Archiv für August 2007

Arrested Development

Sexuality and Its Discontents: Meanings, Myths and Modern Sexualities Einer der wenigen schwulen Intellektuellen, die in den 80er Jahren noch glaubten, aus der Psychoanalyse etwas „herausholen“ zu können, war Jeffrey Weeks, der sie in eklektischer Weise mit Foucault und dem Marxismus zu verbinden suchte. Gleichwohl liest sich seine Zusammenfassung Freuds und des ‚Freudianismus‘ kaum weniger kritisch als die von Jonathan Katz, der bereits damals als einer der prononciertesten schwulen Gegner der Psychoanalyse galt. Dass sich Katz und Weeks, was ihre ablehnende Darstellung von Freuds Heteronormativität angeht, in Wahrheit nicht sonderlich unterschieden, wird an folgendem Ausschnitt aus Weeks‘ Theorieband Sexuality and Its Discontents (1985) deutlich, den man, obwohl es eine Apologie sein soll, genauso gut als versuchte Erledigung auffassen könnte:

The reaction to Freud has been shaped by the impact of ‚Freudianism‘. Given an ambiguous inheritance, contemporary gay politics has, unlike the modern feminist movement, displayed little positive interest in psychoanalysis. Whereas a number of modern feminists have attempted to use concepts derived from a reading of the Freudian tradition to theorise patriarchy, the psychological characteristics of masculinity and femininity, individual psychic differences, or the reproduction of motherhood, with few (usually European) exceptions most theorists of gay politics have either rejected the Freudian tradition totally or have resorted to ad hoc appropriations which have often served to conceal rather than clarify contemporary problems. (mehr…)

Selber schuld!

Die Schweizer Weltwoche über Aids und warum das nur Schwule und „Neger“ was angeht.

Only Hetero And Homo Acts

Gore Vidal (1948) Ich hab mir mehrfach überlegt, ob ich den folgenden Text wirklich posten will. Eigentlich ein bisschen zu undifferenziert, dachte ich mir. Aber dann las ich eine mit psychoanalytischen Phrasen nur so vollgestopfte Polemik gegen Judith Butler (der ich persönlich nicht anhänge) und habe sämtliche Hemmungen verloren. Gore Vidal — Schriftsteller, Dramatiker, Drehbuchautor, Essayist und eine der berühmtesten linken und schwulen Ikonen der USA — kotzt sich in seinem Vorwort zu Jonathan Katz‘ The Invention of Heterosexuality einmal ordentlich über Freud aus:

As the Freudian gulag finally implodes like the former Yugoslavia, it is heartening that the learned and constitutionally irreverent Jonathan Ned Katz should be on hand to drive, as it were, a wooden stake through the expiring gulag’s heart. Heterosexuality, a weird concept of recent origin but terrible consequences, is, of course, central to those very strange notions of human sexuality with which Freud and his apostles saddled us for a century. (mehr…)

gayromeo auf polylux


Polylog Polylux Reportage Gayromeo Online Sex Community Gay @ www.polylog.tv/videothek

„Die Internetkontaktbörse Gayromeo ist so erfolgreich, dass sich Männer zunehmend im Internet statt in Bars treffen. Die Szene schottet sich immer mehr ab.“

via sammelsurium

Das ist jetzt aber besonders schwul

Musik gegen Gewalt an den Schulen bei einem Festival am Brandenburger Tor

Die Hälfte seines Auftritts bestritt Bushido mit Rappen; die andere Hälfte bestritt er mit dem Einfordern von Beifallsbekundungen („Seid ihr froh mich zu sehen? Liebt ihr mich?“), ausgiebigem Eigenlob („ich bin der erfolgreichste Rapper“, „ich verdiene viel Geld“), dem Beschimpfen der Presse, die in den vergangenen Tagen seine Befähigung zum Friedensbotschafter in Zweifel zog („Wichser“, „scheiße“, „Arschlöcher“) und dem Beschimpfen der 50 Schwulen und Lesben, die gegen ihn demonstriert hatten. „Es geht heute nicht um die Schwulen, die gegen mich demonstriert haben.“ Einstimmiges Buh aus zehntausend Kinderkehlen. „Es würde mir nie einfallen, gegen Schwule zu demonstrieren.“ Tatsächlich hat Bushido bisher nur in musikalischer Form dazu aufgerufen, sie zu verkloppen oder zu vergasen. „Aber denkt dran, liebe Schwule“, beschloss er seine Ansprache: „Analverkehr nur mit Verhütungsmittel“, woraufhin zehntausende Kinder zustimmend schrien.