Tag-Archiv für 'kolonialismus'

Vortrag und Diskussion

Hamburg, 9. 6. ’08, 14 Uhr: Weiße deutsche Frauen und Kolonialismus

Sotadic Love — ein Orientalist sortiert die Welt

Wenn man über das Thema Kolonialismus, Rassismus und Homophobie spricht, kommt man an einen Mann nicht vorbei: Richard F. Burton, britischer Afrikaforscher und einer der bekanntesten Orientalisten des 19. Jahrhunderts. Wie die meisten seiner Zeitgenossen war Burton ein unerträglicher Rassist, zumindest was seine Haltung gegenüber den Schwarzen betraf. Für sie war in der zivilisierten Welt kein Platz, ihre „Rasse“ zum Untergang verurteilt:

Die Erforschung des Negers ist die Erforschung primitivster menschlicher Denkvorgänge. Wenn ihm nicht jede Fähigkeit zur Fortentwicklung fehlen würde, könnte man den Neger eher für eine Degenerationsform des zivilisierten Menschen als einen wilden auf der ersten Entwicklungsstufe halten. Er ist nicht aus Edelstahl und hat auch keine Anlagen, die nach Erziehung verlangen. Er scheint zu jenen kindlichen Rassen zu gehören, die sich nie in den Rang des Menschentums erheben können. Sie fallen wie abgenutzte Glieder aus der großen Kette der lebendigen Natur.

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Böses Christentum

Ich hab mich jetzt entschlossen öfter mal was zu recyclen, da das eh keiner mehr kennt, was ich vor zwei, drei Jahren auf X-berg.de gepostet habe. Im Folgenden daher ein Auszug aus dem Buch Homosexuality and Civilization von Louis Crompton, einer Universalgeschichte der „Homosexualität“ aus dem Jahr 2003. Es geht darin um die ersten katholischen Missionsversuche im China der Ming-Dynastie und passt recht gut in die Folge von Stories über Kolonialismus, Rassismus und den christlichen Anti-Sodomie-Diskurs, welche ich in den letzten Tagen veröffentlicht habe. Die Mühe, es aus dem Englischen zu übersetzen, hab ich mir allerdings nicht gemacht: (mehr…)

Proteus

Einer der wenigen, vielleicht der einzige Film der letzten Jahre, der sich dem Zusammenhang von Kolonialismus, Rassismus und Homophobie stellt, ist Proteus, eine südafrikanisch-kanadische Koproduktion, die auf einer wahren Begebenheit des Jahres 1725 beruht. Originellerweise werden jedoch moderne Requisiten in den Film eingeführt (Schreibmaschinen, Radios, Polizeiuniformen), um einen Bezug zur jüngsten Vergangenheit herzustellen — dem Südafrika der Apartheid-Zeit. Wer mehr über den geschichtlichen Kontext erfahren möchte, die Sodomiterverfolgung des 18. Jahrhunderts, sei auf dieses Buch verwiesen, einem der besten Forschungserträge zum Thema. Und hier der eD2k-Link zum Download des Films via eDonkey.

Homophobie als christlich-koloniales Erbe

Zur letzten Story recycle ich hier mal einen Artikel von Peter Tachell, den ich schon vor zweieinhalb Jahren auf X-berg.de gepostet habe und der seitdem nichts an Gültigkeit verloren hat: (mehr…)