man zeigen — und darüber besteht wissenschaftlich gar kein Dissens —, dass die islamische „Kultur“, falls man in solchen Entitäten überhaupt denken mag, klassischerweise weniger homophob ist als die christliche. Das ist zumindest eine Wahrnehmung, die historisch von beiden Seiten geteilt wurde — sowohl von europäischen Reisenden in die „islamische Welt“ als auch von arabischen Reisenden nach Europa. Insofern ist es wissenschaftlich abwegig, türkischen und arabischen Migrant_innen eine „besondere kulturelle“ Disposition zur Homophobie zu unterstellen.

    Was du wiederum mit „familiären Verhältnissen“ meinst, weiß ich nicht, aber wenn damit solche Faktoren wie Arbeitslosigkeit, niedriger Bildungsgrad und Unterschichtzugehörigkeit gemeint sein sollten, wäre es doch wohl kompletter Unfug, das auf einer ethnischen Basis zu untersuchen. Bleibt also von deinem vorgeschlagenen Forschungsansatz nicht viel übrig, oder?

    Übrigens schreibe ich gerade an einem Artikel, der verschiedene Statistiken zum Thema untersucht und auch auf dieses Thema näher eingeht. Aber der Argumentation möchte ich hier nicht vorgreifen. Vielleicht jedoch einen Aspekt hervorheben: auch bei dir kommt die Illusion zum Vorschein, dass Homophobie eine quantitativ messbare Einstellung wäre. Das ist aber nicht so einfach, wie du dir das vorstellst. Denn bei allen Umfragen hängt das Ergebnis, wie viele Prozent der Bevölkerung man als homophob einstuft, von der genauen Fragestellung ab. Man kann zum Beispiel gegen die berufliche Diskriminierung von Homosexuellen sein (wie 95% der Bevölkerung inkl. der katholischen Kirche) und trotzdem für Zugangsbeschränkungen zu politischen Ämtern und den Beruf des Lehrers eintreten; den Kontakt zu Schwulen meiden wollen; sich in ihrer Gegenwart „körperlich unwohl“ fühlen; oder Probleme mit einem eigenen möglicherweise lesbischen oder schwulen Kind haben (letzteres hätten nach eigener Aussage immerhin 80% der deutschen Männer). Jede dieser Fragen produziert völlig andere Ergebnisse.

    Interessant ist einzig, dass der Anteil derer, die den Kontakt zu Homosexuellen meiden wollen und sich in ihrer Gegenwart körperlich unwohl fühlen, in den zwanzig Jahren zwischen 1971 und 1991 völlig konstant geblieben ist, obwohl sich z.B. der Anteil derer, die Homosexualität als Schweinerei betrachten und Schwule kastriert oder zumindest härter bestraft sehen möchten, in derselben Zeit von etwa der Hälfte auf ein Drittel der deutschen Bevölkerung verringert hat. Die Deutschen sind durch die sexuelle Revolution also zwar liberaler in ihrer Haltung zu „devianten“ Sexualpraktiken geworden, aber nicht ein Jota weniger homophob! Homophobie ist in der Geschichte der BRD ein absolut konstantes Phänomen, das keinem grundlegenden sozialen Wandel unterliegt. Das ist zumindest meine Schlussfolgerung. Mehr noch: es lässt sich sogar eine deutliche Heteronormierung des Jugendalters feststellen, sichtbar am dramatischen Rückgang gleichgeschlechtlicher sexueller Erfahrungen unter männlichen Jugendlichen. Aber das habe ich ja schon oft genug erwähnt.

    Ich finde es einfach falsch, und ein Versuch, von Homophobie als grundlegendem Faktum dieser Gesellschaft abzulenken, wenn man jetzt allen Ernstes damit anfinge, rassistische Ethnostudien zu starten. Wozu sollten die gut sein? Um das Problem auf die „Ausländer“ zu schieben? Aber vermutlich ist es das, was die Politik (und der Ex-DVU‘ler Herr Fischer) im Rahmen der gegenwärtigen Migrationsdebatte gerne hätte! Wer als Wissenschaftler mit diesem Bedürfnis kollaboriert, ist in meinen Augen ein Schwein. Aber ich würde seine Ergebnisse trotzdem ernstnehmen und sie nach szientifischen Kriterien prüfen, so wie ich das bei dieser Studie ja auch getan habe.

