Wer ist hier bigott? Kelek und die Hijras

Dass Islamophobie mit Religionskritik herzlich wenig zu tun hat, beweist einmal mehr die „Islamkritikerin“ Necla Kelek in ihrer Rezension von Betsy Udinks Allah und Eva. Darin heißt es über Pakistan, es habe sich dort

eine besondere bizarre Bigotterie entwickelt: die der Hijras. Es sind Kastraten, sie kleiden und schminken sich wie Frauen, leben wie Parias in eigenen Kolonien und verdienen ihr Geld als „Glücksbringer“ auf Hochzeiten, mit Tanz und Prostitution.

„Bigotterie oder Scheinheiligkeit“, heißt es bei Wikipedia, „ist die Bezeichnung für ein unreflektiertes, übertrieben frömmelndes, dabei anderen Auffassungen gegenüber intolerantes und scheinbar ganz der Religion oder einer religiösen Autorität gewidmetes Wesen oder Verhalten.“

Womit die seit Jahrtausenden existierenden Hijras sich diese Bezeichnung verdient haben, verrät uns die Autorin leider nicht, aber mit ihrer unbegründeten Feindseligkeit gegenüber Indiens und Pakistans drittem Geschlecht rückt sich Kelek selbst in die Nähe jener unerträglichen Bigotterie, die sie zu bekämpfen vorgibt. So berichteten internationale Medien im April diesen Jahres:

Als einige Hijras auf dem Weg in das Dorf Dhoda waren, um dort bei einer Hochzeit aufzutreten, wurden sie von Taliban überfallen, die ihre Musikinstrumente zerbrachen und ihre Köpfe kahlrasierten. Daraufhin entschlossen sich die Dorfbewohner dazu, Rache zu nehmen und griffen die Taliban an, was sich zu einem mehrstündigen Gefecht entwickelte.

Auf welcher Seite Kelek in diesem Konflikt gekämpft hätte, ist unklar. Aber ihre aufklärungsfundamentalistischen Positionen zeigen doch eine Reihe seltsamer Übereinstimmungen mit der ikonoklastischen Haltung der Taliban.

Drei pakistanische Hijras an einem muslimischen Schrein
Drei pakistanische Hijras an einem muslimischen Schrein

Hat tip to abdel kader. First posted on Watchblog Islamophobie.


1 Antwort auf “Wer ist hier bigott? Kelek und die Hijras”


  1. Gravatar Icon 1 operaTOR 11. August 2007 um 10:14 Uhr

    Hm, ist die Kelek nicht bei den „ex-muslimen“?

    Na dann kann ich das nachvollziehen.

    denn letztere arbeiten in Köln auch ganz offen mit einer als Rechtsextrem und vom Verfassungsschutz unter Beobachtung stehenden Gruppierung namens „pro-köln“ zusammen.

    Ob das allerdings die Errettung ist, wage ich zu bezweifeln.

    Übrigens; es wurde auch schon berichtet, das die „ex-muslime“ regelmässig zum Freitagsgebet in Moscheen zu beobachten sind. Was wollen die dort, wo die doch angeblich keine Muslime mehr sind?

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