Comments on: Homophobie in der österreichischen Nazi-Partei FPÖ: eine kleine Chronik http://fqueer.blogsport.de/2008/10/19/homophobie-in-der-oesterrreichischen-nazi-partei-fpoe/ Blog für sexuelle Desintegration Sun, 13 Oct 2019 23:32:34 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Gesellschaftkritischer Offenbarungseid « Lysis http://fqueer.blogsport.de/2008/10/19/homophobie-in-der-oesterrreichischen-nazi-partei-fpoe/#comment-7598 Wed, 31 Dec 2008 10:13:16 +0000 http://fqueer.blogsport.de/2008/10/19/homophobie-in-der-oesterrreichischen-nazi-partei-fpoe/#comment-7598 [...] Rüdiger Lohlker, Professor für Orientalistik an der Universität Wien und in dieser Funktion seit mehreren Jahren selbst mit der Erforschung von Islamismus und der Entwicklung dschihadistischen Denkens befasst, rezensiert in der aktuellen Ausgabe der “Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes” (WZKM) den 2008 von den beiden Österreichern Thomas Schmidinger und Dunja Larise herausgegebenen Sammelband Zwischen Gottesstaat und Demokratie, ein Werk, bei dem es sich — zumindest dem im Untertitel formulierten Anspruch nach — um ein “Handbuch des politischen Islam” handeln soll. Warum es diesem Anspruch nicht gerecht wird, erklärt Lohlker auführlich, über viele Seiten hinweg, an zahllosen, dem Band entnommenen Einzelbeispielen, in denen sich teils eine krasse Unkenntnis des Gegenstands, teils eine für ein Handbuch völlig unangemessene Neigung zum Tendenziösen und Pamphlethaften offenbart. Mehr noch aber zeigt sich in dem Buch ein gerade für linke Autor_innen – und als solche sollen sich Schmidinger und Larise nach wie vor verstehen – verblüffender Mangel, die eigene, vermeintlich “aufgeklärte” Gesellschaft (wir sprechen von Österreich!) noch kritisch ins Visier zu nehmen. Die Folge ist eine Totalverschiebung jeglicher denkbaren Kritik an Verhältnissen, die für den Alpenstaat ganz und gar konstitutiv sind – wie Homophobie, Antisemitismus und politischer Konservatismus –, auf den “Anderen” in Gestalt muslimischer Klein- und Kleinstverbände, die trotz ihrer oftmals moderaten Position auf dem Abweg einer “Hermeneutik des Verdachts” samt und sonders in eine ideologische Nähe zur ägyptischen Muslimbruderschaft gerückt werden. Lohlker: Auch mit Bezug auf den Kritikpunkt der Homophobie können die AutorInnen aus Platzmangel nur auf neuere Literatur wie die die Arbeiten von El-Rouayheb oder unlängst Georg Klauda verwiesen werden, die die kommode Konstruktion des Anderen des aufgeklärten Europa erschweren. Denn darum handelt es sich. Es geht um die Zuweisung von Phänomenen, die in Europa, dem Hort der Aufklärung, durchaus massiv präsent sind, an die ‘Anderen’, hier nicht die Muslime, sondern die Islamisten u.ä. Die knapp sechszeilige Rückversicherung, dass es natürlich Antisemitismus und Homophobie in anderen Strömungen gebe (S.46), wirkt angesichts der seitenlangen eindeutigen Zuweisungen nur als Ornament am Rahmen eines eindeutigen Bildes. […] Dass hier die „Universalität der Aufklärung“ zum Schibboleth wird, von dem jeglich kritischer Blick fernzuhalten ist, verwundert nicht. An solchen Stellen entpuppt, der sich als „Handbuch“ objektiv gerierende Band als Tendenzschrift. Eine Tendenzschrift, die ihren eigenen Ausgangspunkt verbirgt. […] Der Band ist Ausdruck einer affirmativ verstandenen Moderne, gegen die der politische Islam als Gegenbild konstruiert wird. Insofern ist er ein Teil des aktuellen Diskurses um die ‘europäischen Werte’, die zur Ausgrenzung bestimmter Organisationen und Bevölkerungsgruppen konstruiert werden, einmal in einer christlichen (manchmal christlich-jüdisch