In Kuba übernimmt die KP die historische Rolle der Schwulenbewegung

Socialismo en CubaWährend Kubas Kommunisten bereits laut über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nachdenken, halluzinieren hiesige Blogger in schlechtem Deutsch noch immer darüber, ob „auch“ Fidels Nachfolger Raúl „Homosexuelle und AIDS-Infizierte aka ’soziale Abweichler‘ weiterhin verfolgen lässt“. Auch? Weiterhin? Haben wir auf f*queer vielleicht was verpasst? Oder sind da Antikommunisten mal wieder über ihre eigene Propaganda gestolpert?

Wahr ist so viel, dass Kuba in den 60er und 70er Jahren, ähnlich wie viele westliche Staaten, eine harsche Verfolgung gegen Schwule ins Werk setzte, die sich 1979 mit der Legalisierung von schwulem Sex allmählich mäßigte. Doch genau wie in der BRD und Großbritannien benötigte es weitere 18 Jahre, bis das letzte diskriminierende Sondergesetz fiel, das es der Polizei erlaubte, Homosexuelle wegen der öffentlichen Zurschaustellung von „Andersartigkeit“ zu verhaften.

Zu Beginn der 90er wurde allerdings in mehreren Interviews deutlich, dass Fidel Castro die dem kubanischen Revolutionsprojekt in seinen Anfangsjahren eingeschriebene Homophobie nunmehr als einen schweren Fehler betrachtete: „Ich werde nicht verleugnen, dass männlicher Chauvinismus früher auch unsere Haltung zur Homosexualität beeinflusste“, gestand er 1992 gegenüber Thomas Borge und signalisierte damit den Beginn einer Selbstkorrektur, die bis heute anhält und ihren ersten kulturellen Niederschlag ein Jahr später in dem mit internationalen Auszeichnungen überhäuften kubanischen Kinofilm „Erdbeer und Schokolade“ fand.

Seitdem ist die Kommunistische Partei in ihrem Bestreben, das von ihr verübte historische Unrecht wiedergutzumachen, gleichsam zum Surrogat der nicht vorhandenen Schwulenbewegung geworden. Eine zentrale Rolle nimmt dabei Fidels Nichte – und Raúls Tochter – Mariella Castro ein, die sich als Vorsitzende des „Staatlichen Zentrums für Sexualerziehung“ einen Namen als politische Anwältin für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgenders gemacht hat.

Doch mittlerweile fällt es schwer, ihre Verlautbarungen noch von denen der kommunistischen Staatsführung zu unterscheiden. „Wir müssen jede Form der Diskriminierung gegen diese Personen abschaffen,“ erklärte so etwa auch der kubanische Parlamentspräsident Ricardo Alarcon Anfang 2007. „Der Sozialismus sollte eine Gesellschaft sein, die niemanden ausschließt.“ Deshalb sei es jetzt an der Zeit, „das Konzept der Ehe zu redefinieren“.

Derweil eröffnete das kubanische Staatsfernsehen im selben Jahr einen neuen Plot in der beliebtesten Seifenoper des Landes: ein verheirateter Mann verliebt sich in einen anderen. – Langsam wird die Bevölkerung auf die Veränderungen vorbereitet.

„Es ist ein Tribut an die humanistische Essenz der kubanischen Revolution, dass ihre Führung in der Lage war, ihren Fehlern ins Auge zu sehen und den Kurs zu wechseln“, kommentiert begeistert Calvin Tucker im britischen Guardian und wagt eine provokative These: „Kuba ist heute auf dem Weg, das in sozialer Hinsicht liberalste Land der beiden Amerikas zu werden.“


23 Antworten auf “In Kuba übernimmt die KP die historische Rolle der Schwulenbewegung”


  1. Gravatar Icon 1 kulinaria katastrophalia 25. Februar 2008 um 17:59 Uhr

    Bei Cubasolidaridad findet sich ein spannender Bericht über die erste (symbolische) Hochzeit von Monica und Elizabeth im staatlichen Zentrum für Sexualerziehung (Cenesex).
    Es war logisch für uns, dass wir die Türen dafür geöffnet haben wird die Vizepräsidentin Norma Giullard der Abteilung für sexuelle Vielfalt in der kubanischen Gesellschaft, Interfakultative Studien der Sexualität (Socumes) zitiert. Sie selber ist seit drei Jahren Koordinatorin einer Begegnungsstätte für lesbische und bisexuelle Frauen. Cenesex, die auch die Gesetzesänderung anstieß, hat von der Kommunistischen Partei den Auftrag erhalten, über die Medien die Bevölkerung aufzuklären. Und da dürften noch einige Widerstände zu überwinden sein.

