Tag-Archiv für 'csd'

Die Mobilisierung der christlichen Rechten

głupia małpa über homophoben christlichen Aktionismus in Polen und den heutigen Toleranzmarsch. „Bringen Sie keine sexuellen Perversionen nach Krakau!“

Gegen queeren Rassismus

(starblog vom transgenialen CSD 2008)

Transgenialer CSD in Kreuzberg

Totgesagte leben länger… Trotz der Zersplitterung der linken, queeren Szene und dem beherzten Eingreifen der „23. Hundertschaft“ der Berliner Polizei, haben sich wieder einige Verrückte zusammen gerauft, um dem Kuh‘damm-CSD eine berechtigte, weil politische Alternative zu bieten.
Die Gentrifizierung in den Kiezen gehört genau so wie die auch in den pseudo-queeren Bezirken immer noch aktuelle Diskriminierung von Minderheiten an den Pranger.

Fürchtet Euch Ihr Spießbürger in Kreuzberg und Neukölln, die wütende Demo geht in eine neue Runde, im Kampf gegen:

- Gleichschaltung im Homo-Mainstream
- Nazi-Kult in der Szene und überall
- Polizeigewalt, Gewinnsucht und Geschlechtsdiktate
- Die Verteufelung der Fetischmaske, Sicherheitwahn und Überwachungsstaat
- die Grenzen in den Köpfen, zwischen den Menschen und in der Festung Europa
- Diskriminierungen und Übergrifflichkeiten auf Migrant_Innen und Menschen unterschiedlicher Hautfarben, Lebensweisen und körperlichen Eigenschaften in der Szene und überall.
- gegen Hartz4 und Militarisierung

Schnallt die Stöckel fest, rüscht das Brusthaar-Toupe auf, vergesst Eure BHs und liebsten Fetischmasken nicht! Schwingt Euch mit uns auf die Strasse! Aber bezahlt wird immer noch nicht!

Transgenialer CSD 2008
28.6.2008
14.00 Uhr
Treffpunkt Hermannplatz

Route: Hermannplatz, Sonnenallee, Holbrechtstrasse, Weserstrasse, Friedelstrasse, Ohlauer Strasse, Reichenberger Strasse, Kottbusser Tor, Adalbertstrasse. Oranienstrasse. Ende am Heinrichplatz.

Die großartige Demo mündet in einer glamourösen Abschlusskundgebung mit Perlen der queeren Subkultur wie Gloria Viagra, KaKoSonia, Edith Schröder, GlitterKlinik, Toni Transit, Tilly Kreuzfeld-Jakob und vielen weiteren Unterstützer_Innen.

Ans Kreuz genagelt, oder: Das letzte Kontingent

Wenn das rechtsextreme liberalkonservative Kollektivblog GayWest mal gerade nicht gegen Linke zu Felde zieht, Hasstiraden gegen muslimische Immigranten verbreitet oder Wahlwerbung für die Republikaner macht, tut es was? Richtig, es geht in christliche Gruppentherapie oder sucht Mitbrüder zwecks gemeinsamer religiöser Verblödung Erbauung. Ein Blick in den evangelikalen Abgrund, in den sich die letzte Nachhut der auf dem CSD 2003 für den Irakkrieg trommelnden Rassenbande Rasselbande „queer.for.israel“ gestürzt hat, seitdem sie vom Herrn verstrahlt erleuchtet wurde.

Lesben und Schwule in Nicaragua

Die durch den US-Imperialismus verursachte Niederlage der sandinistischen Revolution brachte auch für Lesben und Schwule in Nicaragua eine Reihe von empfindlichen Einschnitten. Zwar hatten die Sandinisten mit Rücksicht auf die katholische Kirche nicht gewagt, die Rechte von Homosexuellen offiziell auf ihre Agenda zu setzen, aber immerhin waren Lesben und Schwule in der FSLN integriert und bekleideten zahlreiche prominente Positionen. 1989, am zehnten Jahrestag der Revolution, organisierten Aktivist_innen einen Marsch durch die Straßen Managuas und riefen damit die erste lesbisch-schwule Bewegung Nicaraguas ins Leben. Zusammen mit der Frauenbewegung gelang es, zahlreiche Community Centers zu errichten. Doch die tolerante Haltung des Staates nahm ein jähes Ende mit dem von den USA herbeigeführten Wahlsieg der konservativ-neoliberalen Opposition. Bereits zwei Jahre nach ihrer Machtübernahme sorgte sie im Parlament für ein Totalverbot homosexueller Handlungen — den bis heute existierenden Artikel 204:

Diese Bestimmung, ursprünglich verfasst als eine Vorlage, die Frauen vor Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch schützen sollte, wurde von den Christsozialen in der Legislative zu einem harschen Gesetz verändert, das eine Strafe von bis zu drei Jahren Gefängnis vorsieht für „jeden, der Sex zwischen Personen des gleichen Geschlechts in skandalöser Weise herbeiführt, befördert, propagiert oder praktiziert“.

Barrios de Chamorros enger Vertrauter Kardinal Miguel Obando y Bravo, der führende römisch-katholische Amtsinhaber in Nicaragua, predigte für das Gesetz und erklärte, dass „jeder vernünftige Christ“ mit ihm „übereinstimmen muss“.

Nicaraguanische Aktivisten und ihre Verbündeten demonstrierten zuhause ebenso wie vor den Botschaften im Ausland, aber der Präsident unterzeichnete das Gesetz im Juli 1992. Eine Verfassungsklage wurde eingereicht, doch der Oberste Gerichtshof Nicaraguas bestätigte das Gesetz im Jahr 1994, und obwohl es selten angewandt wird, bleibt es weiterhin in Kraft.

Zur selben Zeit unternahm der Bürgermeister von Managua, Arnoldo Alemán — der Barrios de Chamorro 1996 als Präsident ablöste —, Anstrengungen, die Hauptstadt „aufzuräumen“. Er sperrte die Tore der verfallenen Kathedrale, die eine beliebte schwule Cruising-Gegend gewesen war, und erlaubte der Polizei, schwule Männer in den städtischen Parks zu schikanieren.

Aber natürlich ist es, wenn man queer.de und diversen neokonservativen Bloggern glauben darf, die sozialistische Linke, die für die antischwule Repression in Nicaragua verantwortlich zeichnet. Propaganda kennt eben keine Hemmungen …

Gay Pride in Managua, 1. Juli 2006