Tag-Archiv für 'afrika'

Selber schuld!

Die Schweizer Weltwoche über Aids und warum das nur Schwule und „Neger“ was angeht.

Lesbisch-schwuler Widerstand in Uganda

Erstmals hat sich in Uganda eine Gruppe von Lesben und Schwulen öffentlich zu Wort gemeldet, um die postkolonialen Gewaltverhältnisse in dem christlich dominierten Land zu skandalisieren:

Uganda ächtet männliche Homosexualität nach Gesetzen, die [dem Land] ursprünglich von den britischen Kolonisatoren im 19. Jahrhundert auferlegt wurden. Zuwiderhandelnde müssen im schlimmsten Fall mit einer lebenslänglichen Haftstrafe rechnen. Lesben und Schwule sind der Selbstjustiz homophober Mobs ausgesetzt, besonders in ländlichen Gegenden, wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt. […]

Die Gruppe rief in ihrer Pressekonferenz dazu auf, das Sodomiegesetz abzuschaffen, die Polizei strengeren Kontrollen zu unterwerfen und HIV/Aids-Material für Männer zu verteilen, die Sex mit Männern haben.

Aus Angst, identifiziert zu werden, trugen die Vertreter der Gruppe Masken, während sie mit den Journalisten sprachen.

Sotadic Love — ein Orientalist sortiert die Welt

Wenn man über das Thema Kolonialismus, Rassismus und Homophobie spricht, kommt man an einen Mann nicht vorbei: Richard F. Burton, britischer Afrikaforscher und einer der bekanntesten Orientalisten des 19. Jahrhunderts. Wie die meisten seiner Zeitgenossen war Burton ein unerträglicher Rassist, zumindest was seine Haltung gegenüber den Schwarzen betraf. Für sie war in der zivilisierten Welt kein Platz, ihre „Rasse“ zum Untergang verurteilt:

Die Erforschung des Negers ist die Erforschung primitivster menschlicher Denkvorgänge. Wenn ihm nicht jede Fähigkeit zur Fortentwicklung fehlen würde, könnte man den Neger eher für eine Degenerationsform des zivilisierten Menschen als einen wilden auf der ersten Entwicklungsstufe halten. Er ist nicht aus Edelstahl und hat auch keine Anlagen, die nach Erziehung verlangen. Er scheint zu jenen kindlichen Rassen zu gehören, die sich nie in den Rang des Menschentums erheben können. Sie fallen wie abgenutzte Glieder aus der großen Kette der lebendigen Natur.

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Proteus

Einer der wenigen, vielleicht der einzige Film der letzten Jahre, der sich dem Zusammenhang von Kolonialismus, Rassismus und Homophobie stellt, ist Proteus, eine südafrikanisch-kanadische Koproduktion, die auf einer wahren Begebenheit des Jahres 1725 beruht. Originellerweise werden jedoch moderne Requisiten in den Film eingeführt (Schreibmaschinen, Radios, Polizeiuniformen), um einen Bezug zur jüngsten Vergangenheit herzustellen — dem Südafrika der Apartheid-Zeit. Wer mehr über den geschichtlichen Kontext erfahren möchte, die Sodomiterverfolgung des 18. Jahrhunderts, sei auf dieses Buch verwiesen, einem der besten Forschungserträge zum Thema. Und hier der eD2k-Link zum Download des Films via eDonkey.

„What is remarkable is that Namibia’s outspoken homophobia is relatively new“

Und noch ein Artikel, den ich recyclen möchte: eine Reportage von Laurie Goering mit dem Titel „African leaders target gays as cause of continent’s ills“ (Chicago Tribune, 17. Juni 2004), die dem Versuch einer kulturalistischen Deutung von Homophobie im südlichen Afrika entschieden opponiert: (mehr…)