  2. Gravatar Icon 2 Daniel W. 25. Februar 2008 um 19:15 Uhr

    Danke für den interessanten und aufklärenden Artikel.

  3. Gravatar Icon 3 antipiblogger 01. März 2008 um 16:41 Uhr

    Wiedereinmal werden die Hetzer aus dem „Bürgerlichen“ Spektrum lügen gestraft. Wiedereinmal beweist es sich, das der Sozialismus bzw der Kommunismus trotz startschwierigkeiten eine Gesellschaftsform ist, die trotz der Blockadehaltung der Westlichen „freien“ Welt funktioniert und in der Auch Homosexuelle anerkannt werden.

  4. Gravatar Icon 4 kleines licht 01. März 2008 um 22:45 Uhr

    schwule mainstream seiten brachten das noch nicht:
    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    http://in.reuters.com/article/topNews/idINIndia-32155820080226?sp=true

    klar: „…Pant and four other gay candidates are standing for public election on April 10 to become members of a new 601-seat constituent assembly. It will be Nepal’s first national vote since 1999.

    The five candidates have been fielded by the Nepal Communist Party (United), a junior partner in the ruling alliance…..“

  5. Gravatar Icon 5 lysis 02. März 2008 um 5:09 Uhr

    Da wird dich vielleicht auch dieser (schon etwas ältere) Artikel interessieren: New Peoples Army recognizes same-sex marriage:

    On Feb. 4 [2005], the New People’s Army (NPA) conducted the first same-sex marriage in the Philippines. Two guerrilla fighters who have participated in the armed struggle against the pro-U.S. regime in Manila, Ka Andres and Ka Jose, exchanged their vows before their comrades, friends and local villagers.

    […]

    During the ceremony, Ka Andres and Ka Jose were draped in a sequined flag of the Communist Party of the Philippines (CPP), which was secured by a long, beaded rope around the couple and their sponsors. The rope and flag, according to the Philippine Daily Inquirer, symbolized that their marriage would be made stronger with the help of both their comrades and the masses.

    A choir of the New People’s Army serena ded the couple with revolutionary love songs.

    In response to the marriage, representatives of the Philippine government have condemned the NPA for lacking religion. A spokesperson for the Air Force generals told reporters, „This proves that they have no god and their morality is very much in question.“

  6. Gravatar Icon 6 Batz 10. März 2008 um 3:15 Uhr

    Früher war’s jedenfalls so:
    >>Barbara Weinstein, professor of Latin American history at the University of Maryland and co-editor of the Hispanic American Historical Review, claimed that the Cuban revolution had „a stronger sense of masculinity than other revolutions.“ Cuban gay writer Reinaldo Arenas wrote that in Communist Cuba, „the ‚new man‘ was being proclaimed and masculinity exalted.“

    Castro’s admiring description of rural life in Cuba („in the country, there are no homosexuals“) reflected the idea of homosexuality as bourgeois decadence, and he denounced „maricones“ (faggots) as „agents of imperialism“. Castro explained his reasoning in a 1965 interview:
    “Homosexuals should not be allowed in positions where they are able to exert influence upon young people. In the conditions under which we live, because of the problems which our country is facing, we must inculcate your youth with the spirit of discipline, of struggle, of work… [We] would never come to believe that a homosexual could embody the conditions and requirements of conduct that would enable us to consider him a true Revolutionary, a true Communist militant. A deviation of that nature clashes with the concept we have of what a militant Communist must be.”

    Many gays were attracted to the socialist promise of an egalitarian society; some of them important figures among the left-wing intelligentsia, such as the writers for the popular journal Lunes de Revolución.

    A couple of years after Castro’s rise to power, however, Lunes de Revolución was closed down amidst a wave of media censorship; its gay writers were publicly disgraced, refused publication and dismissed from their jobs. In the mid-1960s, the country-wide UMAP (Unidades Militares de Ayuda a la Producción) program sent countless gays (particularly effeminate males) to forced labor camps for „rehabilitation“ and „re-education“, without charge or trial. Even after the end of the UMAP programs, effeminate boys were forced to undergo aversion therapy. A 1984 documentary, Improper Conduct, interviewed several survivors of the camps.

