Tag-Archiv für 'lesbisch'

Heim ins Reich mit Janne F.?

Vorletztes Jahr wäre der Schöneberger CSD schon beinahe unter dem Motto „Einigkeit und Recht und Freiheit“, dem ersten Vers der deutschen Nationalhymne, durchs Brandenburger Tor marschiert. Solche nationalistischen Integrationsstrategien prägen auch einen lesbisch-schwulen Think Tank in Berlin, der sich die Wiedererrichtung des von Magnus Hirschfeld gegründeten „Instituts für Sexualwissenschaft“ zum Ziel gesetzt hat. Radio Z beleuchtet in einem Feature aus dem Jahr 2006 die Kontroverse, die das dümmlich-reaktionäre Bekenntnis zu Volk und Nation glücklicherweise auch in der Berliner Republik noch auszulösen in der Lage ist. Es diskutieren Jan Feddersen – der als offen schwuler Redakteur der taz seit Jahren für einen neuen deutschen Nationalismus auf Kosten der hier lebenden MigrantInnen wirbt – und seine Kritikerin Antke Engel vom lesbisch-feministischen Forschungsnetzwerk LFQ:

Intellektuelles Kuscheln mit Dr. Christine Baumanns

„Darum lieben Frauen Frauen“, weiß „Bild-Online“, das Fachblatt fürs Untenrum, und hat dafür mal bei „Sexualpsychologin Dr. Christine Baumanns“ nachgefragt, die ein wenig aussieht wie eine Kreuzung aus Dolly Buster und einer Brille — plus den irren Blick von Nina Hagen — und auch genauso spricht:

Bei manchen Lesben ist das ganz klar genetisch festgelegt. Sie verlieben sich von Anfang an immer nur in Frauen,

fantasiert die Dame sich verliebte Säuglinge, abgeschottet von jedem sozialen Einfluss, zurecht, um dann gleich den wahren Grund für das weitverbreitete Lesbentum nachzuschieben:

Viel häufiger ist aber eine große Enttäuschung mit einem Mann der Auslöser. Die Frau wendet sich bewusst von den Männern ab und findet erfüllende Liebe bei einer Frau.

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Nazis morden, der Staat schiebt ab — es ist das gleiche Lumpenpack!

Essentialismus von Amts wegen: es reicht nicht aus, wegen gleichgeschlechtlichem Sex zum Tode verurteilt worden zu sein; um hierzulande Asyl zu bekommen, muss man auch noch der DIN-Norm einer bei ihrer Mutter geouteten Identitäts-Lesbe entsprechen. Sonst heißt es: Abschiebung ins Grab!

„Our century has a passion for categorizing love“

Es wäre einmal interessant herauszufinden, wie die krass differierende Bewertung der Psychoanalyse bis heute in das konfliktgeladene Dreiecksverhältnis zwischen gay, lesbian und feminist studies hineinspielt. Die weit bejahendere Haltung des (Post)Feminismus zu Freud und Lacan schlägt sich jedenfalls auch darin nieder, dass es heute weit mehr Publikationen zum Thema Lesbianismus und Psychoanalyse gibt als solche zum Verhältnis von Psychoanalyse und männlicher Homosexualität. Doch es existieren natürlich auch eine Reihe lesbischer Autorinnen, die die Lehre des Wiener Arztes nicht als anzueignende Methode, sondern, in der Sprache Foucaults: als einen „Macht-Wissen-Komplex“ begreifen, dessen Wirkungen auf weibliche Subjektivitäten historisch zu untersuchen sind. Und kaum jemandem ist das so eindringlich gelungen wie Lilian Faderman in ihrem erstmals 1981 erschienenen Werk Surpassing the Love of Men, das 1992 vom Lambda Literary Review verdientermaßen in die Anthologie der „100 besten lesbisch/schwulen Bücher des 20. Jahrhunderts“ aufgenommen wurde: (mehr…)

Teddy

Alle in der folgenden Liste aufgeführten Filme stehen in einem schwul-lesbisch-transidentischen Kontext und werden im Rahmen des offiziellen Berlinale-Programms vorgestellt.