Homophobie in der österreichischen Nazi-Partei FPÖ: eine kleine Chronik

Queer.de, 14. 8. 2008:

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat in einem Interview von der „Krankheit Homosexualität“ gesprochen – diese Einschätzung beruhe auf seinem katholischen Glauben, so Strache. […] „Ich bin Katholik und Christ, auch die Kirche spricht von der Krankheit Homosexualität. Ich bin der Meinung des Heiligen Vaters […]“ Seine Partei wende sich ferner gegen „Gender-Wahnsinn“.


Queer.de, 16. 6. 2008:

Der österreichische Parlamentsabgeordnete Karlheinz Klement (FPÖ) hat mit einer Hasstirade gegen Schwule für Aufregung gesorgt. Im Wiener Nachrichtenmagazin „Profil“ erklärte der stellvertretende Parteichef, dass sich Männer vor Feministinnen und Homosexuellen „fürchten“ müssten. Weil er kein „Weichei“ sei, wolle er die Dinge beim Namen nennen: „Homosexualität ist für mich nicht normal, sondern wider die Natur.“ Im Tierreich komme sie – trotz anderslautender Berichte – nicht vor. Und das habe einen Grund: „Homosexualität ist eine Kultur des Todes.“ Denn Schwule könnten schließlich keine Kinder kriegen. Die andere Gefahr seien emanzipierte Frauen, da auch sie die Geburtenrate drückten und Österreich zum Aussterben verdammen könnten, so der Nationalratsabgeordnete. Heutzutage würden „die Kampfemanzen versuchen, den Frauen die Weiblichkeit auszutreiben“, erklärte Klement.

Queer.de, 5. 8. 2008:

Rechtspopulist Jörg Haider wird in einer Pressemitteilung seiner Ex-Partei geoutet. […] „Der schwer in die Jahre gekommene Jörg Haider vergnügt sich im Tollhaus nicht nur mit Knaben, sondern lässt wieder einmal seine Püppchen tanzen“, eröffnet die FPÖ ihre Tirade. […] Die FPÖ weiß auch, wer Haiders „Buberlpartie“ (also schwuler Liebhaber) ist: Ewald Stadler, wahrscheinlicher BZÖ-Spitzenkandidat, der erst im vergangenen Jahr die FPÖ verlassen hat. Stadler sei „offenbar einer der letzten, die Jörg Haider die Stange halten“, so die Freiheitlichen höhnisch. Sie spekulieren weiter, dass „Stadlers übertriebenes Auftreten gegen Homosexualität nur eine Nebelgranate gewesen [sei], um seine Nähe zu Haider zu vertuschen“.

Queer.de, 17. 11. 2005:

Volksanwalt Ewald Stadler hat Homo-Paare als „pervers“ bezeichnet. Der Politiker der freiheitlichen FPÖ hatte am Dienstag bei einer Parteiveranstaltung erklärt: „Homosexuelle und andere perverse Partnerschaften“ werde die FPÖ nicht anerkennen. […] Stadler, der dem deutschnationalen Flügel der FPÖ zugerechnet wird, stand bereits häufiger in der Kritik. So hatte er sich 2002 für einen „enttabuisierten Umgang mit unserer Geschichte“ ausgesprochen und den in Deutschland wegen Volksverhetzung verurteilten Holocaust-Leugner Horst Mahler als politisch Verfolgten bezeichnet.

Mit Dank für die Hinweise an Big Berta.


3 Antworten auf “Homophobie in der österreichischen Nazi-Partei FPÖ: eine kleine Chronik”


  1. 1 Katholische Nazi-Website spricht von “mongoloiden Abfallmenschen” « Lysis Pingback am 19. Oktober 2008 um 5:23 Uhr
  2. 2 Abfallmenschen und die Kultur des Todes « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 19. Oktober 2008 um 13:10 Uhr
  3. 3 Gesellschaftkritischer Offenbarungseid « Lysis Pingback am 31. Dezember 2008 um 11:13 Uhr
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