  7. Gravatar Icon 7 lysis 11. März 2008 um 2:56 Uhr

    Ja, wäre doch schön, wenn du dich mit derselben Vehemenz an die deutsche Vergangenheit erinnern würdest. Du weißt schon, diese fröhliche Zeit in den 60ern, als der freie Westen den in Gefängnissen verwahrten Schwulen für eine Freilassung das Angebot machte, zwischen Kastration, Elektroschockbehandlung, Hormontherapie und stereotaktischen Eingriffen ins Gehirn zu wählen.

    Im Übrigen, tu nicht so, als ob der Hinweis auf die kubanische Schwulenverfolgung in den 60er und 70er Jahren in meinem Artikel fehlen würde! Es geht aber gerade um die Wende, die die kommunistische Staatsführung in den 90ern eingeleitet hat. In der BRD packst du ja auch nicht ständig die Adenauer-Zeit aus, wenn du über ihre gegenwärtige Politik sprichst, oder etwa doch?

    Darüber hinaus wäre es schon einmal ein Fortschritt, den Zusammenhang zwischen dem Homosexualitätsdiskurs des Westens und der Handlungsweise der kubanischen KP zu erkennen. Es sind nämlich im Grunde dieselben historischen Muster — über alle Systemgrenzen hinweg –, die die Verfolgung in den 60ern und die forcierte Toleranz in den 90ern erklären. Übrigens beides unter Beibehaltung der Konstruktion von „Schwulen“ als einer essentialistischen Minderheit, mit der irgendwie umzugehen sei.

    Was man den kubanischen Revolutionären letztlich vorwerfen kann, ist, dass sie zu überhaupt gar keiner eigenen Haltung in dieser Frage gefunden haben. Sie haben nur jeweils etwas konsequenter ausbuchstabiert, was auch hierzulande Usus war und ist. Eine grundsätzliche Differenz gibt es bis heute nicht, vielleicht mit der zunehmend relevanter werdenden Ausnahme, dass klerikale Bedenkenträger auf der Zuckerinsel über keinen bremsenden Einfluss verfügen und sich liberalisierende Tendenzen deshalb ungeschmälert durchsetzen können, sobald sie von der Linken einmal programmatisch eingehegt wurden, was spätestens in der internationalen Debatte der 80er Jahre geschehen ist.

    Interessant ist daher eher, wie sich an der historische Schwulenverfolgung auf Kuba bis heute antikommunistische Reflexe festmachen, während die gleiche Schwulenverfolgung in den Ländern des „freien Westens“ schlicht und einfach vergessen wird.

  8. Gravatar Icon 8 Lemmy Caution 12. März 2008 um 8:25 Uhr

    Nur weil die Herscher der Insel jetzt in einem Punkt liberaler geworden sind, existiert kein Grund, dass Kuba „in sozialer Hinsicht das liberalste Land der beiden Amerikas wird“.
    Für eine Berichterstattung von innen (und nicht von den Herschern) empfehle ich http://www.desdecuba.com/generaciony/ . Das ist Kuba wie ich es kennengelernt habe.
    - keine Reisefreiheit
    - 1 Partei
    - keine oppositionellen Medien
    - Internetüberwachung (http://www.desdecuba.com/potro/)
    Yoani Sanchéz beschreibt diese Seite zum Selbstschutz der Kubaner gegen die Spionage des Staates so:
    Algo así como una guarida para todos esos cuatreros de la Internet en Cuba, para los cimarrones que escapan del mayoral apodado “censura”.
    dt: So etwas wie eine Schutzhöhle für all die Viehdiebe des kubanischen Internets, für die in die Berge entlaufenen Sklaven [cimarrones], die dem Aufseher genannt Zensur entkommen sind.
    - völlig tendentielle Berichterstattung im Parteiorgan „Granma“ (gibts auch als deutsche Übersetzung)
    - sehr unanarchistische Parolen an vielen, vielen Straßenwänden (gemeinsam schuften für das Vaterland).
    - Abhängigkeit von Hugo Chávez
    - Ärzte werden für Öl nach Venezuela zum Arbeiten geschickt, ohne dass sie sich da frei bewegen können (viele sind geflohen).
    - vermutlich immer noch Subsistenzprostritution, da die Essensmarken oft eben nicht bis zum Monatsende reichen.
    - „Langsam wird die Bevölkerung auf die Veränderungen vorbereitet.“ Dieser Satz geht gar nicht.
    - vergleicht man die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Kubas mit Ländern Lateinamerikas, die 1959 ähnliche sozioökonomische Daten besassen, ist die kubanische „Entwicklung“ mit Ausnahme des Bildungswesens ein völliges Desaster.

