Archiv der Kategorie 'Rassismus & Islamophobie'

Homophober Moslem, toleranter Westen? (II)

Es geht auch irgendwann mit Bloggen weiter, versprochen! Aber in der Zwischenzeit gibt’s hier zumindest mal eine Liste mit neuen Terminen – für eine weitere, bundesweite Tour mit Diskussionveranstaltungen zum Thema „Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt“:

HANNOVER
Di, 14. April ’09, 18:00 Uhr
Institut für Soziologie
Im Moore 21, Raum A 310
Veranstalter: AStA Hannover

BERLIN (Prenzlauer Berg)
Sa, 18. April ’09, 12:00 Uhr
Haus der Demokratie
Greifswalder Str. 4
Veranstalter: Heinersdorf-Bündnis

BERLIN (Neukölln)
Mo, 20. April ’09, 20:00 Uhr
Tristeza Café & Bar
Pannierstr. 5
U-Bhf. Hermannplatz

NÜRNBERG
Mi, 22. April ’09, 20:00 Uhr
DESI Stadtteilzentrum e.V.
Brückenstr. 23
Veranstalter: Gruppe Krisis

HAMBURG
Di, 5. Mai ’09, 19:30 Uhr
Werkstatt 3
Nernstweg 32
S-Bhf. Altona

OLDENBURG
So, 17. Mai ’09, 17:00 Uhr
Infoladen „Roter Strumpf“
Alhambra
Hermannstr. 83

DRESDEN
Mi, 27. Mai ’09, 19:30 Uhr
Hörsaalzentrum (HSZ)
Bergstr. 64
Veranstalter: SchLaU Dresden

MÜLHEIM an der Ruhr
Fr, 5. Juni ’09, 20:00 Uhr
Autonomes Zentrum (AZ)
Auerstr. 51
Veranstalter: Genderterror.de

(Rezensionen zu dem der Veranstaltung zugrundeliegenden Buch u.a. in junge Welt, HIVnachrichten, Streifzüge und Rosige Zeiten.)

Homophober Moslem, toleranter Westen?

Europa und die Heteronormalisierung der islamischen WeltNächste Woche beginnt eine kleine Veranstaltungstour mit Vorträgen und Diskussionen zum Thema Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt — mit Stationen in folgenden Städten:

    Bielefeld:
    Di, 13. Jan., 19:00 Uhr
    Uni Bielefeld
    UHG (Universitätsstr. 25), Hörs. 2
    Veranstalter: Schwulenreferat

    Köln:
    Mi, 14. Jan., 19:30 Uhr
    NaturfreundInnenhaus Köln-Kalk
    Kapellenstr. 9a
    Veranstalter: SOMOST Kalk

    Graz:
    Fr, 16. Jan., 19:30 Uhr
    ausLage_KIG!
    Feuerbachgasse 25
    Veranstalter: KIG! – Kultur in Graz

    Wien:
    Di, 20. Jan., 19:00 Uhr
    Café Willendorf in der Rosa Lila Villa
    Linke Wienzeile 102
    Veranstalter: Rosa Tipp

MP3 zu „Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt“

Hier ein Ausschnitt aus einem Vortrag zum Buch Die Vertreibung aus dem Serail, der am 6. September auf der Antifa-Konferenz in Köln gehalten wurde. Im Audio sind die letzten 14 Minuten des Referats und die anschließende einstündige (!) Diskussion enthalten, an der, sehr zu meiner Erheiterung, auch die „hardcore-antideutsche“ Georg-Weerth-Gesellschaft Köln teilnahm:

Am kommenden Donnerstag (11. Dezember) gibt’s an der FU Berlin — in der Rost-/Silberlaube, Hörsaal 2 — um 16 Uhr einen weiteren Vortrag zum Thema, allerdings mit einem anderen Text und einem etwas anderen inhaltlichen Schwerpunkt.

Eine kleine, nachträgliche Korrektur zum Vortrag noch: „Homosexuellen“ (sexual deviants) war die Einreise in die USA nicht etwa nur bis in die 70er Jahre, sondern in der Tat bis 1990 durch das amerikanische Einwanderungsgesetz untersagt.

Studie widerlegt rechte Hetzer

Queer.de macht auf eine neue Studie der Universität Amsterdam aufmerksam, die einmal mehr zeigt, wie sehr die rassistischen Beschuldigungen der letzten Jahre in Punkto homophober Gewalt auf purer Phantasie beruhten:

Demnach gehe Aggressivität vor allem von jungen Holländern mit niedrigem Bildungsstand aus. Diese sähen der Studie zufolge Schwule als „Raubtiere, die jeden Moment zuschlagen“ könnten. In 40 Prozent der gewalttätigen Überfälle griffen die Täter an, weil sie dächten, Schwule wollten sie „verführen“. In diesen Kreisen würden Schwule nur akzeptiert werden, wenn sie sich nicht „zu schwul“ verhielten. Daher müsse gerade unter unterdurchschnittlich gebildeten Jugendlichen Aufklärungsarbeit betrieben werden. […]

Anders als von einer Reihe von rechtsgerichteten Politikern immer wieder behauptet, stellten islamisch orientierte Migranten nicht die Hauptgruppe unter den Tätern: Bei nur 16 Prozent der Täter handele es sich um „Nicht-Weiße“, heißt es in der Statistik. Die große Mehrheit der Täter seien eingeborene Niederländer. Allerdings ist der Anteil von Migranten in der Hauptstadt offenbar höher: Der Amsterdamer Studie zufolge sind 36 Prozent der Täter marokkanischer Herkunft, obgleich sie nur 16 Prozent der Bevölkerung stellen. Jedoch gehören Marokkaner in der Hauptstadt auch überdurchschnittlich der bildungsfernen Schicht an, die unabhängig von Herkunft und Religion homophober eingestellt ist.

Hinzuzufügen ist, dass bei den Zahlen aus Amsterdam neben der größeren Bildungsferne vor allem auch das erheblich niedrigere Durchschnittsalter von Migrant_innen als statistischer Zerrfaktor eine Rolle spielt. Aber Rassismus ist ja bekanntlich gegen jede Empirie immun.

PS: Siehe auch den lesenswerten Kommentar von Queer-o-mat zur jüngsten „Moslem“-Debatte in Berlin.

ZAG 53 mit Schwerpunkt Homophobie

ZAG 53: Homophobie Soeben ist die 53. Ausgabe der antirassistischen Zeitschrift ZAG mit dem Schwerpunkt Homophobie erschienen. Unter anderem setzt sich dort Koray Yilmaz-Günay mit der vom LSVD bestellten Simon-Studie auseinander, die aus der Sicht des Auftraggebers „endlich“ belegen sollte, dass so genannte Migranten-Jugendliche homophober seien als deutsche. Koray, langjähriger Berliner Aktivist der Gays & Lesbians aus der Türkei (GLADT e.V.), legt die Finger in die fatalen Schwächen der Studie und zeigt, wie sehr bei ihr kulturalistische Vorannahmen die Feder geführt und die in der Presse reißerisch aufgegriffenen Ergebnisse vorgezeichnet haben. Andere Faktoren als Ethnizität wurden dagegen systematisch unsichtbar gemacht: (mehr…)