Dass sich auf dem ADF die geballte Dummheit der antideutschen Szene zu einem schaurigen Stelldichein versammelt, haben wir ja schon hier und hier festgestellt. Aber die neuesten Auslassungen des katholischen Barebackers „DocHolliday“ sind ja nun wirklich kaum noch zu toppen:
Wer „Kondome in ein schlechtes Licht stellt“ leistet nämlich keineswegs Beihilfe zum Totschlag, sondern stellt zunächst einfach nur unter Beweis, dass seine Ansichten von den quasi-regierungsamtlichen, die unter anderem in penetranter Form von den Reklametafeln in der U-Bahn verkündet werden, abweichen.
OK, soweit der Bewerbungantrag des ADF für den diesjährigen Darwin Award! Für alle andern aber gilt nach wie vor:

Antideutsch, katholisch und barebacking. Vor diesen Zuschreibungen schützt ganz bestimmt kein Kondom.
Abgesehen davon sollte jeder, der sich Sexualität ohne Kondom nur als Abgrund vorstellen kann, einmal seine Mama fragen, wie er überhaupt gezeugt wurde.
Also irgendwie scheinst du nicht ganz zu raffen, worum’s geht, wa?
Was glaubst du denn, worum es geht?
Darum, dass sich dein denunziatorisches Gezeter gegen die „regierungsamtlichen Ansichten“ der „Reklametafeln“, die darüber aufklären, dass Kondome vor Aids schützen, sich unverhohlen in die gegenaufklärerische wie brandgefährliche Verschwörungstheorie der so genannten Aids-Leugner fügt?
Darum, dass du, wie der „Lebensschützer“ Kardinal Ratzinger, die biblische Aufforderung „Seid fruchtbar und mehret euch!“ über das Lebensglück und Existenzrecht konkreter Individuen stellst?
Darum, dass deine Anti-Kondom-Propaganda nichts anderes als ideologische Flankenhilfe für den katholischen Fundamentalismus und Kollaboration mit dem religiös motivierten Totschlag zehntausender Menschen ist, die von Nonnen und Priestern in Afrika erzählt bekommen, dass Kondome für den Aids-Virus durchlässig oder sogar mit ihm beschichtet seien?
Sind das die nicht-regierungsamtlichen Ansichten, die du in neokonservativen Foren wie dem ADF zu verteidigen suchst? Ist das der „catholic turn“, den die Bahamas in ihrer letzten Ausgabe annonciert hat und den Deppen wie du jetzt exekutieren?
Diese Tour mit dem angedrehten denunziatorischen Gezeter (TM by lysis) zieht bei mir nicht. Dass du meinen Beitrag als „Anti-Kondom-Propaganda“ bezeichnest ist ebenso lächerlich wie dein ursprünglicher Kommentar, in dem du meinen Beitrag noch als „Beihilfe zum Totschlag“ klassifiziert hast.
Das in dieser absurden Formulierung zum Ausdruck kommende Strafbedürfnis speist sich natürlich daraus, dass es um Sexualität bzw. sexuelle Versagung geht. Wenn die so verfügbaren Triebenenergien sich mit dem Hass auf den Westen (1) bzw. dem antikatholischen Kulturkampf verbinden, ist der Ruf nach dem starken Staat, der alle möglichen vermeintlichen Totschläger, die in Wahrheit nur durch fehlende Zustimmung an das erinnern, was man unbedingt verdrängen möchte, einbuchten soll fast schon unvermeidlich.
Da außerdem die eigenen ideologischen Projektionen affektiv besetzt sind, gestaltet sich ein Umdenken eher schwierig, weshalb wir diesen Dialog vielleicht einfach schleunigst beenden sollten.
PS: In dem letzten Beitrag bestätigst du außerdem, dass du dir Sexualität ohne Kondom eben nur als Verhängnis vorstellen kannst. Dass eine dermassen borniert-fetischistische Ansicht ausgerechnet von einem Poststrukturalisten kommt, zeigt nur einmal mehr, wie schnell „Dekonstruktion“ in ihr glattes Gegenteil umschlägt.