  9. Gravatar Icon 9 lysis 12. März 2008 um 16:25 Uhr

    Das stimmt ja hinten und vorne nicht. Vielleicht vergleichst du die durchschnittlichen Einkommensdaten verschiedener Länder miteinander. Aber wenn man die Lage der Unterschicht miteinander vergleicht – und darauf allein kommt es an –, dann stehen die Armen des von jahrzehntelangem Boykott geschlagenen Entwicklungslandes Kuba immer noch besser da als die Armen des reichen Industrielandes USA. Sogar die durchschnittliche Lebenserwartung ist auf der Zuckerinsel höher als in den Vereinigten Staaten. Solche Errungenschaften müssen natürlich gegen konterrevolutionäre Umtriebe, wie sie deinereiner betriebe, wenn man ihn nur ließe, in angemessener Weise verteidigt werden, bis der Tag kommt, an dem die politische Funktion des Staates absterben kann, weil es keine Menschen mehr gibt, die — wie du — die Unverschämtheit besitzen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen auf Kuba reinstallieren zu wollen.

    Der Rest ergibt sich von selbst.

  10. Gravatar Icon 10 lysis 12. März 2008 um 16:50 Uhr

    Man kann natürlich den Sozialismus auch einfach wegwerfen, wie in der UdSSR, und für die Meinungsfreiheit der Kapitalherren von BILD und Bertelsmann fünf Jahre früher ins Grab springen:

    Nach Auflösung der Sowjetunion Ende 1991 ging die Lebenserwartung der Männer in allen acht untersuchten GUS-Ländern zurück. Am schlimmsten traf es Rußland. Im Jahr 2000 starb hier die männliche Bevölkerung durchschnittlich bereits im Alter von 59 Jahren. Ein Jahrzehnt zuvor lebte ein Russe noch knapp fünf Jahre länger.

    Auch ökonomisch ist die Bilanz des Systemwechsels einigermaßen verheerend: Die Wirtschaftsleistung Russlands ist unter Jelzin innerhalb weniger Jahre auf 50% gesunken und hat auch unter Putin erst wieder 75% des Niveaus von 1990 erreicht. So lukrativ scheint die Wiedereinführung des kapitalistischen Profitsystems dann ja offenbar doch nicht gewesen zu sein!

    Dazu kommt, dass Kuba im Moment ein außerordentlich dynamisches Wirtschaftswachstum verzeichnet, was aber im krassen Gegensatz zu China einigermaßen gerecht unter den Menschen verteilt wird. So why should we change a winning team? Oder wie der Kubaner sagt: ¡Socialismo o Muerte!

  11. Gravatar Icon 11 lysis 12. März 2008 um 20:11 Uhr

    Glücklicherweise sind solche fürchterlichen Verhältnisse im Entwicklungsland Kuba dank des Sozialismus, d.h. der Unterdrückung der „wirtschaftlichen Freiheit“ von Leuten wie dir, weitgehend Vergangenheit:

    One of the most disturbing and extraordinary aspects of life in this very wealthy country [USA] is the persistence of hunger. The U.S. Department of Agriculture (USDA) reported that in 2006:

    * 35.5 million people lived in households considered to be food insecure.

    * Of these 35.5 million, 22.9 million are adults (10.4 percent of all adults) and 12.6 million are children (17.2 percent of all children).

    * The number of people in the worst-off households increased to 11.1 from 10.8 in 2005. […]

    * Black (21.8 percent) and Hispanic (19.5 percent) households experienced food insecurity at far higher rates than the national average.

