Epstein/Friedman – Paragraph 175 (USA 2000)

Während sich der Deutsche Filmförderfonds die Pflege des Stauffenberg-Mythos von einem konservativen antifaschistischen Widerstand in Deutschland schon mal 4,8 Mio. Euro kosten lässt, ging der amerikanische Dokumentarfilm Paragraph 175 aus dem Jahr 2000, der die Verbrechen der deutschen „Volksgemeinschaft“ gegen Homosexuelle behandelt, nicht nur leer aus, sondern durfte, wie einer der Regisseure damals auf der Berlinale offenbarte, dem Rechtsnachfolger des „Dritten Reichs“ für die Nutzung des historischen Filmmaterials auch noch horrende Urheberrechtsgebühren überweisen. Herausgekommen ist trotzdem ein kleines Meisterwerk, das zurzeit auf Youtube komplett angesehen werden kann:

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11 Antworten auf “Epstein/Friedman – Paragraph 175 (USA 2000)”


  1. Gravatar Icon 1 cannon fodder 06. Januar 2009 um 23:51 Uhr

    Ein starker Film! Inhaltlich wie formal. Danke Lysis.

  2. Gravatar Icon 2 antifaunited 07. Januar 2009 um 22:43 Uhr

    Das schlimme ist ja, das der rechtsnachfolger Bundesrepublik es bis heute nicht für nötig hielt, die noch lebenden opfer zu entschädigen. unbd das obwohl sie sich ja sogar bemühen, angebliche ddr-sed-opfer zu entschädigen.

    Vielleicht liegt es auch daran, das man sich klammheimlich am angeblichen „unrechtsstaat“ ddr rächen will, denn diese böse diktatur beseitigte den 175 bereits 1988 ersatzlos, zu einer zeit, zu der csu-politiker nach KZ’s für schwule riefen.

  3. Gravatar Icon 3 pirat 08. Januar 2009 um 8:43 Uhr
  4. Gravatar Icon 4 Markus 08. Januar 2009 um 20:09 Uhr

    „zu einer zeit, zu der csu-politiker nach KZ’s für schwule riefen.“

    Quelle?

  5. Gravatar Icon 5 lysis 09. Januar 2009 um 13:15 Uhr

    Quelle:

    So forderte der bayerische Kultusminister Zehetmair (CSU): „Es kann nicht um noch mehr Verständnis für Randgruppen gehen, sondern darum, sie auszudünnen. […] Diese Randgruppe muß ausgedünnt werden, weil sie naturwidrig ist.“ (in einer Sendung des bayerischen Rundfunks am 19. Februar 1987, zitiert nach ebd., 3). Der bayerische Staatssekretär Peter Gauweiler „sprach schon von ‚Seuchenherden‘, die er ausmerzen wolle.“ (STERN 19.2.1987, 28). […] Was sich CSU-Politiker im einzelnen darunter vorstellen, deuten sie in ihren Reden an. Infizierte und Kranke, schlug der CSU-Bundestagsabgeordnete Horst Seehofer vor, müßten künftig „in speziellen Heimen“ gesammelt werden. Er sprach von „konzentrieren“, sein Parteifreund und neuer Bonner Staatssekretär Erich Riedl von „absondern“. Zum Vokabular des Herrenmenschen griff Kultusminister Hans Zehetmair. Aids sei das Symptom einer maroden Gesellschaft, die gesellschaftlichen Randgruppen müßten jetzt „ausgedünnt werden“. Homosexualität gehöre in den „Randbereich der Entartung“. Zehetmair: „Das Umfeld der ethischen Werte muss wiederentdeckt werden, um diese Entartung auszudünnen.“ (DER SPIEGEL 16.3.1987, 131).

  1. 1 Anonymous Trackback am 08. Januar 2009 um 0:53 Uhr
  2. 2 ein sehr guter film: Epstein/Friedman - Paragraph 175 (USA 2000) « wider die totalverblödung Pingback am 08. Januar 2009 um 12:05 Uhr
  3. 3 Links vom 2. bis 9. Januar 2009 | i heart digital life Pingback am 09. Januar 2009 um 12:35 Uhr
  4. 4 Menschenrechte Jetzt für jeden und für immer! Trackback am 22. Januar 2009 um 7:42 Uhr
  5. 5 Queer denken, Queer handeln, Queer leben Trackback am 22. Januar 2009 um 8:48 Uhr
  6. 6 Die Unterjochung der Mehrheitsdeutschen durch die Homo-Lobbies: Wie Geschichte gemacht wird « Metalust & Subdiskurse Reloaded Pingback am 23. Juli 2009 um 9:52 Uhr
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