Tag-Archiv für 'sozialismus'

Cuba libre

„Die Abgeordneten in Kuba werden im Juni über ein Gesetz entscheiden, das dem Land eine Vorreiterrolle bei den Rechten für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen gibt. So wird es zukünftig in Kuba verboten sein, diese Gruppen im Beruf oder im Mietrecht zu diskriminieren. Weiters werden Eingetragene Partnerschaften eingeführt, […] Transgender-Personen können auf Ausweisen ihr Geschlecht wählen. Außerdem werden geschlechtsanpassende Operationen vom öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt.“ (Quelle)

In Kuba übernimmt die KP die historische Rolle der Schwulenbewegung

Socialismo en CubaWährend Kubas Kommunisten bereits laut über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nachdenken, halluzinieren hiesige Blogger in schlechtem Deutsch noch immer darüber, ob „auch“ Fidels Nachfolger Raúl „Homosexuelle und AIDS-Infizierte aka ’soziale Abweichler‘ weiterhin verfolgen lässt“. Auch? Weiterhin? Haben wir auf f*queer vielleicht was verpasst? Oder sind da Antikommunisten mal wieder über ihre eigene Propaganda gestolpert? (mehr…)

Serbska

Homophobie in Zeiten der Transformation am Beispiel Serbiens

Wieder mal beim Lügen ertappt …

Das aus ehemaligen Mitgliedern von queer.for.israel bestehende Rechtsblog „Gay West“ wartet mal wieder mit antisozialistischen Schauermärchen auf, diesmal über das 1979 von den Sandinisten der FSLN befreite Nicaragua:

Dass der kapitalistische Westen dekadent und dem Verfall preisgegeben sei, war und ist eine Standardfloskel realsozialistischer Systeme (allerdings nicht nur dieser). Zur sogenannten westlichen Dekadenz, gehören gemäß Weltsicht der linken Sandinisten in Nikaragua z.B. die Pornografie und die Homosexualität. Seit 1992 ist in dem mittelamerikanischen Land die “Förderung” und das “Ausleben” gleichgeschlechtlicher Liebe verboten. Und der Einfluss einer wenig aufgeklärten katholischen Kirche, macht die Situation für die Homosexuellen Nikaraguas auch nicht besser.

Dass die Sandinisten 1990, nach jahrelanger Zermürbung durch einen US-finanzierten Bürgerkrieg, vom „Wahlbündnis UNO (Unión Nacional Opositora) unter der Führung von Violeta Chamorro“ abgelöst wurden, welches „aus 14 konservativen und antisandinistischen Parteien“ bestand, „die gemeinsam gegen die FSLN antraten“ (siehe Wikipedia), unterschlagen unsere von links nach rechts außen gewechselten Freizeithetzer natürlich. Das Verbot gleichgeschlechtlicher Liebe stammt also von einer neoliberalen, den USA nahestehenden Regierung und nicht etwa von linken Sandinisten.

Aber die schwule FDP-Stahlhelm-Fraktion dreht sich die Welt halt zurecht, wie sie ihr gerade passt …

    Edit: Eigentlicher Urheber dieses Schauermärchens ist offenbar das Internet-Portal queer.de. Dort heißt es:

    Die in Nikaragua regierenden linksgerichteten Sandinisten verurteilen Homosexualität als dekadent und kapitalistisch. Seit 1992 sind die Förderung und das Ausleben von gleichgeschlechtlicher Liebe laut Paragraf 204 verboten. Es drohen bis zu drei Jahre Haft. Das Gesetz wird allerdings selten angewendet.

    Womit einmal mehr der Eindruck erweckt wäre, das Verbot gleichgeschlechtlicher Liebe stamme aus der Feder der erst Ende 2006 — nach 16 Jahren konservativer Herrschaft — wieder an die Regierung gelangten FSLN, die übrigens längst zu einer gemäßigt sozialdemokratischen Partei geworden ist. Im Oktober 2006 stimmte sie sogar dem von Konservativen beantragten totalen Abtreibungsverbot zu, um so die für einen Wahlsieg erforderliche Unterstützung der katholischen Kirche zu gewinnen.