  12. Gravatar Icon 12 bigmouth 13. März 2008 um 0:46 Uhr

    bei all‘ des lobes für „sozialismus“ sollte man vielleicht doch mal bedenken, dass sozialismus für einige mio ukrainer und chinesen deutlich… andere folgen hatte. kommt da doch sehr auf die genauere gestaltung an.

    und geheimpolizei, und das weitgehende verbot öffentlicher kritik (deutlich an der überraschung und verwunderung über die plötzliche änderungen in diesem punkt während der letzten monate zu erkennen) sind schon ein ziemlich hoher preis. warum maßt du dir eigentlich an, für kubaner entscheiden zu können, dass das taugt? von irgendwelchen greisen altrevolutionären, die ihr amt ihrem bruder vermachen, will ich jedenfalls genau so wenig beherrscht werden wie von Angela Merkel

  13. Gravatar Icon 13 lysis 13. März 2008 um 1:49 Uhr

    Äh, was willste denn? Die kubanische Führung dafür kritisieren, dass sie jetzt die Meinungsfreiheit eingeführt hat? Immer noch nicht zufrieden? Muss erst der ganze Sozialismus weg, damit das US-getreue Bürgertum wieder Profite machen und sein altes Folterregiment auf der Zuckerinsel errichten kann?

    Und welche_r Krawatten- respektive Ausschnittträger_in nun konkret über mich „herrscht“, ist mir eigentlich schnuppe. Personalfragen haben mich noch nie interessiert. Und über die entscheidenden Fragen wird eh nicht abgestimmt. Oder durftest du schon mal „Sozialismus“ ankreuzen? Nein, dir wird ja sogar die KPD vom Stimmzettel gestrichen, weil wir schließlich in einer „wehrhaften Demokratie“ leben!

    Nur der kubanische Sozialismus, der darf sich nicht wehren.

  14. Gravatar Icon 14 Lemmy Caution 13. März 2008 um 11:20 Uhr

    Noch mal: Warst du schon mal auf Kuba?
    Hast du mit den dortigen Eingeborenen über deine Gedanken bezüglich der Herscher-Clique gesprochen?

  15. Gravatar Icon 15 lysis 13. März 2008 um 11:42 Uhr

    Och komm, für wie blöd hältst du mich? Machst jetzt bei deiner antikommunistischen Propaganda einen auf Authentizitätsschiene („ich hab mit den Eingeborenen gesprochen!“), als ob sich auf Kuba sämtliche Kriterien wissenschaftlicher Meinungsforschung erübrigten, weil in einem sozialistischen Land ohnehin alle dasselbe über ihre „Herren“ dächten!

  16. Gravatar Icon 16 Lemmy Caution 13. März 2008 um 14:02 Uhr

    Ne. Alle dasselbe denken tun die sicher nicht. Zum Beispiel die Oberschicht, also die Hoteldiener, Barmänner und Bademeister in Hotels für Europäer und Kanadier sehen das sicher viel positiver. Sind aber vermutlich genau jene, die es in jeder Gesellschaft einfach finden, sich dem jeweiligen Establishment anzupassen.
    Das kubanische Bildungssystem zeigt übrigens nachweisbar gute Erfolge. Der Rest ist de pinga. Um es mit dem letzten Ausdruck wieder über die vermutlich fukault-mässig äußerst fragwürdige Authentitätsschiene zu versuchen.

    nix für ungut
    Lemmy

  17. Gravatar Icon 17 lysis 13. März 2008 um 14:25 Uhr

    Komm, hetz woanders weiter! Das hat mit dem Thema überhaupt nichts mehr zu tun.

  18. Gravatar Icon 18 lysis 13. März 2008 um 15:10 Uhr

    Also, einen letzten Kommunistenfresser-Kommentar beantworte ich noch:

    Hm, warum versuchen bloß alle Kubaner, die können, das kommunistische Paradies gen USA zu verlassen?

    Grade sind wieder fünf kubanische Fußballspieler in Florida geblieben.

    http://www.miamiherald.com/457/story/454623.html

    Da „flüchten“ fünf kubanische Fußballspieler in die USA, weil sie sich dort eine Profikicker-Karriere erhoffen, und schon ist das der Beweis, dass man’s auf Kuba nicht aushält. Wahnsinn!

    Dass auch Millionen Mexikaner gern in die USA „flüchten“ würden, aber für diese Leute komischerweise sämtliche Grenzen rammeldicht bleiben und sogar ein Zaun gebaut wird, der sie davon abhalten soll, fällt dir dabei gar nicht mehr auf. Und dabei ist ihre Motivation doch überhaupt keine andere als die der fünf U23-Kicker aus Kuba: sie wünschen sich ein besser situiertes Leben in einem der reichsten Industrieländer der Welt, das gleich nebenan liegt.

