Archiv für Februar 2008

In Kuba übernimmt die KP die historische Rolle der Schwulenbewegung

Socialismo en CubaWährend Kubas Kommunisten bereits laut über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nachdenken, halluzinieren hiesige Blogger in schlechtem Deutsch noch immer darüber, ob „auch“ Fidels Nachfolger Raúl „Homosexuelle und AIDS-Infizierte aka ’soziale Abweichler‘ weiterhin verfolgen lässt“. Auch? Weiterhin? Haben wir auf f*queer vielleicht was verpasst? Oder sind da Antikommunisten mal wieder über ihre eigene Propaganda gestolpert? (mehr…)

Michel erwache

Moderner Michael, mittelalterlicher Mustafa.“ Produktionsweisen des Anderen im Wettstreit von Männlichkeiten.

Cosmoproletarian Solidarity

„Gleiche Rechte jetzt“, die Frauenorganisation der Arbeiterkommunistischen Partei Iran, ruft am Internationalen Frauentag, dem 8. März, zu einer Demonstration in Berlin auf, um „Solidarität mit den ungehorsamen Frauen im Iran, in Afghanistan und weltweit“ zu zeigen:

Die Rebellion der St. Petersburger Arbeiterinnen und Kriegswitwen am 8. März 1917 war der Startschuss für den Sturz der zaristischen Tyrannei. Heute ist die Frauenrechtsbewegung im Iran wieder die Vorhut einer revolutionären Bewegung der Freiheit und Gleichheit. Während bedauerlicherweise weite Teile der hiesigen Linken sich in ihren ideologischen Schützengräben eingraben und Emanzipationspotenzial entweder in US-amerikanische F16-Bomber oder in eine Querfront mit den religiösen Faschisten des Politischen Islam hineinfabulieren, zeigt sich für jeden und jede, der und die projektionsfrei auf den Iran blicken, unzweifelhaft wer das Subjekt für eine fortschrittliche Perspektive ist. Die freiheitsliebende Bevölkerung des Irans bringt ihren Protest gegen das menschenverachtende Mullah-Regime Tag für Tag zum Ausdruck – auf der Straße, in den Universitäten, in den Fabriken, in Kurdistan. […]

Wir wollen deutlich machen: die unüberwindbare Konfliktlinie verläuft nicht zwischen dem sich als Kultur generierenden Politischen Islam und dem US-amerikanischen und EU-europäischen Ordnungsimperialismus, sondern zwischen der Barbarei der Religion und der Kapitalherrschaft einerseits und dem Freiheitsdurst der Frauen und anderen freiheitsliebenden Menschen andererseits. Unsere Solidarität gebührt dem mutigen Widerstand der ungehorsamen und ketzerischen Menschen im Iran, Afghanistan und anderswo.

Treffpunkt um 13 Uhr am Frankfurter Tor. Kommt zahlreich!

Berlinale 2008

Die aktuellen lesbisch-schwulen Spiel- und Dokumentarfilme auf der Berlinale. (edit: link korrigiert!)

A Jihad For Love

Ein bisschen verspätet, aber sei’s drum: Auf der Berlinale berichte(te)n vier Dokus über den „internationalen Widerstand gegen sexuelle Unterdrückung“. Der Tagesspiegel gibt eine kurze Zusammenfassung und kommentiert …

Natürlich ist es zu begrüßen, wenn Lesben und Schwule aus westlichen Industrienationen sich für die Rechte jener engagieren, die für gleichgeschlechtliche Liebe eingesperrt, gehängt oder gesteinigt werden. Manchmal trägt dieses Engagement allerdings herablassende, latent imperialistische Züge, etwa wenn westliche Normen für universal erklärt werden, nach dem Motto: Bei uns wird das so gemacht, und Ihr macht das am besten auch so. Vier Dokumentarfilme zeigen, dass Schwule und Lesben aus repressiven Kulturen durchaus ohne westliche Hilfe Überlebensstrategien entwickeln.

An der merkwürdigen Redeweise von den „repressiven Kulturen“ könnte man natürlich einiges an Kritik üben, aber ich will’s mal dabei belassen.