Archiv für November 2008

„If you want something, you have to fight“

current tv · Portrait of a gay policeman working in Jamaica:

Interview mit Radio Corax

Thema: Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt

Bilder über den Islam sind in Europa ziemlich simpel strukturiert. Moslems oder Islamisten – egal, die werden schnell in einen Topf geworfen, die seien aggressiv, die verabscheuten die westliche Kultur, unterdrückten die Frauen und hassten Homosexuelle. Ironischerweise hat gerade der Westen während der Kolonialisierung diese Sichtweisen in der Islamischen Welt geprägt. Vorher sah die ganz anders und viel toleranter aus… Georg Klauda hat sich literarisch mit der Herkunft der Heteronormativität im Islam befasst. Dazu hat ihn Radio Corax am Telefon interviewt.

(via freie-radios.net)

Sexismus in Weimar

Die Täter-Opfer-Umkehr ist das altbekannte und leider noch immer funktionierende Schema, wenn in der Linken um sexuelle Übergriffe gestritten wird. Deshalb: Solidarität mit der Gerberstraße 1!  

Studie widerlegt rechte Hetzer

Queer.de macht auf eine neue Studie der Universität Amsterdam aufmerksam, die einmal mehr zeigt, wie sehr die rassistischen Beschuldigungen der letzten Jahre in Punkto homophober Gewalt auf purer Phantasie beruhten:

Demnach gehe Aggressivität vor allem von jungen Holländern mit niedrigem Bildungsstand aus. Diese sähen der Studie zufolge Schwule als „Raubtiere, die jeden Moment zuschlagen“ könnten. In 40 Prozent der gewalttätigen Überfälle griffen die Täter an, weil sie dächten, Schwule wollten sie „verführen“. In diesen Kreisen würden Schwule nur akzeptiert werden, wenn sie sich nicht „zu schwul“ verhielten. Daher müsse gerade unter unterdurchschnittlich gebildeten Jugendlichen Aufklärungsarbeit betrieben werden. […]

Anders als von einer Reihe von rechtsgerichteten Politikern immer wieder behauptet, stellten islamisch orientierte Migranten nicht die Hauptgruppe unter den Tätern: Bei nur 16 Prozent der Täter handele es sich um „Nicht-Weiße“, heißt es in der Statistik. Die große Mehrheit der Täter seien eingeborene Niederländer. Allerdings ist der Anteil von Migranten in der Hauptstadt offenbar höher: Der Amsterdamer Studie zufolge sind 36 Prozent der Täter marokkanischer Herkunft, obgleich sie nur 16 Prozent der Bevölkerung stellen. Jedoch gehören Marokkaner in der Hauptstadt auch überdurchschnittlich der bildungsfernen Schicht an, die unabhängig von Herkunft und Religion homophober eingestellt ist.

Hinzuzufügen ist, dass bei den Zahlen aus Amsterdam neben der größeren Bildungsferne vor allem auch das erheblich niedrigere Durchschnittsalter von Migrant_innen als statistischer Zerrfaktor eine Rolle spielt. Aber Rassismus ist ja bekanntlich gegen jede Empirie immun.

PS: Siehe auch den lesenswerten Kommentar von Queer-o-mat zur jüngsten „Moslem“-Debatte in Berlin.

Neue Rezensionen zu „Die Vertreibung aus dem Serail“

Hier zwei neue Besprechungen des auch von uns beworbenen Buches Die Vertreibung aus dem Serail, und zwar einmal auf Queer.de und das andere Mal in der sexualpolitischen Zeitschrift Gigi — dort mit dem schönen Titel „Die Infamie der Ägypter“. (Zur Erinnerung auch noch mal der Link auf die erste Rezension in Rosige Zeiten.)