Tag-Archiv für 'iran'

Youtube Interview

Being Gay in Iran by Couscous Global

Cosmoproletarian Solidarity

„Gleiche Rechte jetzt“, die Frauenorganisation der Arbeiterkommunistischen Partei Iran, ruft am Internationalen Frauentag, dem 8. März, zu einer Demonstration in Berlin auf, um „Solidarität mit den ungehorsamen Frauen im Iran, in Afghanistan und weltweit“ zu zeigen:

Die Rebellion der St. Petersburger Arbeiterinnen und Kriegswitwen am 8. März 1917 war der Startschuss für den Sturz der zaristischen Tyrannei. Heute ist die Frauenrechtsbewegung im Iran wieder die Vorhut einer revolutionären Bewegung der Freiheit und Gleichheit. Während bedauerlicherweise weite Teile der hiesigen Linken sich in ihren ideologischen Schützengräben eingraben und Emanzipationspotenzial entweder in US-amerikanische F16-Bomber oder in eine Querfront mit den religiösen Faschisten des Politischen Islam hineinfabulieren, zeigt sich für jeden und jede, der und die projektionsfrei auf den Iran blicken, unzweifelhaft wer das Subjekt für eine fortschrittliche Perspektive ist. Die freiheitsliebende Bevölkerung des Irans bringt ihren Protest gegen das menschenverachtende Mullah-Regime Tag für Tag zum Ausdruck – auf der Straße, in den Universitäten, in den Fabriken, in Kurdistan. […]

Wir wollen deutlich machen: die unüberwindbare Konfliktlinie verläuft nicht zwischen dem sich als Kultur generierenden Politischen Islam und dem US-amerikanischen und EU-europäischen Ordnungsimperialismus, sondern zwischen der Barbarei der Religion und der Kapitalherrschaft einerseits und dem Freiheitsdurst der Frauen und anderen freiheitsliebenden Menschen andererseits. Unsere Solidarität gebührt dem mutigen Widerstand der ungehorsamen und ketzerischen Menschen im Iran, Afghanistan und anderswo.

Treffpunkt um 13 Uhr am Frankfurter Tor. Kommt zahlreich!

Replik auf Samuel Laster

Der Chefredakteur der Online-Zeitung „Die Jüdische“ hat freund­licherweise meine Kritik an den verfehlten Angriffen auf Joseph Massad, einen palästinensisch-amerikanischen Autor und Professor an der New Yorker Columbia-Universität, einem breiteren Publikum zugänglich gemacht, wenngleich seine Intention wohl eher darin bestanden haben dürfte, mich zurechtzuweisen. Schon im ersten Absatz zeiht Samuel Laster mich der „haarspalterischen Auslegung“, wo es doch dem von mir angegriffenen Journalisten Karl Pfeifer nur um eine sachliche Ausein­andersetzung ging, als er Massad vorwarf, „gegen die Menschen­rechte von Homosexuellen in der arabischen Welt“ zu sein. Ich dagegen erkannte darin nichts als billige Polemik, die von einer augenscheinlichen Überforderung durch Massads Text zeugt.

Kurz zur Erinnerung: Massad hatte in einem Artikel aus dem Jahr 2002, der sich auch in seinem neuen Buch Desiring Arabs wiederfindet, kritisiert, dass ein Konglomerat internationaler Lesben- und Schwulenorganisationen „zu Diskursen über Homosexuelle anreizt, wo vorher keine existierten“ und damit eine Menschensortierung vorantreibt, deren Endeffekt nicht etwa die von ihr erhoffte „Schaffung eines queeren Planeten, sondern die eines Hetero-Planeten“ sein würde. (mehr…)

Lesbische Iranerin abschieben

(queer.de) – Eine 31-jährige lesbische Iranerin soll einem endgültigen Gerichtsbeschluss zufolge aus Deutschland ausgewiesen werden. Die derzeit in Berlin lebende Jasmin K. erklärte gegenüber Medien, dass sie in ihrer Heimat die Hinrichtung durch Steinigung erwarte. Ihre Anwältin Eva Lindemeier legte zudem ein Urteil vor, nach dem ein iranisches Gericht die Frau bereits im vergangenen Jahr zum Tode verurteilt habe – in deren Abwesenheit.

Das Berliner Gericht berief sich in seiner Entscheidung allerdings auf ein Gespräch von Beamten des Außenministeriums mit der Mutter der Asylbewerberin. Die habe die Homosexualität ihrer Tochter abgestritten. Lindemeier dazu im „Tagesspiegel“: „Das ist absurd. Die haben einer iranischen Frau von zwei ihr unbekannten Männern Fragen stellen lassen, deren ehrliche Beantwortung nicht nur peinlich, sondern für den Ehemann tödlich sein könnte.“ Der Ehemann ist beschuldigt worden, seiner Tochter zur Flucht verholfen zu haben.
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Kelek und die Mullahs: ein Herz und eine Seele

Der „islamkritische“ Blogger cliff cosmos ist schon ein komischer Vogel. Gerade eben zitierte er noch einen Hassartikel von Necla Kelek, in dem Sex zwischen Männern und Jugendlichen in muslimischen Ländern kurzerhand mit „Knabenvergewaltigung“ gleichgesetzt wird, schon führt er einen Beitrag später die International Gay & Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC) an, die genau die gleiche Einstellung den iranischen Mullahs zum Vorwurf macht:

In der iranischen Gesetzgebung – und nach Meinung vieler Iraner – ist Homosexualität mit Vergewaltigung, Inzest und Kindesmisshandlung gleichgesetzt […]

Aber den naheliegenden Schluss, dass Kelek und der staatlich-repressive Feminismus, den sie verkörpert, in dieser wie in so vielen anderen Fragen eines Sinnes mit den Mullahs sind, zieht cliffi nicht. Dabei könnte man aus diesem Vergleich einiges lernen. Zum Beispiel über die ungewollte Kollaboration von Islamisten und westlichen „Liberalen“ bei der Heteronormierung der Welt.