u.a.m.), im vorliegenden Band in einer linken Variante – auch wenn sich die AutorInnen immer wieder gegen extremere rechte Varianten des Diskurses abgrenzen. Darauf, dass diese „dominierende Politik des Misstrauens und der Meidung“ fatale Folgen haben kann, hat unlängst Werner Schiffauer hingewiesen – aus empirischer Kenntnis der Verhältnisse (Werner Schiffauer: Parallelgesellschaften, Bielefeld 2008: 124). […] Resümieren können wir nur, dass der Band „Zwischen Gottesstaat und Demokratie“ keinerlei fundierten Überblick bietet – nicht über den politischen Islam allgemeinen und nicht über den in Österreich. Die Absicht mag lobenswert gewesen sein… Es ist allerdings ein Band herausgekommen, der wieder einmal davon zeugt, dass über ‘Islam’ zu schreiben, den Verzicht auf Wahrung von Qualität rechtfertigt. [...] […] Rüdiger Lohlker, Professor für Orientalistik an der Universität Wien und in dieser Funktion seit mehreren Jahren selbst mit der Erforschung von Islamismus und der Entwicklung dschihadistischen Denkens befasst, rezensiert in der aktuellen Ausgabe der “Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes” (WZKM) den 2008 von den beiden Österreichern Thomas Schmidinger und Dunja Larise herausgegebenen Sammelband Zwischen Gottesstaat und Demokratie, ein Werk, bei dem es sich — zumindest dem im Untertitel formulierten Anspruch nach — um ein “Handbuch des politischen Islam” handeln soll. Warum es diesem Anspruch nicht gerecht wird, erklärt Lohlker auführlich, über viele Seiten hinweg, an zahllosen, dem Band entnommenen Einzelbeispielen, in denen sich teils eine krasse Unkenntnis des Gegenstands, teils eine für ein Handbuch völlig unangemessene Neigung zum Tendenziösen und Pamphlethaften offenbart. Mehr noch aber zeigt sich in dem Buch ein gerade für linke Autor_innen – und als solche sollen sich Schmidinger und Larise nach wie vor verstehen – verblüffender Mangel, die eigene, vermeintlich “aufgeklärte” Gesellschaft (wir sprechen von Österreich!) noch kritisch ins Visier zu nehmen. Die Folge ist eine Totalverschiebung jeglicher denkbaren Kritik an Verhältnissen, die für den Alpenstaat ganz und gar konstitutiv sind – wie Homophobie, Antisemitismus und politischer Konservatismus –, auf den “Anderen” in Gestalt muslimischer Klein- und Kleinstverbände, die trotz ihrer oftmals moderaten Position auf dem Abweg einer “Hermeneutik des Verdachts” samt und sonders in eine ideologische Nähe zur ägyptischen Muslimbruderschaft gerückt werden. Lohlker: Auch mit Bezug auf den Kritikpunkt der Homophobie können die AutorInnen aus Platzmangel nur auf neuere Literatur wie die die Arbeiten von El-Rouayheb oder unlängst Georg Klauda verwiesen werden, die die kommode Konstruktion des Anderen des aufgeklärten Europa erschweren. Denn darum handelt es sich. Es geht um die Zuweisung von Phänomenen, die in Europa, dem Hort der Aufklärung, durchaus massiv präsent sind, an die ‘Anderen’, hier nicht die Muslime, sondern die Islamisten u.ä. Die knapp sechszeilige Rückversicherung, dass es natürlich Antisemitismus und Homophobie in anderen Strömungen gebe (S.46), wirkt angesichts der seitenlangen eindeutigen Zuweisungen nur als Ornament am Rahmen eines eindeutigen Bildes. […] Dass hier die „Universalität der Aufklärung“ zum Schibboleth wird, von dem jeglich kritischer Blick fernzuhalten ist, verwundert nicht. An solchen Stellen entpuppt, der sich als „Handbuch“ objektiv gerierende Band als Tendenzschrift. Eine Tendenzschrift, die ihren eigenen Ausgangspunkt verbirgt. […] Der Band ist Ausdruck einer affirmativ verstandenen Moderne, gegen die der politische Islam als Gegenbild konstruiert