(1) Worum gehts nochmal in deinem neuen Buch?
LOL, also mit deinem letzten Kommentar hast du die Schwelle zur Wahnproduktion wohl endgültig überschritten: Sexualversagung, Katholikenfeindschaft, Kondomreklame, Poststrukturalismus, Hass auf den Westen – alles eins!
Na, wenigstens kann man sich damit beruhigen, dass sich Wahnsinnige wie du langfristig aus dem Genpool entfernen, indem sie sich bewusst der Gefahr letaler Geschlechtskrankheiten aussetzen.
Weniger schön ist allerdings, dass, als diese Gefahr noch nicht bekannt war, eine halbe Generation von Schwulen daran verreckt ist, während Parakatholiken wie du, die sie zwar kennen, aber aus ideologischen Motiven leugnen, wahrscheinlich trotzdem überleben werden, weil sie Sex, wie Mama, grundsätzlich nur zur Fortpflanzung mit einem kirchlich angetrauten Geschlechtspartner „nutzen“.
Und solche Leute wollen dann andere über „Triebunterdrückung“ und „Sexualversagung“ aufklären! Komm, verpiss dich, du Arsch, man muss sich nicht mit jedem Deppen unterhalten.
JesusMariaundJosef! Was für ein Irrsinn! Versuch es doch mal mit Baldriantee oder so.
Also liebe Leute,eh ihr euch gegenseitig zerfleischt: Ich lebe in einer eingetragenen Partnerschaft und hatte von anbeginn mit meinem partner nur ungeschützten sex.
Das hat einfach etwas mit Vertrauen zu tun.
Anders würde dies aussehen, wenn wir eine rein platonische sexfreundschaft hätten, dann würde ich keinesfalls auf das kondom verzichten.
Andererseits muss ich doch sagen, ohne das ich hier irgendwem in den Rücken fallen will oder irgendjemandem zustimmen will, ganz von mir aus, das es doch jedem selbst überlassen sein sollte, ob er nun bare oder safer poppt, denn schließlich leben wir ja in einem, offiziell, freien land.
Wenn also zwei oder mehr erwachsene männer sich darauf einigen, ungeschützten sex zu praktizieren, dann sollen sie das doch bitte auch tun dürfen, denn wenn wir jetzt wieder damit anfangen, irgendetwas vorschreiben zu wollen, mittels gesetzen, dann sind wir wieder ruck zuck bei den rosa listen und dem 175er. oder noch etwas schlimmerem.
zumal wir ja bereits die anfänge sehen, ich sage nur ursula vom leiden, denn bei ihren „sperren“ geht es definitiv nicht nur um kipos(zumal mit derlei sperren niemandem geholfen ist, vor allem nicht den opfern solcher perverser filme), sondern darum, unliebsame seiten dicht zu machen und damit das GG faktisch ausser kraft zu setzen.
Also leutz, zankt euch nicht wegen bare poppen oder nicht, wendet euch doch mal den wichtigeren dingen zu, zum beispiel diesem: http://gaybocholt.wordpress.com/2009/04/28/anleitung-zum-antideutscher-werden/
Also Totschlag ist immer noch eine Straftat, auch in der sog. „freien Welt“, und ich hoffe doch, das wird sich nicht so schnell ändern. Wer weiß, dass er HIV hat, und trotzdem ungeschützten Verkehr praktiziert, bringt andere Leute sehenden Auges um. Dafür werden die Täter strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Mehr noch sollte das aber auch für jene kleinen Szene-Kriminellen gelten, die so etwas Perverses wie „Bareback-Parties“ veranstalten und dann doch bitte wenigstens für die entstehenden humanen Kosten aufkommen sollten.
Vermutlich bist du, wie ich auch, nicht mehr aus der Generation der Leute, deren schwule Freunde fast alle weggestorben sind, weil sie sich in den roaring 80’s mit HIV infiziert haben. Aber glaub mir, du wirst vermutlich noch einige Freunde an Aids verlieren, die es dir jetzt noch nicht gesagt haben, dass sie diese Krankheit haben. Und vielleicht wirst du, wenn du es erfährst, nicht mehr so locker-flockig über dieses Thema reden.