  28. Gravatar Icon 28 abdel kader 25. Mai 2007 um 14:08 Uhr

    Nachdem Du schon die Existenz von „Islamisten“ leugnest, wirst Du sicher auch die Existenz der „Grauen Wölfe“ leugnen, gelle …

    Jetzt hoer mal auf irgendwelche Sachen zu erfinden.

  29. Gravatar Icon 29 lysis 28. Mai 2007 um 10:41 Uhr

    Herr Fischer hat uns geschrieben, dass er sich durch den Artikel in seiner Ehre verletzt fühlt. Da es mir keineswegs darum geht, Fischer als Person „fertig zu machen“, sondern den von ihm transportierten Inhalt zu kritisieren, habe ich der Einleitung und der Überschrift etwas von ihrer ursprünglichen Schärfe genommen. Vielleicht regt das die Leute, die sich hier für Fischer ins Zeug legen, mal dazu an, über den Inhalt statt über die „Ehre“ dieses Menschen zu reden! Das wäre doch allemal ein Fortschritt.

  30. Gravatar Icon 30 Kai Mauracher 04. Juni 2007 um 15:09 Uhr

    Neee mir fällt keine Einleitung ein…..
    1.) Ich kenne Jörg Fischer persönlich, und ich kann guten Gewissens behaupten, dass er weder besonders gut bezahlt wird, noch von irgendeiner Seite finanziell unterstützt. ;o)
    2.) Ja, er hat (leider) die Eigenart Dinge persönlich zu nehmen und reagiert deswegen zuweilen nicht wirklich angemessen.
    Seine eindeutige Parteinahme zugunsten des Staates Israel ist darüber hinaus rationell vielleicht nicht immer nachvollziehbar, aber das werden wir wohl als persönliche Meinung respektieren müssen. So steht es (gottlob) im Grundgesetz.
    3.) Jepp, er hat keine Probleme damit, dass er polarisiert, er nimmt ( soweit ich ihn kenne) aber auch nicht in Anspruch alleine den größten Durchblick zu haben. Er publiziert seine Meinung und kann gut mit widersprechenden Meinungen leben, solange man ihm seine lässt.
    4.) Lysis Artikel ist leider genauso tendenziös und stellenweise unsachlich. Man merkt ihm eben an, dass er sich ebenfalls persönlich angegriffen fühlt ( dazu muss man ja auch weder Jude noch Muslim sein).
    5.) Einige Kommentare hier, seien sie nun pro Jörg, oder pro Lysis, lassen in mir aber den Wunsch entstehen, dass Ihr Euch da vielleicht ein wenig mehr überlegt, WAS ihr eigentlich mit solchen Verbalattacken erreichen wollt.
    6.) Zur Sache: Natürlich gibt es sog. Künstler , die unter jedem Deckmantel -passend oder nicht- eben zu Gewalt gegen Minderheiten , also auch Schwule, aufrufen.
    Die großen monotheistischen Religionen aus dem Kleinasiatisch- persischen Raum sind, aufgrund historischer Gegebenheiten, besonders aggressiv gegen Alles, was ihnen fremd vorkommt ( Der fanatische Islamismus ist ja leider auch eine Folge christlicher Missionierungs- und Eroberungswut).
    Ob man etwas erreicht, wenn man seitenlange Abhandlungen zur Stützung der eigenen Meinung ins Netz stellt, wage ich mal in Frage zu stellen.
    Das aufdröseln eines ganzen Artikels in Satzfragmente verstärkt diesen Unsinn nur noch. Vor Allem wenn man ja eigentlich ohnehin nur liest und schreibt, was man selber wahrhaben will.
    Lysis , vieleicht hättest Du, anstelle Deines verbalen Wutausbruchs Dich einfach mal mit Jörg zusammensetzen sollen, und ihn einfach mal fragen, wie er denn zu diesen fraglichen Schlüssen gekommen war, und vielleicht dann dies öffentlich kommentiert.
    Hmmmmmmmmmmmm Wenn man eine Begründung sucht, weswegen Schwule wohl nicht mehr zu einer diskriminierten Minderheit gehören, dann könnte man diesen Artikel und vor allem Eure Kommentare dazu als einen wunderbaren Beleg nehmen.
    Ich finde es mehr als bedauerlich, wenn ich mir dieses aufeinander einhacken ansehe…. Vielleicht solltet Ihr einfach mal an den ersten Grundsatz der Kommunikation denken : „Nicht wie es gemeint ist, ist entscheidend, sondern wie es beim Gegenüber ankommt“!

