Tag-Archiv für 'berlin'

Rassifizierung reloaded

Rassifizierung reloaded: Nach den Türken sind jetzt die „Neger“ an der Reihe…

Cosmoproletarian Solidarity

„Gleiche Rechte jetzt“, die Frauenorganisation der Arbeiterkommunistischen Partei Iran, ruft am Internationalen Frauentag, dem 8. März, zu einer Demonstration in Berlin auf, um „Solidarität mit den ungehorsamen Frauen im Iran, in Afghanistan und weltweit“ zu zeigen:

Die Rebellion der St. Petersburger Arbeiterinnen und Kriegswitwen am 8. März 1917 war der Startschuss für den Sturz der zaristischen Tyrannei. Heute ist die Frauenrechtsbewegung im Iran wieder die Vorhut einer revolutionären Bewegung der Freiheit und Gleichheit. Während bedauerlicherweise weite Teile der hiesigen Linken sich in ihren ideologischen Schützengräben eingraben und Emanzipationspotenzial entweder in US-amerikanische F16-Bomber oder in eine Querfront mit den religiösen Faschisten des Politischen Islam hineinfabulieren, zeigt sich für jeden und jede, der und die projektionsfrei auf den Iran blicken, unzweifelhaft wer das Subjekt für eine fortschrittliche Perspektive ist. Die freiheitsliebende Bevölkerung des Irans bringt ihren Protest gegen das menschenverachtende Mullah-Regime Tag für Tag zum Ausdruck – auf der Straße, in den Universitäten, in den Fabriken, in Kurdistan. […]

Wir wollen deutlich machen: die unüberwindbare Konfliktlinie verläuft nicht zwischen dem sich als Kultur generierenden Politischen Islam und dem US-amerikanischen und EU-europäischen Ordnungsimperialismus, sondern zwischen der Barbarei der Religion und der Kapitalherrschaft einerseits und dem Freiheitsdurst der Frauen und anderen freiheitsliebenden Menschen andererseits. Unsere Solidarität gebührt dem mutigen Widerstand der ungehorsamen und ketzerischen Menschen im Iran, Afghanistan und anderswo.

Treffpunkt um 13 Uhr am Frankfurter Tor. Kommt zahlreich!

Heim ins Reich mit Janne F.?

Vorletztes Jahr wäre der Schöneberger CSD schon beinahe unter dem Motto „Einigkeit und Recht und Freiheit“, dem ersten Vers der deutschen Nationalhymne, durchs Brandenburger Tor marschiert. Solche nationalistischen Integrationsstrategien prägen auch einen lesbisch-schwulen Think Tank in Berlin, der sich die Wiedererrichtung des von Magnus Hirschfeld gegründeten „Instituts für Sexualwissenschaft“ zum Ziel gesetzt hat. Radio Z beleuchtet in einem Feature aus dem Jahr 2006 die Kontroverse, die das dümmlich-reaktionäre Bekenntnis zu Volk und Nation glücklicherweise auch in der Berliner Republik noch auszulösen in der Lage ist. Es diskutieren Jan Feddersen – der als offen schwuler Redakteur der taz seit Jahren für einen neuen deutschen Nationalismus auf Kosten der hier lebenden MigrantInnen wirbt – und seine Kritikerin Antke Engel vom lesbisch-feministischen Forschungsnetzwerk LFQ:

Damit wir Reinikendorfer Hetero bleiben


CDU-Politikerin vergleicht Homos mit NPD [queer.de]

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hat den Rücktritt der Reinickendorfer Bürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) gefordert. Grund: Die 62-Jährige hatte die Anliegen von Lesben und Schwulen mit denen der rechtsextremen NPD verglichen. Wanjura hatte nach LSVD-Angaben bereits am 11. Juli in einer Bezirksverordnetenversammlung die Regenbogenfahne „ein politisches Zeichen“ genannt, das man nicht am Rathaus hissen dürfe. „Was, wenn die NPD käme und auch eine Fahne hissen möge“. LSVD-Geschäftsführer Alexander Zinn nannte diese Äußerungen „unerträglich“

Keine Toleranz

Ein Artikel auf laut.de, G-Hot: Anzeige nach Mordaufruf. Der Track kann noch auf youtube gehört werden, aber ich verlinke das jetzt mal lieber nicht…

Der Rapper G-Hot ruft in seinem Lied „Keine Toleranz“ zu Gewalt gegen Schwule auf. Eine Berliner Rapperin erstattete nun Anzeige gegen ihn. Unterdessen wurde G-Hot von seinem Label Aggro Berlin gekickt.
[…]
Der Song richtet sich eindeutig gegen Schwule und verherrlicht mit Sätzen wie „Schneidet ihnen den Schwanz ab“ und „Nach einem Coming Out würde mich mein Vater mit einer Eisenstange schlagen“ Gewalt gegen Schwule. Nach Meinung von G-Hot und Boss A haben Homosexuelle „kein Leben verdient“.

Die Rapperin stieß durch Zufall im Internet auf das Lied und war entsetzt. „Das Schlimme daran ist, dass dieser Track nicht von irgendeinem unbekannten kleinen Rapper kommt, der in seinem Kämmerlein rappt und von dem nicht viele hören werden, sondern dass dieser Track von einem „Rapper“ gemacht wurde, der beim bekanntesten und von den Jugendlichen beliebtesten deutschen Hip-Hop Label aktiv ist oder war und dessen Videos bei MTV und VIVA zu sehen sind“.

Sie erklärt zudem, der Track sei nicht nur diskriminierend, sondern darin werde zur Gewalt aufgerufen. „Das sind Naziideologien, die in unserer Gesellschaft nichts zu suchen haben und ich finde es schlimm, dass diese Leute Rap als Versteck und Plattform für ihren Hass, ihre Komplexe und Gehirnkrankheiten missbrauchen.“

Nachdem sie den Track gehört hatte, habe sie sich im Internet schlau gemacht und sei in Foren auf Zustimmung zu den Aussagen in diesem Lied gestoßen. Daraufhin habe sie sich entschlossen, die beiden Rapper anzuzeigen mit der Hoffnung, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen.

„Ich habe mal gehört, dass der Lesben- und Schwulenverband homophobe Reggae- und Dancehall-Sänger, unter anderem Buju Banton, angezeigt hat und damit bewirken konnte, dass die Konzerte nicht oder nur eingeschränkt in Deutschland stattfinden durften. Das hat mich inspiriert.“ Sie hat Hoffnung, dass sich ihr viele Menschen anschließen, da laut Landeskriminalamt Berlin Aussicht auf Erfolg bestünde. Das LKA soll ihr gesagt haben, das Lied richte sich „gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe“, es handle sich um Bedrohung, Diskriminierung und Anstiftung zum Mord.

Ach und p.s.: Rassistische Kommentare werden grundsätzlich nicht durchgestellt. Lasst den Dreck woanders ab, aber nicht auf meinem Blog, tamam?