Es ist einfach saudumm, sich nicht zu schützen, aber wenn, dann sollte man das wenigstens für sich behalten und nicht die Welt mit seiner zur Ideologie geronnenen Blödheit belästigen.
Also, um das mal klar zu stellen: Ich habe nicht gesagt, das es mir egal sei. und ich habe auch nicht behauptet, das Leute, die von ihrer HIV-Infektion wissen und andere vorsätzlich infizieren, nicht bestraft werden sollen.
Jedoch halte ich es für ungerecht, HIV-Positive in die Schmuddelecke zu stellen und zu sagen, ihr bösen sollt jetzt für den finanziellen schaden aufkommen, denn das ist purer Populismus und so etwas erwarte ich eigentlich nur von CDU/CSU Politikern oder Leuten, die noch weiter Rechts stehen.
Dann müßtest du aus lauter Konsequenz die gesetzliche Krankenversicherung gleich ganz abschaffen, denn die Behandlung von folgeerkrankungen durch Rauchen und Alkohol kostet definitiv weit mehr, zumal es kein Problem mehr ist, die Medikamente für die HIV-Behandlung nicht in deutschland, wo sie weit überteuert sind, sondern beispielsweise aus den Niederlanden zu beziehen. Dann danken das die Kassen sogar, weil sie dadurch bis zu 40% sparen.
Und, die richtig hohen kosten entstehen in Krankenhäusern, nicht durch Medikamente. Das sollte man auch bedenken.
Im übrigen muss ich auch klar stellen, das ich selbst entscheiden kann, ob ich über mein Sexleben rede oder nicht und ich muss mich auch nicht für meine Sexualität verstecken.
Zumal ich auch ganz deutlich geschrieben habe, das ich das nur in meiner ehe so hand habe. NICHT ausserhalb, zumal das für mich ohnehin nicht in betracht kommt.
Was ich jedoch für Ideologisch und blöd halte, ist die tatsache, das du versucht, den menschen vorzuschreiben wie sie zu poppen haben. Das ist verdammt gefährlich, denn wenn das ersteinmal einer von der rechtsaussenseite aufgreift dann haben wir sie bald wieder, die gesetze gegen homosexuelle, denn dann kommen auch die csu-politiker wieder, die schonmal internierungslager für schwule gefordert hatten.
Nein, zu meiner Jugendzeit spielte HIV keine rolle. Und das obwohl ich in den siebzigern geboren wurde. Trotzdem legte ich immer wert auf das kondom. nur wenn ich verheiratet bin und das misstrauen soweit ist, das ich mit meinem partner safersex praktiziere, dann ist die ganze ehe sinnlos.
Die Ehe ist sowieso sinnlos. Und wenn etwas einer rosa Liste gleicht, dann ist es die eingetragene Partnerschaft, für die du dich vom Staat hast registrieren lassen.
Überhaupt legst du mir hier lauter Sachen in den Mund, die ich nie gesagt habe. Aber für Richtigstellungen ist mir meine Zeit dann doch zu schad.
Nur noch das eine: irgendwann wird’s auch langweilig, ständig diese irreale Drohkulisse aufzubauen, nach dem Motto: bald kommt Gauweiler und steckt uns alle wieder ins KZ! Dass das nicht passieren wird, weißt du vermutlich selbst. Die ganze Safer-Sex-Debatte war in Wirklichkeit der größte historische Promotor für sexuelle Liberalisierung und die Entkopplung von Lust und Fortpflanzung, den es in den letzten 25 Jahren gegeben hat. Eine offenere Diskussion übers Bumsen und wie man sich vor unerwünschten Folgen wie Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten schützt, hat nie zuvor in der Geschichte existiert.