    Dass man die Kubaner alle reinlässt, die Mexikaner aber nicht, hat überhaupt nichts damit zu tun, dass die fünf Profikicker politisch verfolgt gewesen wären. Davon ist in dem Artikel auch nirgendwo die Rede. Es hat damit zu tun, dass die USA Kuba destabilisieren und als Hölle darstellen will. Aber warum tut sie das nicht mit Mexiko? Muss es dort nicht auch die Hölle sein, wenn Millionen von Mexikanern versuchen, nach drüben zu machen? Warum ist die USA da auf einmal so hartherzig? Komisch, nicht.

  19. Gravatar Icon 19 312441 14. März 2008 um 13:01 Uhr

    Bist du wirklich so doof, Lysis, oder tust du nur so? Dass es zigtausende Kubaner in Miami oder Madrid gibt, dürftest du eigentlich wissen, diese fünf Fußballer sind nur die letzte Meldung. In Mexico lebt man nicht besser als auf Kuba, das stimmt, aber was sagt das über das kubanische System aus? Das man in Kuba daran denkt, gleichgeschlechtliche Ehen zuzulassen(im rechtsgerichteten Kolumbien tut man das auch), ändert nichts daran, dass das kubanische System es nicht fertig bekommt, akzeptable Lebensverhältnisse für die Mehrheit der Menschen dort zu schaffen; eigentlich kein Wunder bei dem dort praktizierten Steinzeitmarxismus.

  20. Gravatar Icon 20 bigmouth 14. März 2008 um 13:25 Uhr

    syteinzeitmarxismus? das sind doch nicht die roten khmer.

    wer sich mal ohne agenda anguckt, was auf kuba seit 89 gelaufen ist, wird nicht umher kommen, anerkennung zu zollen, bei plötzlichem wegfall von agrarimporten, hat es kuba geschafft, von cashcrops auf selbsternährung umzusteigen, und das wegen des boykotts und kreativer nutzung von methoden den biologisch-ökologischen landbaus.

    auf kuba sterben bei hurricanes viel weniger leute als in den USA, weil die frühwarnsysteme besser funktionieren. die nichterhältlichkeit v medikamenten usw wird durch recht ausführliche vorsorgemedizin ganz gut ausgeglichen (wobei das aber einhergeht mit deutlich größerer einmischung in private lebensfürhung als das ärzte hierzulande machen können)

    man sollte kuba differenziert betrachten. ich bin verhalten optimistisch, das mit castros abdankung es geschafft werden könnte, den übergang hinzukriegen zu einem sozialismus, wie die leute nicht nur die verfügungsmaße der tatsächlich für sie eingenommenen guten autoritären herrschaft zu werden. wo leute entscheidungen nicht deshalb treffen können, weil sie vor zig jahrzehnten mal gute soldaten waren.

    andernfalls droht kuba nämlich ein schicksal wie dem ostblock

  21. Gravatar Icon 21 312441 17. März 2008 um 15:20 Uhr

    Tja mit dem Wegbrechen der Wirtschaftshilfe aus der UDSSR ging es halt bergab mit Kuba. Aber du hast recht, es gibt positive Ansätze:

    “Die kubanische Presse beginnt, negative Meldungen über die Lage des Landes zu veröffentlichen. Bisher wurden in erster Linie die Vereinigten Staaten, der ideologische Feind, kritisiert. Jetzt werden auch Fälle von Korruption, Verbrechen und die Ineffizienz der staatlichen Wirtschaftspolitik in der offiziellen Zeitung „Granma“ kritisiert.“

    http://www.elpais.com/articulo/internacional/prensa/cubana/comienza/publicar/noticias/negativas/pais/elpepuintlat/20080315elpepuint_11/Tes

  22. Gravatar Icon 22 kleines licht 24. März 2008 um 16:32 Uhr

    ..ähm nur kurz.

    sagt eueren freunden und bekannten in nepal
    unbedingt nochmal, dass sie wählen gehen sollen.
    http://www.nepalmountainnews.com/news.php/2008/02/28/ca-polls-five-nepal-gays-in-the-field.html
    die sollen dann auch unbedingt die leseunkundigen
    mitnehmen. nicht wirklich ein problem. kreuzchen
    einfach bei diesem symbol machen:
    http://www.election.gov.np/images/votinglogos/2.jpg
    http://www.election.gov.np/EN/legal/list.php

    danke !

  1. 1 MPunkt Trackback am 13. März 2008 um 17:35 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.