Der „islamkritische“ Blogger cliff cosmos ist schon ein komischer Vogel. Gerade eben zitierte er noch einen Hassartikel von Necla Kelek, in dem Sex zwischen Männern und Jugendlichen in muslimischen Ländern kurzerhand mit „Knabenvergewaltigung“ gleichgesetzt wird, schon führt er einen Beitrag später die International Gay & Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC) an, die genau die gleiche Einstellung den iranischen Mullahs zum Vorwurf macht:
In der iranischen Gesetzgebung – und nach Meinung vieler Iraner – ist Homosexualität mit Vergewaltigung, Inzest und Kindesmisshandlung gleichgesetzt […]
Aber den naheliegenden Schluss, dass Kelek und der staatlich-repressive Feminismus, den sie verkörpert, in dieser wie in so vielen anderen Fragen eines Sinnes mit den Mullahs sind, zieht cliffi nicht. Dabei könnte man aus diesem Vergleich einiges lernen. Zum Beispiel über die ungewollte Kollaboration von Islamisten und westlichen „Liberalen“ bei der Heteronormierung der Welt.

Mal was zum super-säkulären Israel:
Aus: Robert Kurz – Der Nahe Osten und das antisemitische Syndrom [Weltordnungskrieg]
Ja schön ist doch auch, dass im Zusammenhang mit der Schwulenverfolgung in islamischen Ländern immer wieder Israel als leuchtendes Gegenbeispiel zitiert wird — als der einzige Staat im Nahen Osten, in dem Schwule frei leben könnten.
Dass aber Israel, anders als andere westliche Staaten, noch nie auch nur einem einzigen arabischen Schwulen Asyl gewährt hat, ja dass der israelische Folter-Geheimdienst Shin Bet palästinensische Schwule regelmäßig in Todesgefahr bringt, indem er sie zur Kollaboration erpresst, wird da mal schnell unter den Teppich gekehrt. Zitat Economist:
Was soll also die Erwähnung Israels in Cliff Cosmos‘ Beitrag? Ist das ein Tourismus-Blog, der darüber Auskunft gibt, in welchem Land man als westlicher Schwuler am sichersten Urlaub machen kann? Oder was soll diese Protzerei sonst angesichts der Tatsache, dass Israel arabischen Schwulen bislang jegliche Hilfe verweigert und sie sogar noch zusätzlich in Gefahr gebracht hat?
Was soll eigentlich „krisenideologisch neo-patriarchale“ Frauenunterdrückung sein?
@ tobias
Das meint die verschärfte patriarchale Repression im Zusammenhang mit auseinanderfallenden Gesellschaften; sei es bei den PalästinenserInnen der Konflikt zwischen säkulärer Volksfronten gegen die Hamas oder in Israel die nationalreligiösen und die säkulären ZionistInnen. Alles vor dem Hintergrund der „Krise“.