Es zeugt von totaler Einfallslosigkeit, wenn man die gegenwärtige Gesellschaft nicht mehr aufgrund dessen zu kritisieren vermag, was sie ist und was für reale Zumutungen sie für einen bereit hält, sondern immer wieder die Gefahr eines neuen Faschismus heraufbeschwören muss, um überhaupt noch sowas wie eine Kritik gebacken zu bekommen. Bevor sich der historische Faschismus wiederholt, halte ich es für wahrscheinlicher, dass mir der Himmel auf den Kopf fällt. Aber das bleibt unser beider Spekulation.
Jedenfalls will es mir als ein schlechter Witz erscheinen, dass mit dieser ewigen „Staatshysterie“ (Michel Foucault, 1984 an Aids verstorben) jede Diskussion über eine autonome sexuelle Ethik abgebügelt werden soll. Es ist einfach nicht OK, ungeschützt rumzupoppen! Und der Hinweis darauf, dass das nicht in Ordnung ist, impliziert auch in keiner Weise den Ruf nach einem starken Staat. Es ist bloß eine Frage der Anständigkeit, andere und sich selbst vor einer in letzter Konsequenz noch immer tötlichen Krankheit zu schützen – oder zumindest nicht, wie der Papst und seine barebackenden Verteidiger, den offenen Verzicht auf diesen Schutz zu propagieren.
Was allerdings jene Szene-Mafia angeht, die – in dieser Hinsicht fast so kriminell wie die katholische Kirche – aus Profitinteresse einen derart kaputten Fetisch wie das „Barebacking“ bedient und entsprechende Parties anbietet, finde ich schon, dass man die mal für ein Jahr wegschließen sollte, wenn man sie schon nicht an den humanen Folgekosten ihrer tötlichen Gier beteiligt. Denn so illiberal bin ich als Feind der „falsche[n] Freiheit der Konkurrenz und der Arbeit“ (Moses Hess) dann noch allemal, dass ich die Herrschaft dieser „Freiheit im Zustande des Egoismus“ (ebd.) nicht nur begrenzen, sondern nach Möglichkeit auch abschaffen will.
Es ist übrigens ein Irrtum, dass Mord straffrei sei, wenn das Opfer in seinen eigenen Tod einwilligt. Das gilt noch nicht mal für ärztliche Sterbehilfe, um wieviel weniger aber für die „Bug Chasers“ und „Gift Givers“ auf Bareback-Parties, wo man von einem „ernsthaften und eindringlichen Verlangen“ des Opfers, von seinem Leiden erlöst zu werden, und der Handlung allein aufgrund dieses Verlangens wohl kaum wird reden können. Wie hieß es so schön im Urteil des BGH gegen den „Kannibalen von Rothenburg“?
Man muss wirklich nicht jede absonderliche Erscheinung der „neosexuellen Revolution“ (V. Sigusch) gutheißen aus Angst, es könne dereinst der sexuelle Obrigkeitsstaat mit seinem 175er und den diversen „Unzuchtsparagraphen“ wieder auferstehen.
Darüber hinaus sollte man sich mal fragen, woher denn dieses sexuelle Elend kommt, dass einige Schwule sich wie Lemminge in den Tod stürzen und ob man das aus einer emanzipatorischen Perspektive wirklich sanktionieren will. Ich bin nicht dafür, die Betroffenen zu bestrafen (was du mir unterstellst!), sehr wohl aber dafür, diejenigen Szenehaie, die mit dem Selbstmord von Schwulen ihren Profit machen, rechtlich zur Verantwortung zu ziehen.
Es ist schon irgendwie komisch: Da wird groß davon geredet, man sei für die Community, man sei gegen homophobie, praktiziert aber selbige, indem man Menschen, die nicht genauso wie man selbst denken, kurzerhand verunglimpft.
Dazu habe ich hier einen schönen Beitrag stehen:
http://gaybocholt.wordpress.com/2009/05/20/gaycomunity-nur-ein-traum-nicht-die-realitat/
P.S.: Ich bin KEIN ANTIDEUTSCHER, denn die sind mir zu blöd.
Ich bin nur ein VERHEIRATETER, TREUER Schwuler.