wird. Insofern ist er ein Teil des aktuellen Diskurses um die ‘europäischen Werte’, die zur Ausgrenzung bestimmter Organisationen und Bevölkerungsgruppen konstruiert werden, einmal in einer christlichen (manchmal christlich-jüdisch u.a.m.), im vorliegenden Band in einer linken Variante – auch wenn sich die AutorInnen immer wieder gegen extremere rechte Varianten des Diskurses abgrenzen. Darauf, dass diese „dominierende Politik des Misstrauens und der Meidung“ fatale Folgen haben kann, hat unlängst Werner Schiffauer hingewiesen – aus empirischer Kenntnis der Verhältnisse (Werner Schiffauer: Parallelgesellschaften, Bielefeld 2008: 124). […] Resümieren können wir nur, dass der Band „Zwischen Gottesstaat und Demokratie“ keinerlei fundierten Überblick bietet – nicht über den politischen Islam allgemeinen und nicht über den in Österreich. Die Absicht mag lobenswert gewesen sein… Es ist allerdings ein Band herausgekommen, der wieder einmal davon zeugt, dass über ‘Islam’ zu schreiben, den Verzicht auf Wahrung von Qualität rechtfertigt. […]

]]>
by: Abfallmenschen und die Kultur des Todes « Analyse, Kritik & Aktion http://fqueer.blogsport.de/2008/10/19/homophobie-in-der-oesterrreichischen-nazi-partei-fpoe/#comment-6326 Sun, 19 Oct 2008 12:10:23 +0000 http://fqueer.blogsport.de/2008/10/19/homophobie-in-der-oesterrreichischen-nazi-partei-fpoe/#comment-6326 [...] Das christliche Fundamentalisten keine Probleme mit Nazis und ihrer Ideologie haben ist an sich nichts neues, jedoch erschreckt es jedes mal wieder. Klerikalfaschisten entdecken die Abtreibungsdebatte von einer ganz anderen Seite. Die vorgeburtliche Mongoloidenjagd birgt enorme Risiken für gesunde, rassenreine Kinder. Kotz! Bei diesem Dreck ist die Homophobie und Gegenemanzipation der FPÖ schon beinah lächerlich. [...] […] Das christliche Fundamentalisten keine Probleme mit Nazis und ihrer Ideologie haben ist an sich nichts neues, jedoch erschreckt es jedes mal wieder. Klerikalfaschisten entdecken die Abtreibungsdebatte von einer ganz anderen Seite. Die vorgeburtliche Mongoloidenjagd birgt enorme Risiken für gesunde, rassenreine Kinder. Kotz! Bei diesem Dreck ist die Homophobie und Gegenemanzipation der FPÖ schon beinah lächerlich. […]

]]>
by: Katholische Nazi-Website spricht von “mongoloiden Abfallmenschen” « Lysis http://fqueer.blogsport.de/2008/10/19/homophobie-in-der-oesterrreichischen-nazi-partei-fpoe/#comment-6314 Sun, 19 Oct 2008 04:23:06 +0000 http://fqueer.blogsport.de/2008/10/19/homophobie-in-der-oesterrreichischen-nazi-partei-fpoe/#comment-6314 [...] Die als katholisches Nachrichtenportal getarnte Nazi-Website kreuz.net spricht in einem ihrer jüngsten Artikel über Abtreibung von “lebensunwerte[n] mongoloide[n] Abfallmenschen” und stellt sie der Geburt “rassenreine[r] Kinder” gegenüber, die durch die “Abschlachtung” ersterer nicht gefährdet werden dürften. In Österreich scheint diese neuartige Synthese von Katholizismus und Nazi-Ideologie im Umkreis von FPÖ (17,5%) und BZÖ (10,7%) mittlerweile ausgesprochen populär zu sein, wie nicht nur der Fall Stadler beweist. [...] […] Die als katholisches Nachrichtenportal getarnte Nazi-Website kreuz.net spricht in einem ihrer jüngsten Artikel über Abtreibung von “lebensunwerte[n] mongoloide[n] Abfallmenschen” und stellt sie der Geburt “rassenreine[r] Kinder” gegenüber, die durch die “Abschlachtung” ersterer nicht gefährdet werden dürften. In Österreich scheint diese neuartige Synthese von Katholizismus und Nazi-Ideologie im Umkreis von FPÖ (17,5%) und BZÖ (10,7%) mittlerweile ausgesprochen populär zu sein, wie nicht nur der Fall Stadler beweist. […]

]]>