Archiv für August 2007

Die Psychoanalyse: Von der Methode zum Objekt

Obwohl Sigmund Freud „die Frau“ in der Tradition von Aristoteles und Thomas von Aquin als mas occasionatus, d.h. als verunglückten Mann, bestimmte, hat der Mainstream des Feminismus die Psychoanalyse nicht einfach weggeworfen, sondern durchgearbeitet und schließlich in seinen theoretischen Corpus integriert. Die ursprüngliche Ablehnung durch Kate Millet, welche Freud 1970 als Speerspitze der sexuellen Konterrevolution attackiert hatte, wurde in den 80er Jahren durch die Rezeption der Schriften der französischen Frauengruppe Psychoanalyse et Politique allmählich ins Gegenteil verkehrt.

In der Schwulenbewegung verlief die Entwicklung allerdings genau andersherum. Während, was den theoretischen Rahmen anbelangt, in den 70er Jahren mit Guy Hocquenghem und dem bis heute publizierenden Leo Bersani die Wahl zunächst auf die Psychoanalyse gefallen war, wurde diese scheinbar produktive Auseinandersetzung in den 80er Jahren abrupt beendet. Die damals entstehenden gay studies entschieden sich, anders als die women’s studies, schließlich gegen eine Identifikation mit dem „Aggressor“ Freud. Nicht Bersani und Hocquenghem, sondern Foucault und McIntosh hießen die Vorbilder des neuen Faches — und damit zwei dezidiert antipsychologische Ansätze. Die Psychoanalyse geriet so von der Rolle des Methodengebers in die des historischen Objekts, dessen Machtwirkungen auf die gesellschaftlichen Lebensformen kritisch in den Blick genommen wurden. Beispielhaft steht hierfür das Werk The Invention of Heterosexuality (1995) von Jonathan Katz, in dem es über die Freudsche Psychoanalyse heißt: (mehr…)

Liebhaberpreise

Wow, manche Klassiker sind wirklich unerschwinglich!

NMKY

Kranke Psychoanalyse

Ché fragte vor einem halben Monat, warum sich schwule Linke so distanziert gegen die Psychoanalyse verhielten. Die Frage andersherum gestellt scheint mir mehr Sinn zu machen:

Es ist mit seltener Eindeutigkeit festzustellen, daß der Einfluß der Psychologie [auf die Bilder von Schwulen, Lesben und Bisexuellen] in der Vergangenheit, mindestens bis in die 70er Jahre hinein, ein fast ausschließlich negativer war. Am besten illustrieren läßt sich dies am Beispiel der Psychoanalyse – zur Entlastung aller anderen psychologischen Strömungen, die dadurch meist erst gar nicht in die Schußlinie geraten. Das christliche Dogma »Homosexualität ist eine Sünde« wurde von der Psychoanalyse ersetzt durch eine nicht minder abwertende Pathologisierung: Sigmund Freud, Vater der Psychoanalyse und vielleicht sogar der gesamten Psychologie, genialer Denker und großer Theorieentwickler, konzipierte Homosexualität als eine psychische Krankheit. (mehr…)

Mügeln, Nazinest, wir wünschen dir die Beulenpest!

Ich hab ja kein persönliches Blog mehr wo ich solche Sachen posten könnte die hier eigentlich nicht ins Programm passen, aber Lysis hat noch seins. Mit Quetschenpaua song! Scheiss Rassisten!