  31. Gravatar Icon 31 lysis 05. Juni 2007 um 22:12 Uhr

    zu 4) Das „Tendenziöse“ meines Artikels musst du aber schon mit der Lupe suchen. Ein paar polemische Formulierungen, das war’s. Und wodurch ich mich selbst persönlich angegriffen fühlen sollte, weiß der Teufel.

    Lysis , vieleicht hättest Du, anstelle Deines verbalen Wutausbruchs Dich einfach mal mit Jörg zusammensetzen sollen, und ihn einfach mal fragen, wie er denn zu diesen fraglichen Schlüssen gekommen war, und vielleicht dann dies öffentlich kommentiert.

    Äh, entschuldige, aber es geht mir weißgott nicht um Jörg Fischer. Ich hätte genauso Bastian Finke oder die Siegessäule als Beispiel für diese Tendenz zur Ethnisierung antischwuler Gewalt nehmen können. An Fischers Artikel war einzig noch die Behauptung interessant, dass es in der BRD eine relevante Hetze von islamistischer Seite gegen Schwule gäbe. Das ist definitiv nicht der Fall. Insofern wird hier ein Problem konstruiert, das es gar nicht gibt.

    Wenn man eine Begründung sucht, weswegen Schwule wohl nicht mehr zu einer diskriminierten Minderheit gehören, dann könnte man diesen Artikel und vor allem Eure Kommentare dazu als einen wunderbaren Beleg nehmen.
    Ich finde es mehr als bedauerlich, wenn ich mir dieses aufeinander einhacken ansehe….

    Ja, das find ich auch sehr bedauerlich: dass diskriminierte Minderheiten wie Schwule auf andere diskriminierte Minderheiten wie Migrant_innen herumhacken. Aber offenbar glauben Schwule, sie kämen nach oben, wenn sie nur ordentlich nach unten zu treten anfingen! Ekelhaft. Einfach nur ekelhaft.

  32. Gravatar Icon 32 sk8erBLN 04. April 2008 um 20:28 Uhr

    zum thema aufgewärmter brei…

    Möglicherweise muss man jörg fischer sogar weit massivere vorwürfe machen als hier geschehen.
    Bei eigenen recherchen zur person fischer stieß ich auf einen weiteren text von fischer zum selben thema, erneut veröffentlicht bei hagalil.

    Da konnte man noch mal erheblich an den prozentzahlen nach oben schrauben, ist ja schon ca 1 jahr her seit dem letzten artikel und die wenigsten werden es merken….
    In dem neuen text, der das thema nur streift heißt es:
    >> In Berlin etwa gehen über 50 Prozent aller Gewalttaten gegen homosexuelle Männer von Personen aus, die dem islamistischen Milieu zuzurechnen sind.

  33. Gravatar Icon 33 Pro Menschenrechte 08. April 2008 um 9:32 Uhr

    Och, ich denke mal, das nicht nur Fischer einer derjenigen ist, die ständig ihre Überzeugungen wechseln. Da gibt es noch so einige.

    Aber darum gehts doch nicht, oder?

    Es geht doch wohl eher darum, das Fischer ganz offensichtlich das geblieben ist, was er mal war. ein kleiner fascho. nix anderes. denn auch der CDU dürfte es nach dem WK2 aufgefallen sein, das all die kleinen und großen nazis, die sie ins boot holte, immer noch die selben einstellungen haben.

    so dürfte es auch nicht verwundern, das der kriesvorsitzende der JU hamburg sich darüber erregte, das „nicht-arier“ jura studieren dürften.

    jedenfalls hat die islamophobe hetze, die seit langem in deutschland betrieben wird, ziemlich gravierende folgen: http://s220165578.online.de/2008/04/02/islamophobie-und-rechtsextremismus-gefahrden-den-sozialen-frieden-in-deutschland/

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